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Intervention beim ZDF: CSU-Sprecher tritt zurück

25.10.2012 | 15:38 |   (DiePresse.com)

Der CSU-Sprecher Hans Michael Strepp soll versucht haben, einen Bericht über den SPD-Parteitag zu verhindern. Er habe Parteichef Horst Seehofer gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.

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CSU-Sprecher Hans Michael Stepp gibt auf. Er habe seinen Parteichef und Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer am Donnerstag gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die Partei mit. Seehofer habe der Bitte entsprochen. Er bezeichnete Strepps Rückzug als "unvermeidlich" sowie "richtig und notwendig".

Die Ursache für Stepps plötzlichen Rückzug war ein Anruf beim ZDF. Er soll versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag zu verhindern an dem der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt wurde. Der Beitrag wurde dennoch gesendet.

Strepp bestritt am Mittwoch den Versuch der politischen Einflussnahme. Er habe zwar angerufen, aber nicht interveniert.

"Das Bauernopfer ist gefallen"

Seehofer kommentierte den Vorfall am Donnerstagnachmittag folgendermaßen: Es gebe weiterhin unterschiedliche Bewertungen vom Sender auf der einen und von Strepp auf der anderen Seite. Da man diesen Widerspruch nicht habe auflösen können, sei Strepps Rückzug unvermeidlich.

Die Opposition wertete Strepps Rücktritt dagegen als Bauernopfer - und nahm vor allem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ins Visier. "Das Bauernopfer ist gefallen", erklärte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. "Doch wir wollen wissen, wer die Verantwortung für den Anruf des Pressesprechers trägt. Es ist schwer vorstellbar, dass der Pressesprecher völlig eigenmächtig handelte", fügte sie hinzu.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, erinnerte daran, dass es in Deutschland kein "Staatsfernsehen" gebe. "Und wenn die CSU das anders sieht, dann ist sie hier falsch. Dann sollte sie sich eine Bananenrepublik zum Regieren suchen", sagte Beck.

Nach Darstellung von ZDF-Intendant Thomas Bellut belegen mehrere Vorgänge, dass Strepp die Berichterstattung habe beeinflussen wollen. "Die Intention des Anrufs war eindeutig", erklärte er am Donnerstag. Auch ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte, Strepp habe am Sonntag auf verschiedenen Wegen versucht, die Berichterstattung des ZDF über die bayerische SPD zu beeinflussen.

(Red./APA)

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24 Kommentare

Rückgrat

Die Deutschen haben wenigstens ein Rückgrat, bei uns müsste wahrscheinlich die gesamte Regierung zurücktreten bei der Berichterstattung im ORF.

2 0

Ganz Österreich weiß

wie sich Rudas in die Informationspolitik des ORF eingemischt hat. Ich verstehe die Aufregung um die CSU überhaupt nicht. Ich dachte, das sei normal, zumindest tun sie bei uns so, als gehöre das zum Geschäft.

Gast: Zwangsgebührenzahler
25.10.2012 21:47
4 1

das könnte in Österreich nie passieren

der ORF ist von Grund auf ein roter Sender und daran haben sich die Parteien und Zwangsgebührenzahler durch permanente ORF-Gehirnwäsche längst gewöhnt. Irgendwie muß ein öffentlich rechtlicher Sender doch seine eigene Ideologie vertreten dürfen!

Re: das könnte in Österreich nie passieren

Ich habe mich nicht daran gewöhnt.In Deutschland gibt es halt trotzdem so etwas wie Anstand in der Politik und die deutschen Wähler lassen sich halt nicht so leicht auf den Schädel sch... wie die Österreicher.

Re: das könnte in Österreich nie passieren

Ideologie ist Luxus. Wer zahlt, schafft an.

4 0

Da wäre bei uns das Parlament dreiviertelleer.

Vor allem der Bereich um Rudas herum ...

Der Beste Schutz der Medien ist, sie nicht zu konsumieren!


Erinnert mich an Österreich

Das „Moltofon“ lässt grüßen...

Erinnert mich an Österreich

richtig! Nur bei uns kuschen die willfährigen ORFler, sagma es woa nix, Küß die Hand und Kompliment an die Frau Gemahlin... Seehofer, Dobrindt, Söder ihr seid reif für den Rücktritt- ab in die Versenkung. Ude für Bayern...

Reaktion ist angemessen

Es ist ein gutes Zeichen, wenn ein Politiker bei einer Verfehlung den Rücktritt erklärt. Freilich, dass er beim ZDF anrief , zeigt, dass ihm da kein Unrechtsbewusstsein plagte. Doch die Redaktion machte diesen Versuch von Intervention zu Recht publik.
Es wäre wünschenswert, wenn unsere Parteien daraus die Lehre zögen, sich aus der Arbeit des ORF in jeglicher Weise herauszuhalten. Und zwar ganz besonders im kommenden Jahr , wo die Wahlen anstehen. Ich denke, die Hauptaufgabe der medien sollte darin bestehen, die Menschen dazu zu ermuntern, überhaupt zur Wahl zu gehen.

Antworten Gast: felixorf
25.10.2012 17:59
2 0

Re: Reaktion ist angemessen

die Arbeit des ORF kann niemand beeinflußen. Außer den Sozis selbst, denn der ORF ist längst roter Privatsender. Die ÖVP ist ohnedies eine Partnerpartei der Sozen und für die FPÖ ist die Gegenpropaganda im ORF eher ein Vorteil.

Bei uns ruft die Rudasch auch an, aber nur um der Krone mitzuteilen

dass das Kanzleramt wieder eine halbe Million an Inseraten bestellen will...

wo kommen wir da denn hin?

wenn das schule macht, dann haben wir in österreich bald gar keine politiker mehr - weil alle zurücktreten müßten!

ABER: gottlob nehmen ja die von orf jede intervention u einschüchterung hin, sodass bei uns sowas gar nicht erst publik wird!

so soll es sein!!

solche deutschen, transparenten zustaende brauchen wir hier im land nicht!

12 1

So etwas wär in

Österreich undenkbar und zwar der Rücktritt!

Re: So etwas wär in

stimmt und deshalb wird am Wahlabend zurückgetreten werden! tschüss Lügenkanzler!

Re: Re: So etwas wär in

Leider wird F. nicht zurücktreten, da die Sozen die Wahl leider wieder gewinnen werden, da den österreichischen Wählern die "Eier" fehlen, um wirkliche Veränderung herbeizuführen.Da werden vor der Wahl wieder unfinanzierbare Dinge versprochen und eingeführt und die dumme Masse wird wieder darauf reinfallen.

Parteiintervention beim öffentlich-rechtlichen Sender - unglaublich!

Unglaublich, was für Sitten bei unseren Nachbarn herrschen. Man stelle sich nur einmal vor, bei uns würde die Laura Rudas einfach mir nichts dir nichts wegen der Berichterstattung beim ORF anrufen - Gott sei Dank ist das undenkbar!

1 0

Re: Parteiintervention beim öffentlich-rechtlichen Sender - unglaublich!

stimmt - bei DER Berichterstattung undenkbar.

Antworten Gast: Karli Kraus
25.10.2012 16:03
2 1

Re: Parteiintervention beim öffentlich-rechtlichen Sender - unglaublich!

ihre Ironie ist heute durch nichts mehr zu übertreffen!
Da fällt mir die Rolle der Frau Rudas im Zusammenhang mit Niki Pelinka ein......

Gast: Das dritte Auge
25.10.2012 13:13
7 1

Bei uns würde so jemand noch Kanzler werden.

Tja andere Länder andere Politiker.

Gast: Johann S
25.10.2012 12:49
3 0

Könnte

natürlich auch ein sog."Bauernopfer"sein

Antworten Gast: Polarluft
25.10.2012 16:01
2 1

Re: Könnte

könnte, --- glaube ich aber nicht!
Der war allein so blöd, oder von einem krankhaften Ehrgeiz bzw. Selbstbewusstsein getrieben?
Seit dem " Interventionsanrufen" des damaligen BP Wulff ist keine Politiker von Format so ungeschickt, diesen Fehler zu wiederholen.
Aber bei uns in der Walachei....?

Re: Re: Könnte

Als Außenstehender kann ich nicht beurteilen, ob der Herr Strepp bei dieser politischen Intervention beim ZDF nur als "ausführendes Organ" wirkte oder ob es sich dabei um eine Art "Fleißaufgabe" handelte, um Gutpunkte beim Vorgesetzten Seehofer zu sammeln. Ich meine: Wenn die Intervention gelungen wäre, bzw. wenn der ZDF nicht publik gemacht hätte, dann hätte Schrepps Rechnung durchaus aufgehen können! Danke, ZDF, daß dieser Anschlag auf die Medienfreiheit mutig abgewehrt wurde. Schrepps Rücktritt war dann die einzig halbwegs würdige Reaktion. Besser, eine schnelle "Frontbegradigung", als ein endloses Weitergewurstel...

Conclusio: In einer lebendigen, funktionierenden Demokratie ist JEDER Versuch vonseiten sog. "Volksvertreter", die Kontrollfunktion von Medien zu behindern, eine TODSÜNDE ersten Ranges! Der Souverän ist nach wie vor das Volk (so stehts zumindest in der Verfassung)´und seine gewählten "Vertreter" ihm gegenüber verantwortlich. Die Medien üben dabei eine wichtige Kontrollfunktion aus. Wenn in einem Amt oder einer Behörde (etwa der Exekutive) eine "interne Revision" die Arbeit der Beamten kontrolliert, dann kann ja auch keiner den Kontrollorganen einen Maulkorb umhängen...

Re: Re: Re: Könnte

Österreich ist aber keine funktionierende Demokratie.Denn in einer funktionierenden Demokratie lassen sich Medien und Wähler nicht kaufen.