Liebe, Intrigen und Tod hinter Klostermauern und mittelalterlichen Gemäuern in Doppelfolge zeigt der ORF am kommenden Sonntag. In "Tore der Welt", der Fortsetzung von Ken Follets Bestsellerverfilmung "Die Säulen der Erde", werden die Zuschauer ins England des 14. Jahrhunderts entführt. Mit unzähligen Hinrichtungen und viel Sex ist der opulent ausgestattete Film wieder einmal nichts für Zartbesaitete, hat aber wie schon der Vorgängerfilm das Potenzial zum Publikumsmagneten.
Im Mittelpunkt des vierteiligen Historienepos steht die fiktive Stadt Kingsbridge, die sich in den zwei Jahrhunderten, die seit "Die Säulen der Erde" vergangen sind, zu einer blühenden Handelsmetropole gemausert hat. Bei Königinmutter Isabella allerdings in Ungnade gefallen, wird die Stadt Schauplatz zahlreicher Repressalien, bis schließlich auch noch die Pest das Land heimsucht.
Auch wenn es nicht immer leicht ist, bei der Vielzahl der handelnden Personen den Überblick zu behalten, stehen im Mittelpunkt des Geschehens Baumeister Merthin und die geschäftstüchtige Tochter eines reichen Wollhändlers namens Caris. Als ewig Liebende treffen sich ihre Wege allerdings erst nach etlichen Umwegen. Auf der Seite der "Bösen" stehen Merthins jüngerer Bruder Ralph, die skrupellose und durchtriebene Petranilla (gespielt von "Sex and the City"-Star Cynthia Nixon) sowie deren Sohn und späterer Prior Godwyn.
Die Regie über die Mammutwerk-Verfilmung hat Michael Caton-Jones übernommen und dafür ein beeindruckendes Set internationaler Schauspieler an Bord geholt. Neben Nixon standen auch Miranda Richardson ("Harry Potter"), Ben Chaplin ("Das Bildnis des Dorian Gray") und Peter Firth ("Jagd auf Roter Oktober") sowie die Österreicherin Nora von Waldstätten, Kostja Ullmann und Hannes Jaenicke vor der Kamera. Gedreht wurde die internationale und vom ORF koproduzierte Saga wie schon "Die Säulen der Erde" auch in Österreich, in Niederösterreich und Wien.
Ken Follet selbst hat bis zuletzt an der Umsetzung der Verfilmung gezweifelt. "Ich habe immer gewusst, dass es schwierig werden wird, 'Die Säulen der Erde' und 'Tore der Welt' zu verfilmen. Es sind lange, komplexe Geschichten, die im Mittelalter spielen. Genauso schwierig wie es ist, einzelne Episoden aus diesem langen Roman mit den vielen Figuren zu machen, genauso schwierig ist es auch, ein mittelalterliches Stadtbild zu schaffen. Es ist eine riesengroße Herausforderung, und ich habe nie wirklich geglaubt, dass es jemals passieren würde - bis jemand zu mir gesagt hat: 'Diese Woche haben sie angefangen zu drehen.' Und ich habe mir gedacht: 'Oh wow, sie machen es wirklich'", wird Follet in einer ORF-Aussendung zitiert.
Zu sehen ist das Spektakel am 28. Oktober um 20.15 Uhr und um 22.00 Uhr auf ORF eins. Die zweite Hälfte folgt zu Allerheiligen um 20.15 bzw. 21.50 Uhr.
(APA)

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