Stefan Raab sorgt mit Politik-Talkshow für Aufregung

10.11.2012 | 12:20 |   (DiePresse.com)

100.000 Euro winken in der Show demjenigen, der die Meisten Zuschauer überzeugt. Bundestagspräsident Norbert Lammert hält eine Geldprämie für Meinungen für "absoluten Unfug".

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Der deutsche Entertainer Stefan Raab sorgt mit seiner am Sonntag auf ProSieben startenden Politik-Talkshow "Absolute Mehrheit" für Aufregung. In der Sendung diskutieren die Gäste mit dem Ziel, die absolute Mehrheit der Zuschauer hinter sich zu versammeln und 100.000 Euro zu kassieren. Der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert nannte dies laut "Westfalen-Blatt" "absoluten Unfug": "Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld." - "Einige in der Politik versuchen hier offenbar etwas zu verhindern, das sie mit ihren alten Mechanismen nicht beherrschen und kontrollieren können", konterte Raab nun in der "Süddeutschen Zeitung".

"Unerhört"

Raab nannte es "unerhört", dass Lammert in dieser Form über eine Sendung urteile, die das Ziel habe, junge Menschen wieder für die politische Diskussion zu begeistern. Den Vorwurf, durch das Preisgeld Meinungen zu kaufen, wies der 46-Jährige als absurd zurück. Meinungen für Geld würden am laufenden Band bestellt, "nämlich immer dann, wenn ein Politiker einen bezahlten Vortrag hält, wogegen ich grundsätzlich nichts habe". Raab empfahl Lammert, sich die Sendung erst einmal anzuschauen. Seine jungen Zuschauer seien anders als bei den klassischen Polit-Talkshows noch "formbar" und ließen sich von Argumenten beeinflussen oder auch umstimmen.

Bei der Sendung am Sonntag sind der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, der FDP-Chef im Kieler Landtag, Wolfgang Kubicki, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Jan van Aken und die Unternehmerin Verena Delius dabei. Nach der Absage von Bundesumweltminister Peter Altmaier wird zudem der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs erwartet.

Politische Talkshows seien derzeit viel zu einförmig, sagte Raab. "Und dann gibt's da diese Seilschaften von Redakteuren und Fernsehmachern bei den Öffentlich-Rechtlichen, die gern mal einen befreundeten Pressesprecher bei einer Parteizentrale anrufen." Raabs Fazit: "Durch diese Sendung wird die Welt nicht schlechter werden! Und das ist schon mal geil."

(APA/dpa)

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10 Kommentare

"Wer Geld für Meinungen aussetzt, bestellt Meinungen für Geld."

Damit kennt sich die Politik ja bestens aus.

Ich weiß was!

Wiki sagt: "Populismus (lat.: populus, „Volk“) bezeichnet eine um „Nähe zum Volk“ bemühte Politik." Das sollte eigentlich so sein, möchte man meinen.
Andererseits Zitat Churchill: "The best argument against democracy is a five-minute conversation with the average voter."
Man könnte nun von einer Tendenz zur Idiokratie am europ. Kontinent sprechen (siehe GroKo), oder auch von Dekadenz wegen Wohlstand (Altes Rom). Auf lange Sicht sind wir wohl drauf und dran uns ein paar 100 Jahre rückwärts zu katapultieren - um nicht von "Panem et circenses" zu sprechen.

ausser menschen herabwürdigen kann raab eh nichts


das ist doch nur...

...populismusfördernd.

Populismus als TV-Sensation

bzw. eigentlich politischer Opportunismus - inwieweit das dazu beitragen soll junge Menschen für Politik zu begeistern (und diese kritisch zu bewerten) ist mir schleierhaft. Aber Geld machen lässt sich damit bestimmt.

Großartig! Durch Karikatur entlarven!

Chapeau Herr Raab!

"bestellt Leistung für Geld" ?

Da haben um Ihre Wiederwahl bangende Politiker Angst, dass die Bevölkerung zu sehr mit der Wahrheit und Realität vertraut gemacht werden könnten!

Re: "bestellt Leistung für Geld" ?

Wahrheit und realität? Irgendwo fehlt hier die wirkliche Vertrautheit mit Realität! Von Wahrheit gar nicht zu sprechen!

Sicher besser als....

DSDS, Große Chance, Taxi Orange, Dschungelcamp, und wie der Dreck sonst noch heißt....

Bin

gespannt. Schau sicher vobei.

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