Ende für "Financial Times Deutschland" besiegelt?

Der Verlag Gruner + Jahr erwägt offenbar die Einstellung von Wirtschaftstiteln. Der Aufsichtsrat soll sich mit deren Zukunft kommende Woche beschäftigen.

An edition of the Financial Times Deutschland (Germany) is seen at a shop in Frankfurt
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An edition of the Financial Times Deutschland (Germany) is seen at a shop in Frankfurt
REUTERS

Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr will einem Medienbericht zufolge offenbar einen Großteil seiner Wirtschaftsblätter einstellen. Das Magazin "Focus" berichtete am Samstag unter Berufung auf Informationen aus dem engeren Unternehmenskreis, dass sich der G+J-Aufsichtsrat am Mittwoch mit der Zukunft der Wirtschaftstitel "Financial Times Deutschland" ("FTD"), "Impulse" und "Börse Online" beschäftigen wolle. Nach "Focus"-Angaben ist geplant, die drei Titel einzustellen.

Von den G+J-Wirtschaftsblättern solle nur "Capital" weitergeführt werden, berichtete das Münchner Magazin. Damit wären auch die Überlegungen für eine rein digitale "FTD" vom Tisch. Laut "Focus" sollen von den 350 Mitarbeitern der G+J-Poolredaktion Wirtschaftsmedien 330 entlassen werden.

"FTD" bald nur mehr im Internet?

Das "Hamburger Abendblatt" berichtete am Samstag von Überlegungen bei G+J, das Defizit bei der "Financial Times Deutschland" zurückzufahren, ohne das Blatt aufzugeben. Demnach könnte die Seitenzahl des Blattes an den Wochentagen sinken, während die Wochenendausgabe ausgebaut werde. An bestimmten Tagen solle die "FTD" nur noch im Internet erscheinen, ehe sie nach einer Übergangszeit von drei bis fünf Jahren komplett ins Internet verlagert würde.

Die "Financial Times Deutschland" war im Jahr 2000 an den Start gegangen. Sie ist stark defizitär: Berichten zufolge erwartet sie im laufenden Jahr einen Verlust von 15 Millionen Euro. Erst am Dienstag hatte in Deutschland die traditionsreiche "Frankfurter Rundschau" Insolvenz angemeldet, seit vergangenem Monat ist auch die Nachrichtenagentur dapd insolvent.

(APA/AFP)

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