Susanne Schnabl: "Kärnten ist wunderschön"

01.12.2012 | 18:26 |  von Anna-Maria Wallner (Die Presse)

Die 32-jährige Susanne Schnabl ist das neue Gesicht des Politikmagazins »Report«. Sie will der Sendung einen frischeren, anderen Zugang verpassen.

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Eines hat sie sich von den Politikern bereits abgeschaut: Die hohe Kunst der Diplomatie, auch wenn die heute längst nicht mehr zum Standardrepertoire jedes Politikers gehört. Doch Susanne Schnabl kann die ausgelegten Fallen von Journalistenkollegen charmant umgehen. Die Frage nach ihrem Heimatbundesland Kärnten haben ihr zuletzt viele gestellt, zu einer Analyse der Kärntner Politik lässt sie sich dennoch nicht hinreißen. Sie sagt stattdessen trocken: „Ich finde Kärnten landschaftlich wunderschön.“ Deshalb und auch wegen ihrer Familie ist sie regelmäßig auf Besuch in Glanegg im Bezirk Feldkirchen. Eine kleine Spitze erlaubt sie sich dann doch: „Wenn Innenpolitikredakteure zu Gerichtsreportern mutieren, wie zuletzt, dann sagt das alles über die Verfasstheit der derzeitigen Landesregierung aus.“

Susanne Schnabl wird ab Dienstag das ORF-Politmagazin „Report“ moderieren – und auch wenn es reiner Zufall ist, bekommt die Sendung damit zum zweiten Mal eine Kärntnerin als Aushängeschild. Vorgängerin Gabi Waldner, gebürtige Villacherin, zieht sich nach drei Jahren im „Report“ auf eigenen Wunsch aus dem ORF-Fernsehen zurück, weil sie sich beruflich verändern will. Ihre Rückkehr als Vizechefredakteurin in die Radio-Information, wo sie seit 1996 tätig war, gilt als fix.

Schnabl hatte sich in mehreren Castings durchgesetzt, wobei ihr die Interviewerfahrung aus der „Pressestunde“ geholfen haben dürfte. Im ORF begonnen hat sie vor gut zehn Jahren, damals noch neben dem Studium der Germanistik in Graz im Kärntner Landesstudio. Nach Stationen in der Nachrichtenredaktion von Ö3 und in der Innenpolitikredaktion des Hörfunks landet sie 2010 in der „Zeit im Bild“-Redaktion. Gar nicht lange überlegt habe sie, als sie in diesem Herbst gefragt wurde, ob sie den „Report“ moderieren wolle (redaktioneller Leiter bleibt weiterhin Robert Wiesner). „Bei so einem Angebot kann man nur ganz schnell ,Danke‘ sagen und lächeln.“


Die nächste Generation. Dass der „Report“ zuletzt der Kritik ausgesetzt war, er sei zu wenig aktuell, bringe zu wenig Aufdeckergeschichten, hat Schnabl mitbekommen. Die Kritik kann sie nicht ganz nachvollziehen und sie gibt zu bedenken, dass das Team bei zeitintensiven Recherchen für investigative Geschichten an seine Grenzen stößt. „Wir bemühen uns, ab sofort einen frischeren, anderen Zugang zu finden.“ Wie der aussehen soll, sagt sie freilich nicht. Da sie elf Jahre jünger als Vorgängerin Waldner ist, sieht sie sich als „die nächste Generation“. Das werde der Zuseher merken.

Kern der Sendung bleibt das Liveinterview mit einem Politiker. Dafür fühlt sie sich auch deshalb gewappnet, weil sie sich viel mit Machtstrukturen in der Politik beschäftigt und zu diesem Thema promoviert hat. Einen Wunschinterviewpartner hat sie derzeit nicht – und auch keine Idee, wie man Frank Stronach interviewen kann: „Die Strategie muss erst gefunden werden.“ Es solle auch keine Talkshow sein, sie wolle ihren eigenen Stil finden. Die „Eleganz“ einer Anne Will und die „unkonventionelle Art, Fragen zu stellen“ von Maybrit Illner imponieren ihr aber.

Die neue Aufgabe wird Schnabl, die mit ORF-Kollege Thomas Wunderlich verheiratet ist, neben einer anderen Herausforderung angehen: Der gemeinsame Sohn ist 15 Monate alt.

Gibt es etwas, das sie im Rückblick auf ihre Karriere bereut? „Dass ich bis auf ein zweimonatiges Feriencamp in Cambridge nie länger im Ausland war.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2012)

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28 Kommentare
 
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Banale Äußerung

Wenn es schon eine Leistung ist, Augen im Kopf zu haben, dann prost Mahlzeit Rotfunk!

Doka

Kärnten ist schön, am schönsten ohne Kärntner

Re: Doka

wohl ein "Eck" weg?

Re: Doka

egonek: Ihr Leiden ist behandelbar!

Re: Re: Doka

Leider sind solche Fälle nicht behandelbar.

Re: Re: Re: Doka

Wir werden euch Kärntner auch weiter durchfüttern.

KEXIT statt Grexit

Re: Re: Re: Doka

Es ist behandelbar, die Methode wird aber strafrechtlich verfolgt.

Re: Doka

Dass Kärnten seit 1918 ROT war und es höchstwahrscheinlich auch in Zukunft wieder sein wird, haben die politisch korrekten Hobby-Inquisitoren wohl immern noch nicht kapiert.

Ich sag nur - Kärnten ist vielleicht in den letzten Jahren unbeliebt - Wiener aber wird man im Rest Österreichs immer hassen.

Re: Re: Doka

Auch dir werden wir Wiener deine braune Jacke noch weiterhin zahlen

Re: Re: Re: Doka

Mit Verlaub, von einem Wiener braucht man sich im Thema "Schulden" und "bezahlen" keinen Vortrag halten lassen, nicht einmal als Kärntner.

Und nur so nebenbei: Immerhin stellt man in Kärnten keine Denkmäler von Massenmördern auf.

Die Wiener haßt niemand, aber tatsächlich ist Wien ...

als politischer Wasserkopf eine Art "geschlossene Anstalt", die von einem Heurigenwirt "Häupl" geführt wird. Hier tickt nichts so, wie anderswo, was die Wiener mit mit Slogan "WIEN IST ANDERS" ja auch selbst festgestellt haben.

Früher hiess es: "Gott strafe Russland und schenke ihm Wien!" - Welchem Land sollte man es heute schenken, nachdem Russland eine veritable Demokratie geworden ist?

Re: Die Wiener haßt niemand, aber tatsächlich ist Wien ...

ja ja ja früher .... gestern war Samstag halt mir auch besser gefallen !

Re: Re: Doka

Warum sollte man die Wiener hassen, wegen dem Niederösterreicher Häupl?

Den Wiener gibt es nicht, genauso wenig, wie es den Kärntner gibt.

Lasst euch doch nicht aufhetzen!

Re: Re: Re: Doka

Nachtrag: Habe auch nichts gegen Niederösterreicher, denn, den Niederösterreicher, gibt es ja auch nicht!

Re: Re: Doka

Wiener wird man immer hassen ???
Das ist eine top Einstellung , lassen die sich mal beim Doktor anschaun - vielleicht kann man ihnen helfen !

Re: Re: Re: Doka

Ich persönlich hab nix gegen Wiener, es gibt überall nette Leute und Idioten - in der Stadt und am Land.

Ist nur die Erfahrung, die ich bis jetzt im Rest von Österreich gemacht hab.

Wenn sich die SPÖ einen eigenen Rundfunksender halten will .

.... soll sie ihn gefälligst auch selbst bezahlen.
Die Zwangsgebühren gehören abgeschafft.

Investigation ist ja auch ganz schwer ...

... wenn man dabei die SPÖ nicht anpatzen darf ...

Völlig unverständlich

warum der ORF Frau Waldner absetzt oder ziehen läßt.

Sie ist und war die beste Reporterin der letzten (zumindest) 20 Jahren.

Das wird nicht zu toppen sein.

Re: Völlig unverständlich

Prost!

das hat die natur gemacht, keineswegs die kärntner bevölkerung.


Re: das hat die natur gemacht, keineswegs die kärntner bevölkerung.

na sie sind ja ein ganz Kluger ;-)

Re: das hat die natur gemacht, keineswegs die kärntner bevölkerung.

Der Vermutung schließ ich mich an ;)

ohne FPK

richtig es ist ein schönes Bundesland aber ohne FPK noch viel schöner

Nach der nächsten Wahl ...

... wird die SPÖ die stärkste Partei sein.
Und - oh Wunder - obwohl die SPÖ dann beginnen wird, alle verfügbaren Posten mit Parteigängern aufzufüllen, wird jedwede Kritik verstummen.

Aber-

ich bin zu "Scheuch" um in dem kuriosen Land weiter zu urlauben.


 
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Meinung

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