Als beim Kaffee „Licht ins Dunkel“ entstand

21.12.2012 | 18:39 |   (Die Presse)

Die Spendenaktion des ORF feiert heute, Samstag, ihr 40-jähriges Bestehen mit einem „Fest der Menschlichkeit“. Initiator Kurt Bergmann erinnert sich an die „zufälligen“ Anfänge.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien/Tes. „Es war irgendwann in den Novembertagen 1973, ich war gerade ,zufällig‘ Intendant des ORF-Landesstudios Niederösterreich geworden (eigentlich wollte ich nach Salzburg, aber Generalintendant Gerd Bacher ließ mich nicht).“ So beginnt Kurt Bergmann eine Art Weihnachtsgeschichte – er nennt sie eine „wundersame Zufallsgeschichte“. Chefredakteur Ernst Exner erzählte ihm damals von einem im Bau befindlichen Behindertendorf in Sollenau. „Interessant! ,Zufällig‘ hatte ich gerade Zeit, und wir fuhren hin.“

In Sollenau sollten Kinder mit besonderen Bedürfnissen nach der Schule Betreuung, Ausbildung und Arbeitsplätze finden. Bergmann und sein Begleiter waren beeindruckt, wurden nach der Führung von Tina Kucera, dem „guten Geist“ des Hauses, zum Kaffee überredet. „So nebenbei“ fragte Bergmann den Gründer des Dorfes, Karl Ryker: „Wenn jetzt eine gute Fee in diesen Raum käme und Ihnen drei Wünsche erfüllen möchte, was würden Sie wählen?“ Die Antwort war trocken: „Geld, Geld und nochmals Geld.“

Am 24. Dezember des Jahres bat Bergmann in seiner Radio-Live-Sendung erstmals um Spenden. In Kürze war das Telefon überlastet, sein ältester Sohn wurde ans zweite gesetzt, um die Daten der Spender zu notieren – „Licht ins Dunkel“ war geboren. Auch wenn es erst bei seiner Übersiedelung ins Fernsehen so genannt werden sollte.

Heute, sagt Bergmann, gehört die Aktion „zu Weihnachten wie die Kugeln zum Christbaum“. Allein 2011 wurden 11,2 Millionen Euro gesammelt, 428 Behinderten- und Sozialhilfeprojekte unterstützt. Gefeiert wird das Jubiläum heute, Samstag, um 20.15 Uhr auf ORF2 mit einem „Fest der Menschlichkeit“; David Garrett oder Simone treten auf, Gäste wie Paralympics-Teilnehmer Thomas Geierspichler oder Samuel Koch sind eingeladen. Am Montag sitzen dann wie üblich zehn Stunden lang Prominente am Telefon. Bergmanns Resümee? „Aus einer kleinen Tasse Kaffee kann etwas Großartiges entstehen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

Eine tolle Aktion

Leider erfährt der Spender fast nie (außer in Einzelfällen) was mit seinem Geld passiert.



Belvedere News

Sind Sie an aktuellen News aus dem Belvedere interessiert? Melden Sie sich jetzt unverbindlich für den Newsletter an.





Aktuelle Ausstellung:
Im Lichte Monets ab 24. Oktober 2014

» Nähere Infos zur Ausstellung

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden