Zwei neue Spartenkanäle für den ORF?

01.02.2013 | 10:06 |   (DiePresse.com)

Der Generaldirektor denkt laut über Kinder- und Regionalkanäle nach. Im Stiftungsrat stellte er den "Plan B" samt Sparmaßnahmen für den ORF vor.

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Am Donnerstag hat ORF-General Alexander Wrabetz das oberste Aufsichtsgremium des ORF im Rahmen einer Strategieklausur des Stiftungsrats über die Programm- und Produktstrategie des Öffentlich-Rechtlichen bis 2020 informiert. Wrabetz hält "eine Erweiterung des ORF-Portfolios" für denkbar: Konkret will er den Ausbau von Spartenkanälen im Bereich Kinder- und Regionalprogramm prüfen, um vermehrt junges Publikum anzusprechen. Weiterhin nicht klar ist, ob der ORF für derlei Aktivitäten auch das Geld haben wird - der ORF fordert die Verlängerung der Refundierung von Gebührenbefreiungen. 

"Plan B": Einsparungen in Verwaltung und Film

Wird die Gebührenrefundierung 2014 nicht fortgesetzt, muss der ORF im nächsten Jahr 75 Millionen Euro einsparen. Am Donnerstag hat die Geschäftsführung dem ORF-Stiftungsrat in einem sogenannten "Plan B" in groben Zügen dargelegt, wie die zusätzlichen Sparmaßnahmen aussehen könnten. Detaillierte Konzepte der einzelnen Bereiche sollen bis Ende Februar ausgearbeitet und dem Stiftungsrat in der nächsten Sitzung im März vorgelegt werden.

Zusätzlich zum ohnehin notwendigen Sparpaket, das etwa eine Personalreduktion bis Ende 2016 um 250 Mitarbeiter vorsieht, müssten im nächsten Jahr noch zehn Millionen in der Verwaltung eingespart werden, vor allem in der Generaldirektion, der Kaufmännischen Direktion und der Technik, und die Ausgaben für Filmproduktionen müssten ebenfalls um zehn Millionen Euro gesenkt werden, sagten Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl nach der Sitzung.

Der vorgesehene Personalabbau müsste außerdem schneller über die Bühne gehen, als bisher geplant und Reduktionen gäbe es freilich auch bei den Landesstudios, den Spartenkanälen und jenen Bereichen, die nicht zum Kernauftrag des ORF gehören.

Sechs Stategien für den ORF

Grasl nannte im Rahmen der Sitzung sechs Strategien, um die Finanzierung des ORF nachhaltig stabil zu halten. Dazu gehöre, das Gebührenmodell abzusichern und zu legitimieren. Zweitens müssen die Werbeerlöse stabil gehalten werden. Drittens sollen Aktivitäten bei neuen Erlösformen weiter ausgebaut werden. Kostenseitig müsse sich der ORF auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die Effizienz im Programm steigern. Weiters will Grasl eine Flexibilisierung bei den Fixkosten. Sechstens müsse man sich die Frage nach der Allokation der Mittel stellen: "Wo investieren wir, wie verteilen wir effizienter?", so Grasl.

Info, Community, Regionales

Fernsehdirektorin Kathrin Zechner referierte über die Schwerpunkte beim ORF-Fernsehen. Sie will unter anderem den Informations-, Doku und Fictionanteil erhöhen, außerdem brauche der ORF die Rechte für die großen Live-Sportevents und müsse auch selbst Live-Highlights schaffen.

Der Radiobereich steht laut Hörfunkdirektor Karl Amon vor der Herausforderung, "Strategien zur Verjüngung und zum Community-Building weiterzuverfolgen und weiterzuentwickeln". Mit der Radionutzung über Mobiltelefon und Internet könne der ORF seine "Programme noch zielgruppengerechter aufbereiten und über ein und denselben Radiosender gleichzeitig verschiedene Musik-Geschmäcker bedienen".

Die ORF-Landesstudios setzen laut ORF-Burgenland-Direktor Karlheinz Papst auch in Zukunft auf Regionalität. Der Live-Anteil in den täglichen Sendungen soll noch stärker ausgebaut und der regionale Content in allen Programmen des ORF müsse - unter Berücksichtigung der redaktionellen Möglichkeiten - stetig erhöht werden.

Ausbau der TVthek

Im Onlinebereich plant der ORF einen inhaltlichen und technischen Ausbau der ORF-TVthek, die noch im ersten Halbjahr auch auf Windows 8 und in den Kabelnetzen LIWEST, Salzburg AG und kabelplus zu empfangen sein wird, skizzierte ORF-Onlinechef Thomas Prantner.

Weiters stellte er die App-Strategie und das mögliche HbbTV-Angebot des ORF vor, das im zweiten Quartal 2013 starten soll. Geplant ist via HbbTV nicht nur die TVthek und den ORF TELETEXT, sondern auch ein News,- Sport-und Wetterportal anzubieten.

Reaktionen auf den "Plan B"

Josef Kirchberger, Leiter des SPÖ-"Freundeskreises", nannte den "Plan B "eine wirkliche Katastrophe". "Das, wofür der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht, wäre dann nur noch in sehr eingeschränktem Ausmaß möglich", so Kirchberger. Der Stiftungsrat sei "immer einhellig für die Fortsetzung der Refundierung eingetreten" und es sei wichtig, dass der ORF dieses Geld von der Politik "nicht gnadenhalber" erhalte, sondern dass der ORF behandelt werde, wie andere Unternehmen - etwa die Telekom und die ÖBB - auch.

Neuer Geschäftsführer für die GIS

Vom Stiftungsrat abgesegnet wurde am Donnerstag außerdem die DVB-T2 Vermarktung durch die ORF-Sendetechniktochter ORS. Der neue terrestrische Digital-TV-Standard soll voraussichtlich im April starten und bietet gegenüber dem herkömmlichen DVB-T deutlich mehr Programme , darunter auch HD-Sender. Der Konsument dürfte für das neue Angebot, das die ORS direkt vermarktet, "weniger als zehn Euro" zahlen, hieß es. Die kostenfrei empfangbare DVB-T Plattform wird aber fortgeführt.

Bestellt wurde mit Harald Kräuter außerdem ein neuer Geschäftsführer für die Gebühren Info Service GmbH (GIS). Er wird Nachfolger von dem mit Jänner pensionierten Jürgen Menedetter und soll die GIS gemeinsam mit Johann Simon leiten.

Beschlossen wurde auch die Neuordnung der Bereiche Grafik (bisher im ORF) und Promotion (bisher in der ORF-Enterprise), die beide in die Marketing-Tochter MSG überführt werden. Zu deren dritten Geschäftsführer wurde ORF-Art-Director Michael Hajek bestellt, neben Martin Biedermann und Werner Dujmovits.

Freie Mitarbeiter? Verhandlungen am 21. Februar

Beim Thema Freie Mitarbeiter verwies der Generaldirektor auf die nächste Verhandlungsrunde, die am 21. Februar stattfindet. Er wolle diese Angelegenheit "rasch klären", sich aber kein Zeitlimit auferlegen. Die Causa Elmar Oberhauser, und die Pensionsnachzahlung für den ehemaligen ORF-Informationsdirektor in der Höhe von knapp 670.000 Euro, wurde auf Grund der fortgeschrittenen Zeit vertagt.

Kritik von Privatsendern

Kritik an Wrabetz's Plänen kommt vom Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). "Diese Gedankenspiele sind völlig abwegig und absurd", kommentierte VÖP-Vorstandsvorsitzender Klaus Schweighofer am Freitag. Eine quantitative Ausweitung des Angebots sei "angesichts der ständigen Jammerei des ORF über seine angeblich zu knappen Budgets" für den VÖP nicht nachvollziehbar. Schweighofer sieht den öffentlich-rechtlichen Sender vielmehr gefordert, "das bestehende Angebot qualitativ" nachzubessern.

(APA)

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24 Kommentare

träumt weiter

drohen können wir Verbraucher auch

ORF privatisieren!

der ewig gestrige Rotfunk würde nur unsere Kinder mit roter Ideologie verderben.

Schützt Kinder und Jugend vor dem ORF !

Soll die Linksindoktrinierung die vom ORF ausgeübt wird nun auch auf Kinder und Jugend ausgedehnt werden?

Vielleicht wäre es gut

wenn die Stiftungsräte und alle Verantwortlichen zum Bayerischen Rundfunk nach München fahren und sich dort ansehen, wie man gute Programme macht und das ohne große Schulden. Der BR hat sich von der ARD weitgehend abgenabelt, blieb aber im Verbund der ARD und das war gut so. Er hat nur zwei große Studios in München und Nürnberg und kleine Studios, die nur für den aktuellen Dienst arbeiten, in einigen Städten wie Augsburg, Regensburg, Würzburg und anderen. Und er hat den sehr erfolgreichen Bayern-alpha-Kanal. Ein Kulturkanal, der immer mehr Zuschauer gewinnt und anspruchsvolles Programm bestens präsentiert. Auch wurde der BR erfolgreich entpolitisiert, was bei dem Übergewicht der CSU nicht einfach war. Aber er hat es geschafft. Und der ORF? Ein Sender, der politisch missbraucht wird und mit dem Geld nicht umgehen kann. So sieht's aus.

Ich wünsche mir den ORF reduziert auf 1 Tv bzw. Radiokanal.

Den Rest bitte privatisieren und dafür die Gebühren senken.
Ich fürchte das wird ein Wunsch bleiben.

Na klar.

Die Jugend muß mehr indoktriniert werden. Als Logo bekommt der Sender einen roten Falken.

die

wichtigte Sparte wird nur laut geflüstert - GebührenErhöhung (nach den Wahlen - wetten?)

die sollen...

... einsparen - und das nicht zu knapp! es wird niemand merken, weil diese programme eh nur mehr von hypnotisierten zombies konsumiert werden.
klar ist, dass man zwecks roter indoktrinierung einen eigenen kinder- und jugendkanal haben will.
überall das gleiche: linke verzweiflungsaktionen!

ORF schaut doch eh nur mehr, wer keine Schüssel oder kein Kabel hat

Der ORF gehört abgeschafft, weil er seinem "Bildungsauftrag" nicht nachkommt. Es wird seichte Unterhaltung mit viel Werbung aufgepeppt. Volksvertrottelungssender mit sehr tendenziösen Berichten.
Aber es gibt ja arte z.B.

Re: ORF schaut doch eh nur mehr, wer keine Schüssel oder kein Kabel hat

Aber geh:

ORFIII - Kultur und Information.

;-)

Bitte keine neuen ORF Sender!

Um was werden die uns diese verkaufen? Um dann die Haushaltsgebühr einzutreiben wo auch jene zahlen müssen die kein TV und kein Radiogerät haben?
Zudem wir wahrscheinlich mit noch mehr Werbung belästigt werden und noch mehr Pleitesendungen der ORF eigenen Produktion beglückt werden oder kommen neue US Soaps hinzu? Statt diesen Amischrott anzuschaffen sollte man sich lieber in den Benelux Staaten, Skandinavien um Serien umschauen, nordische Krimis kommen immer Spitzenmäßig an, auch unter den Büchern.

13

Weg mit den Gebühren , die größte Frechheit überhaupt ..


Der ORF gehört komplett zerschlagen.

Wenn die Parteien TV/Radiosender in ihrer Kontrolle wollen - sie können doch Privatsender aufmachen.

SPÖ wir sind für alle da.................

ÖVP der Mauschelkanal............

GRÜN wir tun immer so als ob wir nie an die Macht wollen - wir wollen nur GRÜN sein

Taxi Werner statt Taxi Orange!

Ein ganzer Spartenkanal nur für Taxi Werner mit einer 24/7 Überwachung von Taxifahrer Werner F. durch den Bürger!

Voschlag für weitere Spartenkanäle:

- (rot) ÖBB-Pensionistenkanal (Sport ab 45, Sextips für unter 50jährige, Förder- und Sozialleistungsberatung, Burn-Out-Vorbeugung)
- (schwarz) Lehrer-Kanal (Urlaubstips, wie gestalte ich meine Freizeit während andere arbeiten, Stressabbau durch Jammern, Kreatives Arbeitszeitzählen, Gemeinsame Verhinderungsworkshops, ...)
- (rot) Gerechtigkeitskanal (Spekulantenbashing, mit tägliche Ansprache von Fischer-Faymann- Schulmeister-Aiginger-Blecha, Gemeindewohnungsverlosungen, Mindestsicherungsverlosungen, wie erfinde ich eine Volksabstimmung)

...

Die spinnen, die Wiener ...

- ÖSTERREICH im Pressefreiheitsranking von Platz 5 auf 12 abgerutscht: Mitursache: "Versuche seitens der Politik, durch gezielte Postenbesetzung im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF ihren Einfluss geltend zu machen" ... logisch daß ma da mehr Kanäle brauchen

- Ein Sportkanal in dem man die Schirennen und Autorennen von vor 5 und vor 10 Jahren wiederholt, statt Sendeplatz herzugeben für Randsportarten, Jugendsport, etc., statt "Freien" die Möglichkeit zu geben eine Stunde Regionalsport zu berichten

- einen Kultursender, den man in dieser Form ebenfalls nur benötigt um Frequenzen "gegen" andere zu blockieren

Wie wäre es wenn man Produktionen/Inhalte fördern würde?
d.h. Informationssendung bekommt x, wenn Ausgewogenheit, etc.
Produktion mit österreichischen Inhalten bekommt + x%
Reine Unterhaltung, US-Serien, etc. wird nicht gefördert, weil es das gar nicht braucht.

Das Konzept ist ja nicht neu - und ich wüßte nicht, warum ein Privater Sender nicht genauso gute Sendungen produzieren kann wie ein ORF

Noch mehr Sparten für diese S......?

Sportsender,Kultursender,jetzt noch mehr Sparten? Diese Zwangsbeglücker sind einfach wie vom anderen Stern!Die Sparten sind nur ein Müllsammelplatz von alten belanglosen Sportberichten und Kultur wird nur zur Selbstbeweihreucherung eigener hochbezahlter sogenannter Kulturadabeis (z.B.die ehem.Fr.Gironcoli auch unter Babsi Rett bekannt)benützt. Wieder Machenschaften des Wrabetz-Senders am Konsumenten vorbei!

Re: Noch mehr Sparten für diese S......?

hauptsache aufregen, gell?

sind noch einige Freunderl zu versorgen ? Die Freien sollen sich brausen.


Etwas muss man der SPÖ lassen; sie tut was. Allerdings wie fast immer auf unsere Kosten.


Nach der Wahlschlappe von Krone und SPÖ bei der Wehrpflicht ist Revanche angesagt. Die Krone schießt auf alle Politiker, die nicht nach ihrer Pfeife getanzt haben. Und aktiv für die Beibehaltung der Wehrpflicht wahlgekämpft haben. Diese Personen sind jetzt dem untergriffigen Kampagnenjournalismus der Krone ausgesetzt. Politiker die kein Rückrat wie einen Gartenschlauch haben (Pfote geben Werner! Und hopp!), mag die Krone nicht.

Und die SPÖ füttert die Krone ja so und so laufend mit Steuergeldern. In Inseraten versteckt. Aber das reicht der SPÖ nicht. Jetzt muss auch der rotrote ORF mit noch mehr Geld aufmunitioniert werden. Auf dass die Genossen am Berg weiter nicht darben müssen. Kampagnenjournalismus ist schließlich nicht billig.

So muss man den Leiter des SPÖ Freundeskreises wohl verstehen, wenn er wieder mehr Geld will.

Die SPÖ schaut halt drauf, dass sie genügend Gebühren und Steuern von der Bevölkerung abpressen kann. Sei es zum verspekulieren oder sei es um damit Kampagnen gegen alle anderen Parteien fahren zu können.

Re: Etwas muss man der SPÖ lassen; sie tut was. Allerdings wie fast immer auf unsere Kosten.

Es heißt 'Rückgrat'!
Fische haben Gräten und keine Räte, oder, in anlehnung an die schreibweise vor einigen Tagen, Räder.

kein problem

erhöhen wir einfach die gebühren auf EUR 100,--. wir bürger habens ja und wissen eh nix besseres als ORF zu schauen. Privatisierts den Sender einfach dann is endlich ah ruh

13

Der ORF ist mitsamt seiner ganzen Pläne

Radio sowie TV nur für ganz seichte Geister anwendbar.
Wer ein Minimum an grauen Zellen hat betreibt mit Glücksgefühl aktives Energiesparen und lässt den Links/Rot Sender ausgeschaltet.
Miese Propaganda gabs auch schon in den 1940 igern.

ja

super idee, den sonst haben d ganzen glühbirnenhallter beim orf kein job, d gis sklavenzwangsabgabe gehört ja ausgegeben.

Meinung

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