ORF: Wrabetz will "Familiensilber" verkaufen

03.05.2013 | 18:16 |   (Die Presse)

ORF-General Alexander Wrabetz klagt über das Rekordtief bei den Quoten und gibt eine Garantie für das Radio-Symphonieorchester ab.

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ORF-General Alexander Wrabetz plagen einige Sorgen: Die Regierung hat vorerst nicht vor, dem ORF die durch Gebührenbefreiungen entgangenen Einnahmen weiter zu refundieren. Wrabetz hat deshalb für kommende Woche eine Arbeitsgruppe einberufen, die über den PlanB beraten soll – im schlechtesten Fall fehlen 2014 etwa 75 Millionen Euro. Wie will Wrabetz so hohe Einsparungen bewältigen? In einem APA-Interview denkt er laut darüber nach, das „brachliegende Familiensilber“ zu verkaufen – unter anderem die Rosenhügelstudios. Mit derlei Maßnahmen könne man „20 bis 30 Prozent“ der Einsparungen erzielen, glaubt er. Auch die Filmwirtschaft muss sich gefasst machen: Sie erhielt dank Gebührenrefundierung zuletzt hundert statt siebzig Millionen Euro – das werde 2014 nicht möglich sein, sagt Wrabetz. Auch der trimediale Newsroom des ORF könne vorerst nicht realisiert werden.

Wrabetz sagt auch, wo er nicht gewillt ist zu sparen: bei „Bundesland heute“, dem Spartensender ORFIII, auch nicht beim Radio-Symphonieorchester. „Das RSO gehört zu meinem stark kulturell geprägten Begriff von öffentlich-rechtlichem Rundfunk“ – so wie der Radiosender FM4, den er als „Bestandteil des gesetzlichen Auftrags“ bezeichnet: Die Behauptung, der Sender werde eingestellt, sei bloß ein Gerücht.

 

ORF eins: Nur 9,9Prozent Marktanteil

Die diskutierte Verkleinerung des ORF-Stiftungsrats hat für Wrabetz „keine Dringlichkeit“. Dafür drängt er auf die Aufhebung des Social-Media-Verbots – und hofft, dass das „der Verfassungsgerichtshof ohne Gesetzgeber klären“ kann. Handlungsbedarf ortet er bei der aktuellen Quotenentwicklung: Im April brach der Marktanteil des ORF-TV auf 31,3Prozent ein, ORF eins kam nur auf desaströse 9,9Prozent. Wrabetz erklärt das durch fehlenden Sport (die Champions-League beschert Puls4 Erfolge) und sieht wenig finanziellen Spielraum für neue Programme „wegen der budgetären Engpässe“. Doch die Übertragungsrechte für die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM 2014 wird sich der ORF wohl leisten müssen, sonst droht der nächste Quotenflop. apa/i.w.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2013)

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7 Kommentare

ORF I I I sollte am 2.5.2013 live aus dem neuen Marinsky Theater übertragen

ohne ankündigung gab es eine tiersendung!
wo ist die sonst ständig quatschende frau rett mit ihren erklärungen dazu.


zechner und wrabetz go away

seit die Zeichner auch noch herum- renoviert ist jetzt endgültig der Keller erreicht. so schlecht und peinlich war der ORF noch nie.

Weg mit ORF und GIS

Zwangsgebühren für einen Parteisender wie in totalitären Systemen!!!!!!!!!
Privatisieren, verkaufen oder zusperren!!

Mein Vorschlag: einfach liquidieren

Die gekauften Filme und Serien gibt es ohnehin im deutschen Unterschicht-Fernsehen. Und die sogenannten Nachrichten werden der Einfachheit halber von der SPÖ und den Grünen auf Youtube geladen.

Wer bitte tut sich den ORF noch an? Die Omis vielleicht die ZIB um halb acht bevor die ins Bett gehen, ansonsten IST der ORF so was für DEKADENT und vor allem eines: KostenINeffizient und wie immer ein Paradis für hochdotierte "Freunderln" die den ganzen Tag nix tun außer ab und zu eine Meinung zu äußern! Arbeiten? Na... das sollen doch die anderen! DAS ist das Problem mit geschützten Bereichen!!! Die GIS gehört ABgeschafft, und diese Leute gehören alles rausgeschmissen. Wieder von vorne anfangen!!! Ob ich dadurch mehr Werbung sehen werde, who cares, es gibt sowieso Werbung (Billa heuteeeee! bla bla bla) also ganz OHNE geht's offensichtlich nicht! Ich kann es aber auch ABdrehen wenn ich will...


Bundesland heute bleibt!

wer in SVP will schon auf das Landeshauptmannfernsehen verzichten?

Die Quotentalsohle wird noch nicht erreicht sein

bei dem vertrottelten Programm, das der ORF den mit Zwangsgebühren verhafteten Zusehern zumutet. Es wird Zeit, das das sogenannte "Management" endlich seinen Hut nimmt und in die Löwelstraße übersiedelt

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