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"Die Wahlfahrt": ORF chauffiert die Spitzenkandidaten

Hanno Settele "führt" durch die Sendung. / Bild: (c) ORF (Thomas Ramstorfer) 

Im neuen TV-Format kutschiert Hanno Settele die Politiker in einer russischen Botschaftskarosse zu ihren Auftritten. Zu sehen ab 11. September auf ORF eins.

 (DiePresse.com)

Der ORF fährt für den Nationalratswahlkampf schwere Geschoße auf: In einer alten Botschaftskarosse kutschiert der Sender demnächst die Spitzenpolitiker des Landes zu ihren Wahlkampfauftritten. Der alte Mercedes S280 - Baujahr 1978 erinnert mehr an Kreisky-Zeiten, denn an den aktuellen Wahlkampf. Ausnahme ist das Kennzeichen, das auf W-Wahl13 lautet. Ab Ende August fährt Hanno Settele die Parteichefs in dem mit Kameras und einer Klimaanlage aufgerüsteten ehemaligen Gefährt der russischen Botschaft durch die Gegend, um sie ungezwungen und abseits großer Auftritte und harter Fernsehduelle zu zeigen.

Alle sechs Spitzenkandidaten vertrauen auf Setteles Fahrkünste und haben ihre Teilnahme zugesagt. Ihre "Wahlfahrt", wie der ORF das Format getauft hat, ist ab 11. September jeweils Mittwochs ab 22.35 Uhr als Doppelfolge auf ORF eins zu sehen. Wie genau die Sendung ablaufen wird, ist noch offen.

"Nicht belanglos"

"Wir sind selbst gespannt, wie sich das Ganze entwickelt und wissen noch nicht, was uns erwartet", so Settele am Dienstag bei einem Journalistengespräch. Das Format ist bewusst als Kontrastprogramm zur umfangreichen Vorwahl-Berichterstattung in ORF 2 angelegt. Settele bereitet zwar gewisse Themenbereiche vor, allerdings sollen keine Sachthemen durchgeboxt werden und Settele will seine Fahrgäste auch nicht in die verbale Zange nehmen. "Es muss niemand aussteigen, weil er eine Frage nicht beantworten will." Inhalt und Tonalität sollen ungezwungen, aber "nicht belanglos" sein.

Plan ist es, dass Settele gemeinsam mit dem jeweiligen Spitzenkandidaten auf den vorderen Sitzen Platz nimmt, um ihn an einem ganz normalen Wahlkampftag von Auftritt zu Auftritt zu chauffieren. Die Rückbankgestaltung steht den Politikern frei: Was der jeweilige Kandidat damit macht, "ob er eine Schminktasche, einen Hund oder drei Pressesprecher" dort platziert, bleibt ihm überlassen, sagt aber auch etwas über ihn aus, ergänzt ORF eins-Info-Chefin Lisa Totzauer. Ansonsten bietet das Auto den spärlichen Komfort eines 70er-Jahre-Gefährts ohne elektrische Fensterheber, Automatik oder Navigationsgerät. Lediglich ein Wackeldackel ziert die Hutablage des schwarzen Mercedes.

Die Sendetermine der einzelnen "Wahlfahrten" (um 22.35 Uhr, ORF eins):

11. September: Josef Bucher (BZÖ) und Frank Stronach (TS)

18. September: Eva Glawischnig (Grüne) und Heinz-Christian Strache (FPÖ)

25. September: Michael Spindelegger (ÖVP) und Werner Faymann (SPÖ)

(APA)

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6 Kommentare

Wär schön gewesen, den ausgefressenen ...

... ehemaligen Informationsdirektor die Interviews führen zu lassen. Wäre platztechnisch sicher ein Highlight gewesen:))

cooles Format

bin schon gespannt, wer sich gut macht und wem es schadet.

ich frage nur:

1. kat nachgerüstet? - wegen glawischnig
2. das russischsprachige schild "während der fahrt nicht mit dem fahrer sprechen" kann genau nur werni lesen, oder?
falls er nach seinen inseraten befragt wird.

10 0

Re: ich frage nur:

... der Inseratenkanzler wird mit seiner Taxilenker-Ausbildung auch gleich das Steuer übernehmen. Ist doch so was von dynamisch.

wenigstens ist der ORF...

mal innovativ.

Re: wenigstens ist der ORF...

ORF und innovativ - wie kommen Sie darauf?
Das Format "Quiz Taxi" (auch mit Prominenten) lief vor Jahren schon bei dt. Privatsendern.

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