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Niederlande: Organspende-Show war ein Bluff

02.06.2007 | 12:44 |   (DiePresse.com)

Die "todkranke Organspenderin" war eine Schauspielerin, die Kandidaten für die Spenderniere warten aber tatsächlich auf ein Organ. Der Sender: Man habe auf die Probleme von Organempfängern hinweisen wollen.

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Der niederländische Fernsehbluff um eine Organspende-Show ist auf Überraschung und viel Verständnis gestoßen. Der Gesundheitsminister des Landes, Ab Klink, kritisierte zwar die Art und Weise, wie der Sender BNN am Freitagabend die Aufmerksamkeit auf den Mangel von Spenderorganen gelenkt habe. Gleichzeitig begrüßte der konservative Politiker am Samstag, dass das Thema Organspende nun diskutiert werde.

Die von dem öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal BNN ausgestrahlte Show entpuppte sich kurz vor Schluss als Inszenierung mit einer Schauspielerin als angeblich todkranker Nierenspenderin. Den Angaben zufolge sahen mehr als 1,2 Millionen Menschen die "Spender-Show" am Freitagabend. Es war die zweitbeste Einschaltquote aller Zeiten in den Niederlanden.

Die drei Kandidaten und Bewerber um das Organ sind tatsächlich nierenkrank und wussten, dass es nur ein Spiel war, sagte der Moderator Patrick Lodier. Mit der im Vorfeld heiß diskutierten Show sollte auf die Problematik fehlender Spenderorgane aufmerksam gemacht werden. In den Niederlanden warten 1400 Patienten auf eine Spenderniere. Während der Show hätten etwa 12.000 Menschen eine SMS an eine Sondernummer geschickt, um sich als Spender anzumelden, hieß es.

Der Minister für Erziehung, Kultur und Wissenschaft, Ronald Plasterk, lobte die Sendung. Laut Medienberichten nannte er sie "sehr intelligent". Es sei "fantastische Arbeit", das Thema Organspende auf die Tagesordnung zu setzen. Der Verband der niederländischen Nierenpatienten erklärte: "Wir sind alle auf den Arm genommen worden. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass das Problem nun ein Gesicht hat." Finanzminister Wouter Bos sagte, er überlege, niederländischen Bürgern Pässe kostenlos oder günstiger ausstellen zu lassen, wenn sich jemand als Organspender registrieren lasse.

Der Pressesprecher der konservativen Regierungspartei CDA, Joop Atsma, kritisierte die Sendung hingegen als geschmacklosen Werbegag. "Ich glaube nicht, dass die Show zur Lösung des Problems beiträgt", sagte der Politiker. Dennoch hoffe er, dass die Sendung ihr Ziel erreiche, die Zahl der Organspender zu erhöhen. Auch im Internet debattierten Nutzer: Ein Leser der Zeitung "Algemeen Dagblad" sprach von einem tollen Scherz des Senders BNN. Produzent der Show ist die Firma Endemol, die auch die Containersendung "Big Brother" entwickelt hat.

Die drei tatsächlich kranken Kandidaten spielten bis zum Schluss überzeugend mit und gaben sich bei der "Enttarnung" sehr erleichtert. Ihre in kurzen Filmen dargestellte Geschichten, in denen sie ihre Einschränkungen im Leben beschrieben, ihre Wünsche und Hoffnungen, seien echt gewesen, sagten sie zum Schluss. Auch engste Angehörige und Freunde kamen zu Wort. (Ag.)

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4 Kommentare
Ophicus
03.06.2007 10:38
0 0

Irgendwie seltsam

Wenn mit dem Leid von Menschen Einschaltquoten und SMS-Votings erreicht werden (wie teuer die waren kommt hier ja leider nicht vor) dann schimpfen die Politiker wie ekelhaft das nicht ist.
Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass nur 3/4 des zur Schau gestellten Leides echt war, ändert das zwar nichts daran, dass Einschaltquote und SMS-Fluss erreich wurden und zwar durch die (falsche) Ankündigung, aber auf einmal wird es zur tollen Idee weil es ja "nur" ein Scherz war und provozieren sollte...
Ich kann da keinen großen Unterschied erkennen, aber ich bin ja auch kein Politiker.

Gast: Tux
02.06.2007 20:44
0 0

Mit etwas Glück...

..ist auch die ORF "Reform" hierzulande nur ein großer Bluff - was wäre Hr. W. dann für ein Schelm!

Gast: österreicher
02.06.2007 14:18
0 0

ekelhaft...

bleibt ekelhaft!
österreicher

Ernst
02.06.2007 08:05
0 0

Scherz gelungen

... und mit SMS-Voting mächtig abgezockt.