
12.12., 12:12 Uhr: Seit heute mittags sendet "Austria 9". Es handelt sich um ein Produkt des deutschen Medienkonzerns Burda und des ehemaligen RTL-II-Geschäftsführers und ORF-Programmplaners Josef Andorfer.
Der Start - fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil man nicht einmal im Internet genaue Informationen zum Sender findet - war nicht besonders aufregend. Gestartet wurde mit einer Call-In-Sendung. Ab 17:57 Uhr folgen das Österreich-Wetter und einige Folgen von J.A.G.
Äußerst interessant auch die Gestaltung der Homepage des Senders: Umranded von der österreichischen Flagge und sogar mit dem Bundesadler als Hintergrund wird hier verkündet: "Wer sich nach anspruchsvollem Entertainment mit Kultfaktor sehnt ist bei Austria 9 genau richtig."
Inhaltlich wird der Sender vor allem zur Hauptabendzeit ältere Serien und Spielfilme ausstrahlen.
Diese sogenannte „vertikale Programmstruktur“ basiere auf einer Idee des früheren RTL-Chefs und ORF-Programmplaners Josef Andorfer, erzählte Geschäftsführer Conrad Heberling im Gespräch mit der „Presse“ Anfang Dezember. Montags ist das etwa die Superman-Serie „Lois & Clark“, donnerstags „AkteX“, freitags „MacGyver“ bzw. „Dornenvögel“.
Call-in-Shows als Finanzierungsmittel
Der Sendertitel stehe für die neun österreichischen Bundesländer. Finanzieren soll sich "Austria 9" nicht nur über klassische Werbung, sondern auch über so genannte Call-in-Shows, die tagsüber auf dem Programm stehen.
Ab sofort kann der Sender in den Wiener Kabel-Haushalten empfangen werden, aber auch in den digitalen Haushalten, die mit einer ORF-Smartcard ausgestattet sind (etwa zwei Millionen). Die Mitarbeiteranzahl von Austria9 bewege sich im „unteren zweistelligen Bereich“, so Heberling. Das Team ist auch für den Teletext des Senders verantwortlich, der eigene Nachrichtensendungen ersetzen soll. Der Privatsender gehört zum Großteil (51%) der deutschen Burda-Verlagsgruppe, auch Andorfer (25%), Heberling (10%), Medienpool (9%) und der High View Holding (5%).
Seinen Amtssitz hat "Austria 9 TV" in den Rosenhügelstudios in Wien.
(APA)

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