Eine „ung'stelzte Diskussion“: Das wünscht sich Peter Resetarits, der ab 5.Dezember (21.05Uhr, ORF2) das ORF-Bürgerforum „Jetzt rede ich“ moderiert. Dass der ORF sparen muss – 2008 fehlen 36,5Millionen Euro – schlägt sich auch hier nieder: Was als „große Live-Bürgerdiskussionssendung“ geplant war, geht nun als aufgezeichnetes Streitgespräch zu lokalen und regionalen Anliegen auf Sendung.
Zwei Parteien (keine politischen) präsentieren bei Resetarits ihre Pro- und Kontra-Argumente. Zu Wort kommen dabei „zu 70 bis 80Prozent die, die dazu sonst nicht Gelegenheit haben“, verspricht Resetarits. Politiker – über die Bezirkshauptmann-Ebene hinaus – treten nur im Ausnahmefall auf. Zwei Runden zu je 20Minuten sind pro 50-minütiger Sendung geplant.
Für Magazinchef Johannes Fischer ist das Motto „Bürger gegen Obrigkeit, David gegen Goliath“. Fischer setzt das Format – das vor Ort (auch im Freien), später auch live stattfinden soll – in eine Tradition mit Helmut Zilks „Stadtgesprächen“ und Walter Schiejoks „Argumenten“. US-Vorbild für all diese Formate seien die US-amerikanischen „Townhall-Meetings“, so Fischer. Derzeit ist das Format zehn Mal im Jahr geplant – „wenn aber ein bundesweites Thema auftaucht, auf das aktuell zu reagieren ist“, so Fischer, hätte er von Generaldirektor Alexander Wrabetz Garantie für eine Sondersendung. Heuer hätte etwa der Fall Arigona Zogaj Anlass dazu gegeben. Resetarits jedenfalls glaubt, dass mit dem „Bürgerforum“ der „Spagat zwischen Quote und Qualität zu schaffen ist“.
Stöckl und Russwurm bleiben
Zwei weitere Änderungen gibt es vorläufig im Programm: Barbara Stöckl wird samstags (16.00Uhr, ORF2) mit einem Magazin on air gehen. „Vera exklusiv“ ist sonntags um 17.05 Uhr auf ORF2 zu sehen. Vier Mal jährlich darf Russwurm in den Hauptabend; auch Stöckl wird an dieser Stelle Schwerpunktsendungen moderieren. trick
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2007)

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