WIEN(hes). Mit dem Wintersemester 2008 startet der neue Master-Lehrgang „New Media Journalism“, ein Studium für Praktiker aus drei Ländern von vier Institutionen gemeinsam angeboten. Und wenn man dem Leipziger Universitätsprofessor Michael Haller zuhört, dann lässt sich das neue Projekt vermutlich am besten mit dem Begriff exklusiv zusammenfassen. Das österreichische Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) sucht ab sofort in Kooperation mit der Universität Leipzig, der Akademie für Publizistik in Hamburg und der Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern Bewerber, die sich europäisch vernetzt weiterbilden wollen.
Das Handwerk des Journalismus wird dort nicht mehr vermittelt. Vielmehr geht es darum, Medienmachern eine erweiterte Fach-, Vermittlungs- und Bewertungskompetenz zukommen zu lassen – und das berufsbegleitend in vier modular an Wochenenden konzentrierten Semestern, die mit einem „Master of Arts“ abschließen.
Die Inhalte reichen von crossmedialem Publizieren, internationalen Mediensystemen, journalistischer Content-Aufbereitung, Produktion, Redaktionsmanagement, Multimedia-Recht, -Ethik über Online-Geschäftsmodelle bis Projektarbeit in internationalen Online-Redaktionen. Die Masterarbeit soll am Ende der Studienzeit unter Beweis stellen, dass die Teilnehmer Problemstellungen aus ihrem Fach selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeiten können.
Gefordert werden von Bewerbern neben einem akademischen Abschluss (wobei hier auf Eigenheiten der Länder Rücksicht genommen wird) und mindestens einjähriger journalistischer Berufserfahrung das Überleben eines Bewerbungsgesprächs.
Drei Kandidaten pro Land
Denn die Kommission, die sich aus allen vier Ausbildungsstätten formiert, will die jeweils rund drei Kandidaten aus jedem Land – wie die Teilnehmerzahl schon verrät – handverlesen. Die Kosten belaufen sich auf 3000Euro/Semester. Gesucht werden aufstrebende Journalisten, die glaubhaft machen können, nach absolvierter Ausbildung auch in der Lage zu sein, eine angestrebte Führungsposition erreichen zu können. „Wir wollen nicht flach und breit, sondern spitz und tief ausbilden“, wie Haller bei der Vorstellung des neuen Studiengangs betont. Online kann man sich unter www.journalism.net bewerben.
Dass das kein Spaziergang sein wird, gesteht Haller einvernehmlich mit dem Geschäftsführer des Kuratoriums für Journalistenausbildung Meinrad Rahofer zwar ein. „Privatleben gibt es in der Zeit vermutlich nicht sehr viel.“ Aber der Weg an die Spitze eines jeden Mediums sei ja auch kein leichter.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2008)

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