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Privat-TV: Puls4 hat Kreislaufprobleme

14.02.2008 | 18:47 |  PATRICIA KÄFER (Die Presse)

Nach dem Rauswurf von Betriebsräten ist die Stimmung desperat. Die Senderchefs betreiben „Socializing“, um wieder besseres Klima zu schaffen.

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Auf einen euphorischen Neustart folgt die Ernüchterung: Blickt man derzeit in die Studios des TV-Senders Puls4 an der Mariahilfer Straße, glaubt man sich beinahe auf dem Küniglberg. Auch hier im siebenten Bezirk freute man sich auf den Aufbruch; die größte deutsche TV-Gruppe ProSiebenSat1 übernahm vergangenen Sommer den Wiener Stadtsender PulsTV, die Mitarbeiter hofften auf mehr Budget vom deutschen Bruder.

Insbesondere nach dem Rausschmiss zweier Betriebsräte aber hat sich die Stimmung nun verkehrt – mehrere denken ans Aufhören. Puls4-Mitarbeitern zufolge nehmen sich die Senderchefs Markus Breitenecker und Martin Blank gerade auffallend fürsorglich der Mitarbeiter im persönlichen Gespräch an und betreiben „Socializing“, um wieder besseres Klima zu schaffen. Breitenecker war Donnerstag nicht erreichbar.

Als sich im Herbst der Start des Vollprogramms Puls4 abzeichnete, sei die Belegschaft euphorisch gewesen, heißt es vom Sender. Doch – ähnlich dem von vielen ersehnten Amtsantritt und Programm-Relaunch des ORF-Generals Alexander Wrabetz – erfüllten sich die Hoffnungen nicht. In zweierlei Hinsicht: Kurz nach dem Start wurden zwei zu Betriebsräten gewählte Mitarbeiter gekündigt, die seit Jahren über Betriebsvereinbarung und (einen für Privat-TV nicht existenten) Kollektivvertrag verhandelten. Den Status „Betriebsrat“ der beiden erkennt die Geschäftsführung nun nicht mehr an. Die Journalisten-Gewerkschaft klagte.


Online-Petition für „Metro“

Hinzu kommt, dass das Programm von Puls4 sich weiter in Richtung Mainstream bewegt hat. „Diese Inhalte interessieren mich nicht mehr“, befindet ein Mitarbeiter nach der Neuausrichtung. Das alternative Stadtmagazin „Metro“ etwa passte den Programmmachern nicht ins neue Profil – ein „Paradoxon“, heißt es im Rahmen der Online-Petition „Metrofight“ (metro.mr-brightside.net) zu Gunsten der Sendung: „Metro“ habe diese „urbane, mobile, selbstbewusste“ Zielgruppe – zu sehen in einer Linie mit FM4 und gotv – „ausgezeichnet bedient“.

Mit dem Frühstücks-TV „Café Puls“ ist der Sender allerdings verhältnismäßig erfolgreich: Ihm zufolge kam jenes im Jänner 2008 (Zielgruppe 12–49 Jahre) auf einen nationalen Marktanteil von 15,4%. Im Vergleich zum Jänner '07 sind das 4,1 Prozentpunkte mehr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2008)

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1 Kommentare
0 0

es bleibt zu hoffen

dass Puls 4 von den Fehlern von ATV verschont bleibt!

   

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