Werbung bricht in Konsole ein

09.06.2008 | 19:27 |   (Die Presse)

Computerspiele sind noch keine ernst zu nehmenden Werbeträger. Doch jetzt öffnet Sony seine PlayStation.

Wien (trick/apa). McDonald's zahlte für seinen Auftritt im Spiel „Sims Online“ zwei Millionen Dollar. Der Autokonzern Daimler-Chrysler verwendete zehn Prozent seines Werbeetats 2006 für Reklame in Computerspielen, fand das deutsche Magazin „Medienwirtschaft“ heraus: Bisher ist der Gesamtmarkt mit einem Umsatz von knapp 78 Millionen Dollar (2006) zwar relativ gering. Allerdings: Innerhalb der nächsten drei Jahre soll das Marktvolumen für In-Game-Advertising (IGA) eine Milliarde Dollar erreichen, prognostiziert der US-Marktbeobachter Yankee Group.

Beihilfe zur Steigerung leistet nun Sony: Der Hersteller der Playstation3 öffnet seine Konsole für IGA. Dabei kann Werbung für reale Produkte via Internet in Echtzeit geladen und in den Spielverlauf eingebunden werden. Die New Yorker Firma „IGA Worldwide“ übernimmt für Sony die Vermarktung. Sonys Konkurrent Microsoft lässt auf seiner Xbox 360 In-Game-Advertising schon jetzt zu.


Spielfiguren essen Pringles

Als erster Spielehersteller kündigte Electronic Arts (EA) an, Werbung in seinen Games für die PlayStation3 zuzulassen. EA ist mit populären Spielen wie „FIFA 2008“ oder „Need for Speed“ auf dem Markt. Erste Unternehmen haben bereits angekündigt, die PlayStation3 bei ihren Kampagnen einzubeziehen – etwa der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble sowie das italienische Mode-Label Diesel. Spielfiguren würden dann zum Beispiel Pringles-Chips essen, mit Ariel-Waschmittel waschen oder vor Bandenwerbung Fußball spielen. Die typischen Spieler – junge Männer – gelten als attraktive Zielgruppe.

Die Branche sieht darin die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und damit die hohen Entwicklungskosten einzuspielen. Für Sony etwa rentiert sich das Geschäft mit der PlayStation nur dank des Spiele- bzw. Lizenzverkaufs – die dritte Version der Konsole wurde unter Produktionskosten verkauft: Allein die Bauteile für eine Playstation kosten den Konzern über 800 Dollar, verkauft wurde sie zu je rund 600.

Mit der PlayStation blickt Sony auch in die Zukunft: Sie steht als einzige Spielkonsole mit einem Blu-Ray-Videolaufwerk der nächsten Generation auf dem Markt da.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2008)


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1 Kommentar
 
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Von Gast: Kofl am 09.06.2008 um 21:14

Herrlich

dann werden die Spiele ja bald günstiger und kosten keine horrenden 60 € mehr...

Wers glaubt :-)

 
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