Kärnten: Anschlag auf Stermann-Grissemann-Mitarbeiter

Dem Eventmanager, der den Auftritt der beiden Kabarettisten in Klagenfurt organisiert, wurden die Radmuttern am Auto gelockert. Stermann und Grissemann haben sich kürzlich über Jörg Haider und Stefan Petzner lustig gemacht.

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(c) Michaela Bruckberger

Auf den Kärntner Eventmanager Ingo Krassnitzer haben unbekannte Täter in der vergangenen Woche offenbar einen Anschlag verübt. Laut Dienstagsausgabe der "Kleinen Zeitung" wurden Radmuttern am Fahrzeug Krassnitzers gelockert. Er organisiert einen im Dezember geplanten Auftritt von Dirk Stermann und Christoph Grissemann an der Klagenfurter Universität. Die Satiriker hatten in der ORF-Sendung "Willkommen Österreich" vom 23. Oktober dem Tod Jörg Haiders und den darauffolgenden Reaktion einiger Kärntner Politiker viel Raum gewidmet.

Laut "Kleine Zeitung" bemerkte der Eventmanager den Sabotageakt am 29. Oktober auf dem Weg von Klagenfurt nach Wolfsberg. Sein Auto begann plötzlich zu schlittern. Bei der Kontrolle der Räder bemerkte Krassnitzer, dass offenbar jemand vier von fünf Radmuttern eines Reifens gelockert hatte. "Es gibt keinen endgültigen Beweis dafür, dass die Aktion mit den Radmuttern in Zusammenhang mit dem Auftritt steht", sagte Krassnitzer. Doch eine andere Erklärung findet er nicht. "Ich habe keine persönlichen Feinde."

"Anti-Kärnten-Programm" des ORF

Grissemanns und Stermanns Betrachtungen des Umgangs einiger Kärntner Politiker mit dem Ableben Jörg Haiders hatte in Kärnten zu teils heftigen Protesten geführt. Dass BZÖ meinte sogar, dass sich vom "Anti-Kärnten-Programm" des ORF der Großteil der Kärntner Bevölkerung beleidigt fühle. Eine Popularbeschwerde wurde angekündigt. Dem Rektor der Universität Klagenfurt, Heinrich C. Mayr, wurde nahegelegt den für den 12. Dezember angesetzten Auftritt des Kabarettistenduos an der Universität zu untersagen.

In den vergangenen Wochen hatte es laut "Kleine Zeitung" zahlreiche Drohungen gegen Stermann und Grissemann gegeben, was auch ihr Betreuer von der Agentur Hoanzl, Udo Leitner, bestätigte. Die beiden würden Kärnten in einem Holzsarg verlassen, hieß es beispielsweise.

Kein Teil des Programms

An eine Absage ihrer Nazi-Parodie sei ungeachtet hartnäckiger Interventionen nicht gedacht. "Die Fans haben ein Recht darauf", sagt Leitner. Die umstrittenen Passagen sind übrigens kein Teil des Programms. "Die deutsche Kochschau" (eine Nazi-Parodie) läuft seit Jahren in ganz Österreich. "Wenn sich die Situation nicht beruhigt, wird es für Stermann und Grissemann Personenschutz geben", kündigte Leitner an.

 

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