100 Mio. Minus im ORF: Krisensitzung wegen Defizits

12.11.2008 | 18:22 |  VON ISABELLA WALLNÖFER (DiePresse.com)

Der Stiftungsrat fordert von General Wrabetz Gegenmaßnahmen. Die Finanzkrise sei nicht allein schuld für das Millionen-Minus, meinen manche. Die Rufe nach einem "Sanierer" mehren sich.

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Die Ankündigung von Generaldirektor Alexander Wrabetz, das ORF-Minus werde sich 2008 - trotz Gebührenerhöhung, die heuer 30 Mio. Euro bringt - auf 100 Mio. Euro verdreifachen, sorgte am Mittwoch bei einem Sonderstiftungsrat für heftige Diskussionen. Die Meinung, dass dies „zur Gänze auf die internationale Finanzkrise zurückzuführen ist", wie Wrabetz in seinem Informationsschreiben an die Stiftungsräte betonte, teilten nicht alle Räte. Der Unmut ist groß. Dem Vernehmen nach gibt es im Rahmen der Regierungsverhandlungen sogar diverse Wünsche für Personalrochaden an der ORF-Spitze. Laut dürfte der Ruf nach einem Generalsekretär sein, der könnte - sollte Wrabetz im Amt bleiben - aus den Reihen der ÖVP kommen.

Wrabetz versprach, in der Dezember-Sitzung des Aufsichtsgremiums ein Spar- und Strukturpaket vorzulegen. Allerdings sind derzeit noch nicht einmal die Maßnahmen für das kommende Jahr unter Dach und Fach: 50 Mio. Euro müsse der ORF 2009 sparen, so Wrabetz. Geplante Maßnahmen: Straffung von Strukturen, Änderungen im Dienstrecht (also Nachverhandeln älterer Dienstverträge und eine Neuverhandlung des Kollektivvertrags aus dem Jahr 2003 in Richtung Flexibilisierung), Stellenabbau (250 fixe Stellen sollen über natürlichen Abgang eingespart werden) und Auslagerungen (etwa des Rundfunksymphonie-Orchesters und des Facility-Managements). Diese würden 2009 aber nur ein Einsparungspotenzial von 35 Mio. € bringen - 15 Mio. Euro sind vorerst noch offen. Wrabetz will mit dem Betriebsrat außerdem verhandeln, damit künftig die Mitarbeiter mehr in die private Pensionskasse einzahlen - heuer muss das Unternehmen zehn Mio. € an die Pensionskasse zuschießen.

ORS geht nach Bulgarien

Eigentlicher Anlass für den Sonderstiftungsrat am Mittwoch war eine geplante Auslandsinvestition der ORF-Sendetechniktochter ORS in Bulgarien im Ausmaß von 80 Millionen Euro. Die ORS könne das aus Eigenmitteln und mit Krediten finanzieren, es werden keine Gebührenmittel investiert, so Wrabetz. Der Stiftungsrat segnete die Entscheidung der ORS, sich am Bietverfahren um das bulgarische Sendernetz für Radio und Fernsehen zu beteiligen, mit 18 Pro-, zwei Gegenstimmen und zwölf Enthaltungen ab.

 

(("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2008))

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33 Kommentare
 
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Gast: mh
13.11.2008 16:01
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SOS ORF

Wo bleiben die Rücktrittsaufforderungen an das unfähige oberste Management, lieber Herr Faymann und liebe SOS-ORF-Gemeinschaft ?
Oder gehts nicht röter und grüner?

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Ein derartiger Schuldenberg wächst nicht von heute auf morgen.

Also her mit einer Untersuchung und die letzten Generalintendanten, Podgorski, Zeiler, Lindner und wie sie alle hießen, die heute mit dickem Geld vom ORF monatlich ausgestattet werden, als Zeugen befragen, was sie jeweils übernommen und übergeben haben. Der Herr Wrabetz ist nur der, bei dem die Malaise zu dampfen beginnt. Qualitativ dürften alle gleich gewesen sein. Zugeschaut und nix dagegen gemacht. Möglicherweise einfach fahrlässig und daher strafbar(wobei die Unschuldsvermutung gilt).
Der Stiftungsrat? Da ist ja auch nur z.B. ein Muliar drinnen, der vermutlich keine Ahnung hat, wie eine Bilanz zu lesen ist. Was sollen denn solche Leute bewegen? Nur gscheit reden und kassieren? Raus mit den Typen, kosten nur unnötig Geld.

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Re: Ein derartiger Schuldenberg wächst nicht von heute auf morgen.

Unter der Lindner war Wrabetz übrigens Finanzchef des ORF.

Gast: luna
13.11.2008 10:44
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Die ganze Sippe da oben

steckt unter einer Decke. Das ist alles rote Partei. Alles manipuliert. Alles wird zensuriert. Aber da gibt es einige anständige, denen die Freunderlwirtschaft da oben auch schon stinkt. Und die werden bald singen.

Gast: Fernseher
13.11.2008 10:15
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ein Bild sagt mehr ...

als tausend Worte. Das APA-Bild vom Wrabetz spricht Bände - der Samy Molcho hätte seine Freude dran. Klarer kann man nocht ausdrücken, dass man keinen Tau von dem hat, was man sagt ...

Antworten Gast: yo
13.11.2008 10:41
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Re: ein Bild sagt mehr ...

Der hat nicht nur keinen Tau, von dem was er sagt, sondern auch nicht von dem was er macht.
Ausser Socialpartys und Freunderlwirtschaft! Das kann er.
Er ist ein Versager und zwar wiedereinmal ein roter Versager. Ein Kriecher und ein verantwortungsloser Kerl gegeüber allen Fernsehern. Eine Fechheit ist das.Der passt zum Konsum, BAWAG...usw.

Antworten Gast: TVseher
13.11.2008 10:36
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Re: ein Bild sagt mehr ...

...und er hat keinen Tau von seinem Job, für den er bezahlt wird. Wäre interessant zu erfahren, WAS dieser Typ verdient. Nämlich ein Schweinegeld. Für Unfähigkeit. Was verdienen alle Moderatoren???
Das sollten einmal die Tvseher erfahren. Wo ihre Gebühren und ihre Steuergelder gehen.

Gast: ich
13.11.2008 09:34
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Finanzkrise?

Wenn ein kommerzieller TV-Sender (der zusätzlich noch jederzeit erhöhbare Gebühren kassieren darf) ausschliesslich durch spekulative Veranlagung und externe Finanzgeschäfte eine ordentliche Bilanz (z.B. minus 30 Mio :-) ) zusammenbringt, dann sitzen dort echt die falschen Leute. Für wie blöd hält uns der Verein samt den verantwortlichen Politikern?

Antworten Gast: ich auch
13.11.2008 10:47
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Re: Finanzkrise?

Mein Gastname war ICH, Doch da Sie so gut schreiben und auch in meinem Sinne bin ab jetzt ICH AUCH.
Stimme bei allem zu. Absolut alles richtig.

Gast: Gebührenzahler
13.11.2008 09:30
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3,8 MIO SCHILLING VERLUST

... macht dieser Sauhaufen PRO TAG!
Bitte jemand hinfahren und zusperren - ich hab heute keine Zeit! DANKE!

Gast: YOON
13.11.2008 09:17
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Wie kommt man dazu,

dass sich das rote Gesindel ALLES leisten darf.
Alles ist schlechter geworden. Sogar die "Netteren" machen schleimige parteiische Bemerkungen, wo es nicht angebracht ist. Wer nicht kriecht, kann sich dort nicht halten.
Objektive Nachrichten gibt es nicht mehr. Das Programm ist ein Skandal. Ein paar Sportsendungen und ein paar Kulturübertragungen kann man sich anschaun. Sonst gibt es nur ROTPROGRAMME.
Und jetzt die Pleite. ORF ist eine Schande.

Gast: HSCH
13.04.2014 09:06
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Rote

oder Rotkriecher werden dort aufgenommen. Es ist beim ORF ALLES eine Parteiangelenheit.
Solln doch jetzt die roten Bonzen herhalten. Die Marionetten haben doch bis jetzt gespurt.
Es ist alles so offensichtlich, dass es zum KOTZEN ist.

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Rausschmiss!!!

mit sofortiger Wirkung gekündigt Hr. Wrabenetz! da brauch ma doch gar nicht diskutieren!!! hauts den Typen raus, weil schlimmer kann man es nicht mehr machen...

Antworten Gast: wer
13.11.2008 09:08
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Re: Rausschmiss!!!

.... aber bitte ohne Prämienzahlungen wie bei so vielen Posten dieser art ....

Antworten Gast: idiotischer ORF Zahler
13.11.2008 09:55
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Re: Rausschmiss!!!

RICHTIG!
Wie lange treibt der noch sein Unwesen mit seiner Freunderlwirtschaft.

Gast: onlyonesolution
13.11.2008 08:04
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Kein Wunder.

Kein Wunder, liegen doch zB. die durchschnittlichen Personalkosten bei ca. 120.000 tsd.

Es kommt also nicht von irgendwo, wenn man die Mitarbeiter des "rotfunks" - wie er vom Volksmund genannt wird - als Gagenkaiser bezeichnet.

Übrigens: auch der Ex-Intendant Bacher hat bereits vor Jahren die viel zu hohen Gehälter sowie die zu Hohe Anzahl an Angestellten kritisiert, beides ist nämlich absolut nicht notwendig.

Man sollte sich an ein gutes Sprichwort halten:
Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Daher: Sofortige Privatisierung, damit die Bürger endlich von diesem Faß ohne Boden befreit werden.

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Das genialste daran-

Jene, die das Fernsehen tatsächlich machen, (Redakteure, Technisches Personal) werden nicht großzügig bezahlt! Das Geld rennt in Form von hunderten weissen Elefanten herum - Leute die nichts tun und keinerlei Sinn haben.

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Entschulden

Der Verein ist sicher so wichtig wie die Krankenkassen, daher bitte entschulden.
Und in 6 Monte schauen wir weiter, bis dahin bitte Konzepte ausarbeiten und zumindest die Filiale im 13. schließen.

Vergleich mit der Schweiz

Die ZIB sollte einmal einen Vergleich von Budget und Personalkosten mit der SRG auf ihre luxuriöse Vidiwall werfen (auf der sonst ja nur infantile No-na Charts zu sehen sind).

Ich bin überzeugt, dass allein Pröll- und Häupl-Privatfernsehen nicht viel weniger kosten als das (dreisprachige) Programm für die ganze Schweiz.

Überzeugt bin ich allersdings auch, dass sich danach Wrabetz und "Sch..s Internet" Lorenz hinstellen und tönen werden: Aber wir machen das viel hochwertigere Programm". Mitten im achten.

Gast: Steuerzahler
12.11.2008 20:29
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ORF

Viel schlimmer als die Verwandten der Angestellten sind die politisch besetzten Posten, meist in teuren Anstellungen und meistens unbrauchbar. Das trifft vor allem auf die Führungskräfte und die Stiftungsräte zu. Es gibt sogar welche die sind beides.

Wenn wirklich die Finanzkrise ....

... und der gesunkene Ertrag aus Veranlagungen schuld am Defizit sind, dann muss es auch einen Verantwortlichen geben, der diese spekulativen Anlagen getätigt hat. Solche Geschäfte aber sind inakzeptabel und für einen aus Gebühren teil-finanzierten OrF nicht zu tolerieren, weshalb der Verantwortliche (oder die Mehrzahl) zur Rechenschaft zu ziehen sind. Sollten sich die "Verluste" lediglich als Kursverluste herausstellen, dann wurde die Bilanz falsch erstellt und mit fiktiven Zahlen geschönt was ebenfalls zu Konsequenzen führen müsste!.

Gast: Pips
12.11.2008 18:34
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Ich

bin auch seit 33 Jahren Unternehmer. Leide auch an Umsatzrückgängen, schlechter Zahlungsmoral der Kunden etc. Kann mir einer eine Adresse sagen, wo ich mir schnell Geld holen kann? Wie der Wrabetz. Ich brauch gar keine 100 Millionen. Vielleicht 500.000 auf die schnelle. Offenbar gibts die Big Spender nur für die Staatsbetriebe.

kein leiberl

ohne zwangsmitgliedsbeiträge hätte der orf mit diesem programm schon längst beim konkursrichter vorstellig werden müssen.

Re: kein leiberl

von ZWANGSmitgliedsbeiträgen kann man wirklich nicht sprechen; es ist jeden menschen freie wahl, sich für tv konsum zu entscheiden und die gebühren zu zahlen (bei solchen nachrichten wie den obigen freue ich mich unendlich, dass ich dies seit einigen jahren nicht mehr tue - sollen sie doch anderer leute geld verschwenden)

Re: Re: kein leiberl

na, dann schauen sie einmal bei arte oder 3sat rein. nur weil der orf schlecht ist, muß man nicht ins 18. jahrhundert zurück, und bei kerzenlicht daheim sitzen.

Re: Re: Re: kein leiberl

die unlogische schlussfolgerung träfe vielleicht auf sie zu

schon mal von internet, gtuen büchern oder dvds gehört?


 
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