Adolf Hitler wirbt als Striptease-Tänzer für eine Reise nach Berlin - diese Reklame des flämischen Fernsehsenders VRT sollen die Belgier nicht länger zu sehen bekommen. Der Sender werde die umstrittenen Anzeigen nicht wieder schalten, kündigte eine VRT-Sprecherin am Dienstag in Brüssel an.
Die Werbung war Ende Oktober in verschiedenen belgischen Zeitschriften erschienen. Der öffentliche Fernsehsender wollte damit auf seine Reisesendung "Weg mit De Soete" aufmerksam machen.
Der Beitrag zu Berlin soll an diesem Donnerstag ausgestrahlt werden und nach Angaben des Senders helfen, "das wahre Europa jenseits der Klischees" zu entdecken, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.
Kochsendung zurückgezogen
Ende Oktober hatte derselbe VRT-Kanal Canvas nach einer öffentlichen Debatte bereits eine Episode seiner Kochserie zurückgezogen, die sich dem Lieblingsessen des deutschen Diktators Hitler widmete. Nachdem Fernsehkoch Jeroen Meus Lieblingsgerichte von Stars wie "Queen"-Frontmann Freddy Mercury, Chanson-Barde Jacques Brel oder dem spanischen Maler Salvador Dali nachgekocht hatte, wollte er Hitlers Leibgericht "Forelle in Buttersauce" kochen.
Der Chefredakteur des jüdischen Magazins "Joods Actueel", Michael Freilich, hatte Meus nach der Ankündigung der Sendung vorgeworfen, den Diktator Hitler als einfachen Mann des Volkes darzustellen und zu verharmlosen. Der 30-jährige Fernsehkoch sei offenbar nicht gut informiert über den Tod von sechs Millionen Juden durch den Holocaust.
"Gericht eines grauenvollen Mannes"
Meus hatte für die geplante Sendung zunächst Forellen in Bayern geangelt und sich dann auf den Weg zu Hitlers früheren Residenz "Adlernest" in Berchtesgarden gemacht. Dort wollte er laut einer Ankündigung des Senders im Internet das "Gericht eines grauenvollen Mannes" kochen. "Die VRT-Leitung verteidigt den Inhalt der Sendung, zieht es angesichts der Kontroverse aber vor, sie zurückzuziehen", hieß es zur Begründung von Seiten des Senders.

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