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Wrabetz: „Das ist einer der schwierigsten Jobs“

09.12.2008 | 18:24 |  ISABELLA WALLNÖFER UND PATRICIA KÄFER (Die Presse)

Laut ORF-Chef Alexander Wrabetz will die Geschäftsführung an sich selbst sparen. Er wünscht sich eine Umsiedlung des ORF und denkt nicht ans Aufhören.

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Die Presse: Bleiben Sie bis 2011?

Alexander Wrabetz: Ja.

 

Küniglberg-Gerüchte erwarten Donnerstag im Stiftungsrat einen Abwahlantrag gegen Sie.

Wrabetz: Davon habe ich nichts gehört. Davon ließe ich mich auch nicht beunruhigen.

 

Mit dem ORF-Budget 2008 und dem mittelfristigen Finanzplan bis 2013 sind Sie am Finanzausschuss des Stiftungsrats gescheitert.

Wrabetz: Ich habe den Antrag zurückgestellt. Es ging um ergänzende Informationen: Der Finanzausschuss wollte zum Beispiel klarer festgelegt haben, welche Maßnahmen schon 2009 wirken und welche erst später. Das wird Donnerstag beantwortet. Es gab keine grundsätzlichen inhaltlichen Alternativvorschläge zum Finanzkonzept.

 

Heuer macht der ORF ein Minus von 100 Millionen Euro, 2009 sind minus 29 Millionen budgetiert – aber nur 50 bis 60 Millionen Euro Einsparungen. Wie geht sich das aus?

Wrabetz: Von den minus 100 Millionen heuer sind 40 Millionen „nur“ buchhalterisch (Bewertung von Wertpapieren zum Stichtag). Wir gehen davon aus, dass sich die Märkte stabilisieren und wir 2009 wieder Erträge vor allem im Anleihe-Bereich erzielen können. Von den übrigen 60 Millionen waren 30 für Olympia und die Euro budgetiert. 2009 werden wir rund 50 Millionen Euro sparen. Aber es ist davon auszugehen, dass die Werbung noch einen Ruck nach unten macht – das sind dann durchgerechnet die 29 Millionen minus, mit denen wir für 2009 rechnen. Da hat es im Stiftungsrat Diskussionen gegeben, ob das nicht noch mehr Verlust sein könnte, wenn die europäische Wirtschaft komplett zusammenbricht.

 

Es gibt Kritik, dass die Ausgliederungen in fünf Jahren nur sechs Millionen Euro bringen.

Wrabetz: Das ist mit vorsichtigen Annahmen berechnet, aber wir brauchen auch diese Einsparung bis 2012. Hier geht es darum, im Einvernehmen mit dem Betriebsrat einmal den grundsätzlichen Diskussionsprozess in Gang zu setzten.

 

Sie könnten auch weitere 35% an der ORS an Raiffeisen verkaufen.

Wrabetz: Das wird im Strategiekonzept im Frühjahr zu beantworten sein. Kurzfristig ist das nicht vorgesehen.

 

Welche Struktur wäre für den ORF optimal?

Wrabetz: Erstens bekennt sich die Bundesregierung im Koalitionsübereinkommen zu einem umfassenden ORF. Das wurde so deutlich schon lange nicht formuliert. Zweitens sagt die Politik, Geschäftsführung und Stiftungsrat sollen Maßnahmen setzen, damit eine ökonomische Umstrukturierung erfolgt. Das werden wir mit der Belegschaft sozialpartnerschaftlich lösen. Wir können nicht auf zusätzliche Mittel vertrauen.

 

Fühlen Sie sich von der Politik in Ihren Entscheidungsmöglichkeiten eingeschränkt?

Wrabetz: Einzeleingriffe hat es bisher nicht gegeben, und ich gehe davon aus, dass es die auch nicht geben wird. Die Politik erkennt an, dass das einer der schwierigsten Jobs im Land ist. Mit unseren Programmen verbringen die Österreicher im Durchschnitt mehr als drei Stunden am Tag.

Wird der Zielmarktanteil '08 von 40% erreicht?

Wrabetz: In der Größenordnung ja.

 

Wird die Geschäftsführung Bonus kassieren?

Wrabetz: Vertragsangelegenheiten kommentiere ich nicht, aber die Geschäftsführung wird ein deutliches Zeichen setzen, dass sie auch bei sich selbst zu sparen bereit ist.

Wo sehen Sie den ORF 2015?

Wrabetz: Ich glaube, wir werden an einem Standort sein und als Markt-, Qualitäts- und Themenführer europaweit eine Landmark darstellen. Das geht aber nur, wenn man auch Kostenführer ist – also diese Qualität zu niedrigstmöglichen Kosten produziert.

Das heißt, es wird übersiedelt?

Wrabetz: Es gibt Standortalternativen zum Küniglberg. Drei bis vier werden bewertet.

 

Wie geht es mit TW1 weiter?

Wrabetz: Die Umwandlung zum Info- und Kulturkanal steht im Regierungsprogramm, aber ganz ohne Gegenfinanzierung wird das nicht gehen. Ein Verkauf wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll: TW1 hat jetzt eine technische Reichweite von 80%, da müsste man bei einem neuen Spartenkanal mit dem Aufbau wieder von null beginnen.

 

Was wird aus dem Radiosymphonieorchester?

Wrabetz: Donnerstag wird es Diskussionen, aber keinen Beschluss geben. Selbst Orchestermitarbeiter sagen, wenn es gelänge, dritte Unterstützer zu bekommen, kann das in einer eigenständigen Struktur besser abgewickelt werden. Kritiker sind der Meinung, man müsse erst so einen Förderer finden, bevor man ausgliedert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2008)

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14 Kommentare
Gast: zurinfo
10.12.2008 19:45
0 0

Zur Erinnerung nochmal der Link wo nachzulesen ist wie hoch das Durchschnittsgehalt beim ORF ist:

Link: http://tinyurl.com/6ogdnt

Zitat aus dem Link:
"
Viel zu teures Personal. Die Pro-Kopf-Gehälter liegen laut Wrabetz „deutlich über dem Markt“, das sei „eklatant bei denen, die länger dabei sind, aber auch beim Kollektivvertrag 2003“. Je Vollzeitkraft gibt der ORF 118.450 Euro im Jahr aus, abzüglich ca. 30 Prozent Lohnnebenkosten macht dies 83.000 Euro – im Durchschnitt. Größter finanzieller Sündenfall war die Anstellung von 1247 freien Mitarbeitern im Jahr 2003.
"

Nochmal in Worten: "Je Vollzeitkraft gibt der ORF einhundertachtzehntausendvierhundertfünfzig Euro im Jahr aus abzüglich ca. 30 % Lohnnebenkosten macht diese dreiundachtzigtausendeuro - im Durchschnitt!!

Niemand braucht den ORF. Nachrichten aus Österreich sowie österreichspezifische Sendungen gibt es auch bei ATV, PULS 4 und Austria 9 mehr als reichlich. Niemand braucht den rotfunk.

Gast: eindeutig
10.12.2008 19:35
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Immer mehr Menschen fordern die sofortige Privatisierung des "rotfunk" - wie er im Volksmund genannt wird.

Nachrichten aus Österreich sowie österreichspezifische Sendungen gibt es auch auf ATV, Austria 9 und PULS 4. Auch politische Sendungen gibt es bei den privaten reichlich - und diese sind im Gegensatz zum "rotfunk" weit weniger manipulativ gestaltet.

Übrigens:
Der Ex-Intendant Gerd Bacher hat bereits vor etwa 1 1/2 Jahren die viel zu hohen Gehälter der gesamten Belegschaft (83.000 Durchschnittsgehalt exkl. Lohnnebenkosten) sowie die viel zu Hohe Anzahl an hochbezahlten Angestellten (ca. 7000) kritisiert.

Gast: mike
10.12.2008 09:26
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Scheint nicht eben

ein Ruhmesblatt für die Küniglberg - Architekten zu sein.
Wenn man sieht, daß die z.B. Bausubstanz des alten AKH nach über 2 Jahrhunderten immer noch verwendbar ist ..

WINMAN
10.12.2008 08:56
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ohhhh...

...der arme Kerl der... es ist ja soooo ein schwieriger Job... ja klar weil er endlich mal in die Gänge kommen sollte und echt was arbeiten müsste und nicht nur fürs blöd schauen bezahlt wird wie bisher...

Gast: Crusader
10.12.2008 07:12
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Weg mit dem Paddeisender ORF, weg mit der GIS - RTL hat ja schon ein höheres Niveau als der zwangsfinanzierte Staatsfunk!


Der Ätzer
10.12.2008 06:23
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Mit Duftmarken setzen kennt sich mancher aus - sogar mein Foxterrier!

Aber noch nie hat mein Hunderl über Gebühr dafür verlangt - es genügt ihm meine Zuwendung.

Das wäre das Wichtigste am ORF. Wieder Zuwendung der Gebührenzahler zu bekommen.

Dafür muß Wrabetz was können - für die Abwendung kann er angeblich nichs.

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Obwohl ein Straßenkehrer viel mit Halbkreisen (Besenschwung) zu tun hat, muß er nicht den Umfang berechnenen können - ist aber trotzdem ein guter Straßenkeherer.

Das schreibende und sichtbare Personal mit ORF-Gage ist zu sehr gehäufelt und hat Organe für Abzocke entwickelt.

Das Nichts mit Rand ist kein Organ, bitte - damit mir keiner Medizinstudien unterstelle;-)


Gast: privatisieren
09.12.2008 22:10
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Eine weitere SPÖ-Pleite Nach der BAWAG Pleite unter SPÖ-Mann Elsner kommt nun die ORF Pleite unter SPÖ-Mann Wrabetz. Gibt's eigentlich irgendetwas, das die Sozialisten nicht an die Wand fahren?

Auch in der Gemeinde Trieben hat die SPÖ seit 1945 eine stabile Mehrheit. Kürzlich wurde bekannt das genau diese SPÖ-Gemeinde mit 30 Millionen Euro überschuldet ist.

Und auch beim rotfunk wurden offensichtlich Gelder verschleudert. Über 80.000 Euro Durchschnittsgehalt (!!!) und da sind die Lohnnebenkosten bereits heraus gerechnet, das sind Wahnsinnsbeträge!

Deshalb:
ORF privatisieren und zwar sofort. Nur so kann man diese Gagenkaiser wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Und wenn der rotfunk zugrunde geht, solls mir recht sein - ich schau ihn mir bereits seit über zehn Jahren nicht mehr an.

Nachrichten aus Österreich gibts auch bei ATV, PULS 4 oder AUSTRIA 9 reichlich zu sehen. Und die Wahlsendungen laufen bei den privaten im Gegensatz zum ROTfunk auch wesentlich objektiver ab.

ORF privatisieren, je eher desto besser.

Antworten Gast: merlin
09.12.2008 23:19
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Re: Eine weitere SPÖ-Pleite Nach der BAWAG Pleite unter SPÖ-Mann Elsner kommt nun die ORF Pleite unter SPÖ-Mann Wrabetz. Gibt's eigentlich irgendetwas, das die Sozialisten nicht an die Wand fahren?

und wo bitte, haben sie die 80.000 Euro Durchschnittsgehalt her? Da wüßte ich gerne die Quelle. Ich kenne einige Menschen die da oben arbeiten (und unter unfähiger Führung leiden), die verdienen das alle nicht annähernd. Soll das ein Zufall sein?
Es ist vieles zu kritisieren im ORF, aber alle Mitarbeiter in einen Topf zu werfen und mittels Falschaussagen zu diffamieren, disqualifiziert sich selbst.

Antworten Antworten Gast: privatisieren
10.12.2008 19:42
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@merlin

merlin Sie reden ernstens von Falschaussagen?? Das wird ja immer besser!

Recherchieren können ihre Freunde beim - wie er im Volksmund genannt wird - "rotfunk" scheinbar nicht.

Hier habe ich was für Sie:
http://tinyurl.com/6ogdnt

ZITAT aus dem Link:
"Viel zu teures Personal. Die Pro-Kopf-Gehälter liegen laut Wrabetz „deutlich über dem Markt“, das sei „eklatant bei denen, die länger dabei sind, aber auch beim Kollektivvertrag 2003“. Je Vollzeitkraft gibt der ORF 118.450 Euro im Jahr aus, abzüglich ca. 30 Prozent Lohnnebenkosten macht dies 83.000 Euro – im Durchschnitt. Größter finanzieller Sündenfall war die Anstellung von 1247 freien Mitarbeitern im Jahr 2003.
"

Könnens lesen?

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Re: Re: Eine weitere SPÖ-Pleite Nach der BAWAG Pleite unter SPÖ-Mann Elsner kommt nun die ORF Pleite unter SPÖ-Mann Wrabetz. Gibt's eigentlich irgendetwas, das die Sozialisten nicht an die Wand fahren?

ich habe von 70 000 durchschnittsgehalt gelesen und wrabetz soll angeblich 348 000 verdienen. beachtlich, das ist um einiges mehr als der BK bekommt!!

http://mobil.kurier.at/static/274689.html

Gast: Gast
09.12.2008 20:38
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Wie sagte doch E. Fromm?

Spät kommt er drauf... Hätte er besser die Finger davon gelassen.
Auch die Regenbogenpolitiker, die sich brüsteten, wie "demokratisch" das ganze Wahltheater damals abgelaufen ist, mögen sich an der Nase nehmen.
Mit E. Fromm: wer nichts weiß, glaubt zu wissen...

Wortmann
09.12.2008 20:13
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Wenn ein Buchhalter das Fernsehprogramm macht, stimmt weder das Programm noch die Rechnung.


draken
09.12.2008 20:12
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Wann...

...wirft man diese unfähige Abzockerbande endlich hinaus? Wenn man den ORF neu auferstehen lassen will, muss die gesamte Belegschaft, von Wrabetz bis zur letzten Putzfrau entlassen, damit kein Stäubchen des alten ORF-Gedankengutes mehr erhaten bleibt! Auch die Politiker sollten ihre Parteimacht nicht ausspielen können, denn sonst haben sie ihre Finger wie bei AUA, ÖBB usw wieder drinnen und der Tanz der Unfähigkeit beginnt von vorn!

   

Der Mediator