Europas größter Fernsehkonzern RTL rechnet nach Aussagen seines Chefs Gerhard Zeiler dieses Jahr angesichts der Wirtschaftskrise mit einem stark schrumpfenden TV-Werbemarkt. In Europa dürfte der Markt um rund 15 Prozent zurückgehen, sagte Zeiler in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Um das Minus auszugleichen, werde in der Branche verstärkt nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Auch wenn großangelegte Stellenstreichungen nicht zu erwarten seien, dürften die Geschäfte allgemein auf Effizienz getrimmt und beispielsweise Produktionen verstärkt ausgelagert werden.
"Die Personalkosten sind in unserer Industrie im Vergleich zu anderen nicht so hoch - im Schnitt 15 Prozent der Gesamtkosten", erläuterte Zeiler, der die Gruppe seit sechs Jahren leitet. Er wollte nicht sagen, ob RTL selbst Jobs abbauen will.
Konkurrent ProSiebenSat.1 hatte bereits vergangenes Jahr eine Sparrunde eingeläutet und plant 2009, die Kosten um 100 Mio. Euro zu drücken. Im Rahmen dessen wurde im November die Streichung von 225 Stellen und der Umzug des Senders Sat.1 von Berlin nach München bekanntgegeben.
Im vergangenen Jahr hatte die in elf europäischen Ländern aktive RTL-Gruppe den operativen Gewinn um vier Prozent auf 971 Mio. Euro gesteigert. Dazu haben insbesondere die deutschen Sender RTL, RTL II, SuperRTL, Vox und n-tv und die Produktionsfirma FremantleMedia beigetragen. 2009 dürfte dieses Profitabilitätsniveau aber nicht wieder erreicht werden. Der Konzernumsatz hatte 2008 bereinigt um Zu-und Verkäufe sowie Währungseffekte um 2,6 Prozent auf 5,75 Mrd. Euro zugelegt. Die in Luxemburg beheimatete RTL-Gruppe gehört zum Medienkonzern Bertelsmann.

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