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Doku: Natascha Kampusch "führt" durchs Verlies

05.10.2009 | 17:53 |  PATRICIA KÄFER (Die Presse)

In einer deutschen Doku über die Entführung zeigt Natascha Kampusch selbst ihr Verlies und spricht über ihre Beziehung zu Kidnapper Priklopil. Sie wird 2010 im NDR und wohl auch im ORF zu sehen sein.

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43 Minuten „Natascha Kampusch": Die ZDF Enterprise vermarktet derzeit auf der Fernsehmesse Mipcom in Cannes eine TV-Dokumentation über das österreichische Entführungsopfer. Darin führt Kampusch selbst durch das Haus von Wolfgang Priklopil in Strasshof. Erstmals wurde zu diesem Zweck auch in den Privaträumen des Entführers und in Kampuschs „Verlies" gedreht, erzählt der Hamburger Journalist Peter Reichard, der den Film für den NDR gestaltet hat, im Gespräch mit der „Presse". Im Norddeutschen Rundfunk soll die Doku in Erstausstrahlung im Jänner laufen. Der ORF ist an der Produktion sehr interessiert und in Gesprächen mit dem ZDF.

Die internationale Version der Doku (neun Minuten länger) soll - „was ich so mitbekomme", so Reichard - u. a. „nach Frankreich, Italien, Übersee" verkauft werden. Laut ZDF Enterprise „überrascht" Kampusch darin „mit Statements über ihre Beziehung zum Kidnapper". Als Österreicher aber, so Reichard, brauche man von der Doku „keine Enthüllungen zu erwarten". Allerdings: „Wir sind wohl das erste und einzige Kamerateam, das dort gedreht hat", das Verlies werde nun „zugeschüttet". Zu spüren sei die Ambivalenz, die Kampusch mit dem Haus verbinde: einerseits Ort des Schreckens, andererseits Raum der Vertrautheit.

Die Dokumentation befasst sich nur mit den achteinhalb Jahren von Kampuschs Gefangenschaft - „nicht damit, was danach kam", so Reichard. Er habe während der Arbeit an dem Film (seit Ende 2008) engen Kontakt mit Kampusch gehabt, sich aber „nicht einseifen lassen". Sein „großer Wunsch" sei dennoch, „dass diese junge Frau in Ruhe gelassen wird". Warum er dann einen Film über sie drehe? Ihm ginge es darum, „einmal die Chronologie des Falles" zu dokumentieren - und damit Schluss.

Der Fall Kampusch: Ein Entführungsfall, der nicht zur Ruhe kommt

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58 Kommentare
 
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Gast: Zoran Stojanovic
14.10.2009 22:04
0 1

Märchenstund'

Bleibt nur die Hoffnung, die Polizei hat den Fall bis dahin aufgeklärt und uns bleibt die Märchenstund' erspart. Einfach wegschauen, ist ja keine Lösung, angesichts des Umstands, dass Zwangsgebühren verbraten werden. Für mich hat diese junge Dame jegliche Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Antworten Heike P.
15.10.2009 12:45
0 0

bedauerlich, aber die Lügenpolizei hatte seit 1998 bereits genug Zeit,

um "alles" aufzuklären. Und seit ihrer Flucht 2006 ebenfalls - jetzt haben wir bitte Oktober 2009, von daher gibts in dem Fall ganz sicher nichts mehr aufzuklären. Diese Vorstellung ist lachhaft. Der ganze Polizeiholler dient nur noch dazu, das Opfer zu diskreditieren und von den Polizeifehlern abzulenken.

Heike P.
14.10.2009 02:09
0 1

Nachdem die grindige Polizeifehlervertuschungs-Kommission

uns beinahe wöchentlich in den Schmierenzeitungen von halb Europa mit Enthüllungen über Frau Kampusch versorgt hat, wird es Zeit, dass sie selber dem einen Kontrapunkt gegenüber stellt.

Dann kann ja jeder selber sehen, wie "wohnlich" sie es "unter einem Dach" mit dem kranken Kinderschänder hatte, bei dem es ihr vermutlich-vielleicht-denkbar-mutmaßlich besser ging als zuhause, wie uns der Kommissionschef und seine "in corpore"-Mittäter weismachen wollten.

0 3

ZDF Enterprise vermarktet

Frau N.K. hat diese "Führung" sicherlich völlig unentgeltlich gemacht. Und war dabei, wie immer, einzig der Wahrheit verpflichtet. Nur Zyniker werden darin eine billige Schmierenkomödie erblicken und maßlose Geldgier vermuten.

Antworten Heike P.
14.10.2009 10:18
0 1

8 Jahre Fremdbestimmtsein sind keine billige Schmierenkomödie,

ganz sicher nicht. Wie auch immer sie das überlebt und halbwegs unversehrt überstanden hat, SIE hat alles richtig gemacht.

Jetzt ist sie frei – wie alle anderen auch, und niemandem Rechenschaft schuldig. Das Verbrechen, das nach ihrer Selbstbefreiung an ihr begangen wurde, um die Polizeifehler zu vertuschen, und die Polizeifehler selbst können durch kein Geld der Welt kompensiert werden. Diese Schmutzkübelei muss man als Opfer erst einmal aushalten, ohne daran zu zerbrechen. Verflucht sollen die sein, die das zu verantworten haben - im Namen aller Opfer - und die, die die ihr nicht geholfen haben ebenso.


fichtl2
08.10.2009 05:04
0 0

Schon lange nichts gehört (gesehen)


Xaver O.
07.10.2009 12:57
1 2

sirny kampusch sirny kampusch

da haben zwei entdeckt, wie schön es ist, wenn über sie wie von c-promis in zeitungen geschrieben wird.

ich glaub nk braucht das, dass man von ihr berichtet. wohl keiner mehr da, der anteil nimmt?

4 5

Wer der Kampusch noch irgendwas glaubt

nach den Lügen die sie uns bereits aufgetischt hat ist selbst schuld!

5 2

Hoffentlich

wird hier weiter geforscht und alles kommt ans Tageslicht, damit diese Schmierenkomödie, die Österreich in Geiselhaft hält, endlich ein Ende nimmt.

Gast: mh
06.10.2009 20:23
4 2

Voyeurismus

Hat das Opfer Natascha Kampusch nicht einst davon gesprochen, das Haus der Familie Priklopil deshalb in Besitz nehmen zu wollen, weil sie damit den öffentlichen Voyeurismus in Zusammenhang mit ihrer Person unterbinden will?

Und nun stellt sie das Haus genau zu diesem Zweck zur Verfügung und wirbt um Voyeure.

Wieviel Aufdringlichkeit verträgt die Öffentlichkeit noch?


Antworten Gast: Klarsicht
06.10.2009 22:36
0 3

Re: Voyeurismus

Sie haben ja recht. Aber bei ihrer Vorgeschichte ist eine Änderung der Auffassung nichts Ungewöhnliches.

Bei einer immer oder öfters schon geschäftsmässig tätigen, bekannten Person wäre Ihr Vorwurf berechtigt.

Antworten Antworten Gast: mh
07.10.2009 20:58
0 0

Re: Re: Voyeurismus

Der Vorwurf richtet sich vor allem an jene Verantwortlichen (Sender/Medien) die alles und jedes - ob Intimes oder Unwahres- veröffentlichen (wollen).

Und es bleibt die Frage : Wie weit geht das Opfer (ungehindert von verantwortungslosen Beratern) um endlich die gewünschte Publicity zu bekommen und die Sender ihre Quoten?

Gast: Klarsicht
06.10.2009 16:13
3 5

Täter oft bewundert, Opfer oft vergessen!

Zahllose Verbrecher haben in der Vergangenheit ihre Verbrechen vermarktet.
Warum sollten nicht auch mal Opfervon Ihren schrecklichen Erlebnissen berichten dürfen - und damit einige Dollars verdienen, die ohnehin keine Entschädigung für das erlittene Leid sein können?

Scheinheilig ist, wer über Kampusch herzieht, als würde er sowas niemals tun.
Und den Blödsinn mit der österreichischen Seele
sollte man einem Irrenden, einer Irrenden nicht übel nehmen:

Antworten Xaver O.
07.10.2009 03:49
0 3

Re: Täter oft bewundert, Opfer oft vergessen!

ich sehe da einen gravierenden unterschied:

wie der name schon sagt, der täter führt die tat aus. das opfer muss sie unfreiwillig erdulden.

kalkuliert berechnend würde ich daher eher nur dem täter zubilligen.

Gast: gast
06.10.2009 12:52
9 4

Nervend

Als ich vom Auftauchen der Vermissten hörte, hab ich mich echt gefreut. Mittlerweile kann ich den Namen Kampusch und alles was damit zu tun hat aber nicht mehr hören.

3 7

Re: Nervend

Sind sie sexistisch oder mögen Sie generell die Menschheit nicht?

Antworten Antworten Gast: sexyhexy
07.10.2009 04:21
2 2

Re: Re: Nervend

michi : sexistisch hat auch beim artikel strache nicht gepasst.

was hast du nur immer mit dem sexistisch?

4 3

Re: Re: Nervend

michi, vielleicht geht's ihm einfach nur so wie 90% der österreicher- die das (monetäre) ausschlachten ihres eigenen schicksals irgendwie zumindest... mittlerweile langweilig finden...

7 2

Pecunia non olet


5 5

Mein Gott!

Ich dachte, dass Tascherl Depressionen hat und sich in der Wohnung einsperrt.
Ich dachte, dass Natascha mit dem Gedanken spielt sich ins Ausland abzusetzen.
Und dann, der Dampfhammer in Form der Drohung einer bevorstehenden Dokumentation.
Man darf sich nie zu früh freuen.

Kimokima
06.10.2009 11:09
5 3

Kampusch schauen

Irgendwie ist es schon abartig wie das ganze medial immer wieder von neuem inszeniert wird.

Klar kann die Kampusch machen was sie will, aber degeneriert durch diesen eklatanten omnipräsenten Voyeurismus nicht unsere Gesellschaft? Braucht der Mensch den mitleidenden und den verabscheuenden Blick in die Welt der anderen? Der Fall Kampusch ist genaugenommen ja nur ein Blockbuster in der Flut an Dayly Social Soaps.

Ich wunder mich jedenfalls mehr über das öffentliche Interesse an dem Fall, als über die Selbstvermarktung der Kampusch. Was gibt dem Menschen das? Braucht er die ganzen Talkshows, Schicksale und Tragödien um irgendetwas zu kompensieren?

Frei nach Adorno: "Donald Duck in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit der Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen kann."

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Natascha ist eine so starke Frau!

Wie danken ihr, dass Sie immer so stark ist. Es gehört soviel Mut dazu, das nochmals durcherleben zu müssen. Sie tut es, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Vielen lieben Dank dafür. Vieleicht kann Sie somit verhindern, dass nochmals soetwas schlimmes passiert! Sie ist so eine starke Frau!

4 3

na ja

es braucht schon viel selbsttäuschung bzw. überguten willen dazu. aber man kann es auch so sehen.

Gast: anna89
06.10.2009 09:17
4 4

Viele vorangegangene Postings sind ein erschreckender Einblick in die österreichische Seele. Pfui Teufel!!!


Antworten Gast: satan
07.10.2009 04:21
2 3

Re: Viele vorangegangene Postings sind ein erschreckender Einblick in die österreichische Seele. Pfui Teufel!!!

wohl zuviel geringelt???

5 3

gestehen Sie!

was soll das sein, die "österreichische" Seele?
sind Sie auch Teil davon?


 
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