"Flüchtlinge gegen Österreicher ausgespielt": Presserat verurteilt "Krone"

Die Tiroler "Kronen Zeitung" setzte eine Beschwerde wegen eines Familienpasses mit Flüchtlingen in Verbindung, ohne dass ein Zusammenhang bestanden hätte.

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Symbolfoto – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Tiroler Ausgabe der "Kronen Zeitung" hat mit einem Artikel im Oktober gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse verstoßen, hat der Senat 3 des Presserats festgestellt. In dem Kommentar ging es um eine Beschwerde einer Familie, der sogenannte Freizeittickets anfänglich verweigert wurden, da sie ihren Familienpass nicht vorweisen konnten. Nachdem die Familie diesen zeigte, bekam sie die Tickets. Diese Situation wurde in Bezug zu Flüchtlingen gesetzt, obwohl es keinerlei inhaltlichen Zusammenhang gab.

Unter anderem hieß es in dem Text: Die Familie sei "wütend darauf, dass man Asylwerbern, die auf der Flucht angeblich ihre Pässe verlieren (ihre Handys zum Glück aber nicht) scheinbar [sic] mehr Vertrauen entgegenbringt, als einer einheimischen Familie, die was kaufen will", zitierte der Presserat in einer Aussendung aus dem Artikel.

"Flüchtlinge gegen Österreicher ausgespielt"

Der Autor suggeriere, "dass Flüchtlinge gegenüber Österreichern bevorzugt werden. Flüchtlinge werden so gegen Österreicher ausgespielt", konstatierte er. Somit handle es sich um "unzulässige Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung" und einen Verstoß gegen den Ehrenkodex. Die "Kronen Zeitung" hat sich der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats bisher nicht unterworfen.

 

(APA)

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