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"Welt Ahoi": Pfefferoni statt Guglhupf

06.11.2009 | 18:11 |  ISABELLA WALLNÖFER (Die Presse)

Einem Teil der Ö1-Gemeinde stößt das neue Format „Welt Ahoi“ sauer auf - für Noch-Chef Alfred Treiber ein "Imagegewinn" und "wunderbar". Ab Jänner 2010 gibt's noch mehr Neues on Air.

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Heftig wie noch nie haben die Hörer von Ö1 auf die erste Ausgabe der neuen Satiresendung „Welt Ahoi“ am Sonntag reagiert. Senderchef Alfred Treiber findet das aber „wunderbar“. „Wir haben uns einen hohen Grad an Aufmerksamkeit gewünscht – und bekommen. Was wir da machen, ist sehr weit weg vom Angestaubten. Ein Imagegewinn“, meint er im Gespräch mit der „Presse“. Es gehe darum, neue und vor allem auch jüngere Hörerschichten zu erschließen – und hier sei eine Sendung wie „Welt Ahoi“, die im Übrigen nicht immer so provokant daherkommen werde wie in ihrer ersten Ausgabe, ideal.

„Es gibt deutliche Unterschiede in den Reaktionen im Internet zu jenen laut Telefonprotokoll.“ Am Telefon sei so manche Stammhörerin sogar ordinär geworden – „dabei“, gibt Treiber zu bedenken: „Fäkalisch war die Sendung in keiner Weise.“ Die vorwiegend Jüngeren hingegen, die sich im Internet geäußert haben, „konterkarieren die beharrende Meinung“. Also auch viel Lob. Man sei es vom „Guglhupf“ eben gewohnt gewesen, dass sich die Protagonisten „bei Kaffee und Kuchen, in Filzpatschen und Morgenmantel zusammensetzen und so tun, als wären sie kritisch“, sagt Treiber. „Jetzt kommen Rüpel rein und essen Pfefferoni.“

 

Ö1-Nachmittag wird umgestaltet

Ab 4.Jänner gibt's noch mehr Neuerungen. Dann nämlich wird das vom Stiftungsrat diese Woche abgesegnete neue Sendeschema wirksam. Wichtigste Änderung: Der Nachmittag wird komplett umgestaltet. Kernstück ist eine „Da Capo“-Leiste mit Wiederholungen, wochentags ab 16Uhr: Am Montag gibt es ein Wiederhören mit der Sendung „Hörbilder“, am Dienstag mit dem Reisemagazin „Ambiente“. Am Mittwoch wird „Kontext“ wiederholt, danach folgt der „Radiodoktor“. Donnerstags sind die „Tonspuren“ nochmals zu hören (deren Erstausstrahlung auf Montag, 21Uhr, verschoben wird), dann folgt das Filmmagazin „Synchron“, das künftig wöchentlich ausgestrahlt wird. „Sechzig Prozent unserer Hörer wünschen sich mehr Wiederholungen“, argumentiert Treiber die Entscheidung.

Von 14.40 bis 15Uhr wird dann Montag bis Freitag „Moment – Leben heute“ gesendet. Bisher lief von 15.05 bis 16.30 Uhr die Musikleiste „Apropos Musik“. Die habe sich laut Radiotest aber nicht optimal ins Sendeschema eingefügt und sei, so Treiber, für diesen Sendeplatz „zu lang“ gewesen. Sie wird künftig nur noch bis 16Uhr dauern. Auch das Kulturjournal muss dem „Da capo“ Platz machen – es wird direkt nach dem „Journal um fünf“ um 17.09 Uhr gesendet.

Die Reihe „Ganz Ich – Wohlfühlen in Ö1“ soll teilweise in „Moment – Leben heute“ aufgehen und erhält einen Sendeplatz am Sonntag von 16.30 bis 17Uhr. Kritik an dieser Entscheidung lässt Treiber nicht gelten: „Nur ein Viertel der Sendungen beschäftigen sich mit wirklichen Gesundheitsthemen. Dafür werden hier auch die Glatze, das Lieblingsbuch oder der Mops thematisiert. Die Sendung hat mit Gesundheit überwiegend nichts zu tun“, so sein Urteil.

Treiber bekennt sich aber auch zu einem zweiten Motiv: „Wenn wir eine Sendung innerhalb von 72Stunden wiederholen ist das kostenfrei.“ Gespart werden muss auch beim öffentlich-rechtlichen Vorzeigeradio. Eine Million Euro sollen 2010 weniger ausgegeben werden. Dazu werden 70 Mitarbeiter in der gesamten Hörfunkdirektion abgebaut und man sei „gut unterwegs“, diese Vorgabe auch einzuhalten. Die Pensionierungswelle macht auch vor Treiber selbst nicht halt. „Ich gehe Ende Juni 2010 in Pension“, sagt Treiber – er ist Jahrgang 1944. Wer ihm nachfolgen wird? „Keine Ahnung. Der Generaldirektor hüllt sich in Schweigen. Ich hoffe aber, dass es keine politischen Tauschgeschäfte gibt.“

NEU AUF Ö1

„Welt Ahoi“ erreichte beim Sendestart am 1.11. einen hohen Grad an Aufmerksamkeit. Weitere Folgen je sonntags um 9. 30 Uhr.

Das neue Sendeschema ab Jänner bietet – auf Hörerwunsch – Wiederholungen vieler aktuellen Sendungen der jeweiligen Woche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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12 Kommentare
Gast: ö1fan
09.11.2009 16:21
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schad

Dass ein Radiosender, der ja hauptsächlich von den Ideen der diversen "Macher" lebt, nun personell abgespeckt wird, ist eine Bankrotterklärung der Verantwortlichen! Vor einigen Jahren hat man eine erfolgreiche Imagekorrektur vorgenommen, die nun kurz vor der Pensionierung des "Chefs" in den Sand gefahren werden muss? Damit niemand mehr verantwortlich ist? Wie wäre es, wenn man mal in den diversen TV Abteilungen nachschaut, wer da aller um viel Geld seine Ideenlosigkeit geniesst? Der ORF ist in großer Gefahr, wie die ÖBB, einst innovative "Vorzeigeunternehmen" unter großer finanzieller Beteiligung aller Steuerzahler in den Untergang zu taumeln...

areopagit
08.11.2009 02:22
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Internet ist schon längst älter

Wenn auch das Internet noch lange nicht DAS Kommunikationsmittel ist, so ist es schon längst den <Kinderschuhen entwachsen.
Es entlockt mir immer wiedr ein Lacen, wenn einige Einrichtugnen glauben "die jungen im Internet finden es gut" oder, ..... ich äußerte mich im Internet und zwar negativ und ich bin 50. Suchen siue sich also aus ob tatsächlich die jungen so und ie anderen so denken.
P.S.: Meine 6 Kinder (12-25) ziehen zum Kaffee auch heute noch Gugelhupf den Pfefferoni vor.

Antworten Gast: Danke
09.11.2009 16:26
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Re: Internet ist schon längst älter

als "auch 50er" finde ich es eine Zumutung, von einem alten Knacker als konservativer Ewiggestriger abgestempelt werden, Herr Treiber kann nicht einmal mit Michael Jackson etwas anfangen (liest man seinen zynischen Kommentar der letzten Gehört Zeitung). Dass die Guglhüpfer wesentlich witziger, origineller und auch handwerklich (!!!)besser waren als die AhoiVeräppler, ist leider (!!!) unüberhörbar gewesen! Selbstkritik ist aber weder in der Kabarettszene noch in den ORF Etagen eine menschliche (!) Tugend!

Gast: Nachteule
08.11.2009 00:37
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Treibers Rache

Bei Herrn Treibers Aktionen habe ich zunehmend den Eindruck, dass er

1) ruiniert, soviel (vor seiner Pensionierung) noch geht
2) er mit seinen abfälligen Äußerungen über die Guglhupf-Macher abzuwehren versucht, wovor er offensichtlich fürchterliche Angst hat, mag sie auch zum Teil uneingestanden sein: seine Pensionierung und die Tatsache, dass er dann auch nach weitverbreitetem - nicht von mir geteilten - Verständnis zu "den Alten" gehört.
Der Guglhupf war in keiner Weise angestaubt; ich habe es vielmehr sehr erfreulich gefunden, dass über Siebziegjährige eine solche Sendung wöchentlich und auf gleichbleibend hohem - auch kritischem! - Niveau, noch dazu technisch selbst, produzieren.
Über die erste Sendung der "Welt Ahoi" bin ich erschrocken und ich hoffe, dass die vier noch die Kurve kriegen. Auch die Tatsache, dass in einer Sendung auf Ö1 an einem Tag, an dem viele ihrer Verstorbenen gedenken, solch ein Gekreische und konzeptlose Krampflustigkeit präsentiert wird. Aber das ist dem Herrn Treiber wohl wurscht, wie ihm offensichtlich auch der Großteil der Ö1-Hörer wurscht ist.
Sein arroganter Kommentar über die Sendung "Ganz ich" war auch überflüssig. Abgesehen davon, dass diese Sendung bestimmt ihre Hörer hat, spricht es nicht für Herrn Treibers Professionalität, wenn er interne politische Reibereien nach außen trägt und - noch schlimmer - den Verlust vieler, darunter auch langjähriger, Ö1-Hörer riskiert.

Antworten Gast: ohoi
09.11.2009 16:12
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Re: Treibers Rache

Sie schreiben mir aus der Seele! Dass ein derartiges Nichts an Ideen bzw Kreativität dem Guglhupf nachfolgt, ist für die WeltahoiMacherInnen ein Armutszeugnis! Die kritischen Hörermeinungen in der zweiten Sendung dann zu verarschen, ein weiterer Tiefpunkt dieser Nullnummern! Was Herr Treiber von Frau Krainer und Co gehalten hat, konnte man ohnehin lesen, dass dann DAS nachfolgt, spricht für seine Pensionswürdigkeit! Sein unprofessioneller Kommentar in der letzten Ö1 Zeit spricht für sich!!!

Gast: Eule
07.11.2009 14:01
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Welt Ahoi

S.g. Herr Treiber!
Habe auf Welt Ahoi gewartet.Mit Optimismus!
(Weil wir den Gugelhupf veroren haben)
Dann DIESES ERGEBNIS!War schwer enttäuscht.
Wenn man die Mail-reaktionen (fast alle) liest,ist es gelungen,die "Stammhörer" sowie Ö1 Mitlieder vor den Kopf zu stossen. Sie müssen der Presse nicht die Geschichte von überlasteten Server auftischen.In der Form ist WELT AHOI für mich eine Zumutung!
Übrigens:Die Meinungen waren schon geteilt,aber 9:1 haben schwere Kritik geübt!

biedermann
07.11.2009 11:02
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das herumgekreische und -gebrülle nervt am sonntagvormittag.


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abgewöhnt

Ich habe mir schon vor einiger Zeit abgewöhnt Ö1 zu hören.
So wie ich mir auch abgewöhnte die Nachrichten im ORF zu sehen. Und das rosa Häuslpapier hab ich mir auch ziemlich abgewöhnt, weil es immer schwerer erträglich für mich ist.
Die Presse gewöhne ich mir auch bald ab, weil sie ebenso schön langsam zu einem Propagandablatt derer verkommt, die regieren. Und die Recherche ist auch hier nicht gegeben. Ja, ohne Medien wird es sich vielleicht besser leben...

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Re: abgewöhnt

jeden satz nterschreibe ich!

Gast: ö1 fan
06.11.2009 22:54
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sauhaufen

es ist traurig mitanzuhören, was mit einem derart wunderbaren sender passiert.
warum wohl gibt es den gugelhupf nicht mehr? natürlich erwarten sich bekannte künstler geld und machen nix gratis und wenn man weiß um welches geld da gearbeitet wurde, dann kommt einem sowieso das spei. über den ekelerregenden privilegienstadel orf. und dafür bezahlen wir gebühr!
und um himmels willen herr treiber, welche 60% der hörer wünschen sich mehr wiederholungen!??

nehmen sie sich doch selbst auf den arm ...

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ein absolut getreues spiegelbild

... unserer neffen und nichten- demokratie

Gast: gast
06.11.2009 21:08
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Der dumme ORF ruiniert sich selbst...

...und verjagt seine Kunden mit Vorsatz.
Erfolgreiche Formate schmeissen und durch Nonsensproduktionen a la "mitten im 8ten" ersetzen. Hörerverarschung in Reinkultur!
Das neue Sendeschema "BILLIG" mit vielen
Wiederholungen zur Vertreibung aller Ö1 Hörer. Die finanzielle Pleite des ORF ist absehbar.

   

Der Mediator