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"Eine wie keine": Seifenrennen im ORF-Fernsehen

14.11.2009 | 17:56 |  von Isabella Wallnöfer (Die Presse)

"Anna" ist nicht genug. Der ORF startet eine neue Daily Soap: In "Eine wie keine" sucht Marie Zielcke als chaotische Manu das (Mutter-)Glück.

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Manu redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie hat keinerlei natürliche oder antrainierte Ehrfurcht vor den Reichen und/oder Schönen. Und sie ist ihrem Sohn Daniel eine hingebungsvolle, wenn auch reichlich naive Mutter. Naiv zu sein – das ist offenbar Grundvoraussetzung, um als Heldin einer Daily Soap im ORF-Vorabend in Serie zu gehen. Jeanette Biedermann hat es als zunächst vor Schüchternheit gänzlich stumme „Anna“ vorexerziert – mittlerweile hat sie in knapp mehr als 300 Folgen nicht nur das Sprechen gelernt, sondern es vergangenen Donnerstag immerhin zur Frau des feschen Werbers Jonas gebracht. Ihr Rezept: Augenklimpern, verschreckt in die Gegend schauen und sich ganz laut aus dem Off Gedanken machen. Und während das Format anfangs schwächelte, freuten sich die Koproduzenten ORF und Sat1 zuletzt über passable Quoten.


Lieber erst bis drei zählen. Manu macht das anders. Sie spricht laut aus, was sie denkt und ist auch sonst überaus impulsiv (wenn es ihr nicht rechtzeitig gelingt, sich an ihren eigenen Vorsatz zu erinnern: nämlich, erst einmal bis drei zu zählen). Wenn ihr also einer der noblen Gäste im fiktiven Berliner Grandhotel Aden kaltschnäuzig erklärt, sie sei es nicht wert, mit seinem Hund zu spielen, dann landet eben der Putzwasserkübel gar nicht einmal aus Versehen auf einem Versace-Anzug. Oder war's Armani? Egal. Im Plot geht es schlicht um die plakative Darstellung der reichen und intriganten Gegenwelt zum kindlich-unbedarften Zugang, den Manu hat – bis (und das ist der Auftakt zur Soap) ihre Ehe scheitert und sie sich gegen die Unbill von unbezahlten Rechnungen, Sorgerechtsstreitereien und die Konkurrenz der Neuen an der Seite ihres Ex wehren muss.

Das Serienpublikum wird wieder einmal Zeuge einer Metamorphose – vom frechen Hausweibchen aus bescheidenen Verhältnissen zur Luxushotelangestellten, die dem feschen Chef (Arne Stephan gibt den nur nach außen hin aalglatten Hoteldirektor Mark Braun) aus der Patsche hilft. Ein Happy End darf als zwingendes Muss angenommen werden.


Breites Berlinerisch als ORF-Content. Das Aden steht in Berlin, nicht in Wien – der Name erinnert wohl nicht zufällig an den real existierenden Superluxus des Hotels Adlon, direkt neben dem Brandenburger Tor. Der ORF hat mit Sat1 koproduziert – womit die Serie auf dem Küniglberg zur Kategorie Eigenproduktionen gerechnet wird. Erkennen kann man das allerdings nur an den beiden heimischen Schauspielern, die es in die Serie geschafft haben: Elisabeth Sutterlüty als ehrgeizige stellvertretende Hoteldirektorin Gina und Mathias Kahler-Polagnoli, der als intriganter Chefkellner des Hotels seine Mitarbeiter schikaniert. Ab Montag, wochentäglich um 18 Uhr, in ORF1 und Sat1.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2009)

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