"Nazi-Schlampe": Niederlage für AfD-Politikerin gegen Satiresendung

Die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Sender NDR eingebracht. Das Landgericht Hamburg lehnte den Erlass ab.

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Alice Weidel Spitzenkandidatin der AfD Deutschland Berlin Bundespressekonferenz Thema Auswirku – (c) imago/Metodi Popow (M. Popow)

Die AfD-Spitzenkandidatin für die deutsche Bundestagswahl, Alice Weidel, hat im Rechtsstreit um umstrittene Äußerungen über sie in einer NDR-Satiresendung eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Hamburg wies am Mittwoch einen Antrag Weidels auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Sender NDR zurück. Ein Moderator hatte Weidel in der Sendung "extra 3" als "Nazi-Schlampe" bezeichnet.

Das Gericht entschied nun, dass es sich dabei um Satire handle, "die im konkreten Kontext der Äußerung von der Meinungsfreiheit gedeckt ist".

Der Beitrag war Ende April im Zusammenhang mit der Wahl Weidels zur AfD-Spitzenkandidatin auf einem Parteitag in Köln gesendet worden. Der Moderator bezog sich in der umstrittenen Äußerung auf eine Rede Weidels, in der sie forderte, die "politische Korrektheit" gehöre auf "den Müllhaufen der Geschichte".

"Lasst uns unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht"

Der Moderator kommentierte dies mit den Worten: "Jawoll, Schluss mit der politischen Korrektheit! Lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genug? Ich hoffe!"

Für Gericht klar erkennbare Satire

Die Richter erklärten nun, die umstrittene Äußerung mit den Begriffen "Nazi" und "Schlampe" beziehe sich "in klar erkennbarer satirischer Weise" auf die Forderung, die politische Korrektheit gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte. Der Zuschauer begreife den Begriff "Nazi" als "grobe Übertreibung", nehme deshalb aber nicht an, dass Weidel "Anhängerin der Nazi-Ideologie" sei.

Die Entscheidung des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Der Bevollmächtigte Weidels in dem Rechtsstreit kündigte laut Gericht bereits an, gegen die Zurückweisung des Antrags sofortige Beschwerde einzulegen. Darüber müsste dann das Oberlandesgericht entscheiden.

(APA/AFP)

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