Medien streiten über algerische Bikinirebellion

Französische Berichte über eine große Antiverhüllungsaktion seien erfunden, behaupten Kritiker.

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Symbolbild. – (c) imago/blickwinkel

Eine „riesige republikanische Badeaktion“ solle am 7. August am Strand von Tichy in der Kabylei in Algerien stattfinden, berichtete die französische Wochenzeitung „Marianne“ in ihrer Ausgabe vom 4. August. Frauen würden an diesem Tag demonstrativ in Bikini oder Badeanzug erscheinen, als Reaktion auf Kampagnen von Facebook-Usern, die zur öffentlichen Bloßstellung von Frauen in westlicher Badekleidung aufgerufen hatten. In der französischen Gratiszeitung „20 minutes“ war zu lesen, dass 3000 Frauen bei der Aktion erwartet würden, und auch Fernsehsender wie RT France und BFMTV kündigten die Aktion an.

Tatsächlich gab es an diesem Tag in Tichy keine Spur von der Aktion. Und algerische Medien und Blogger behaupten nun, die französischen Medien seien auf eine per Facebook gestreute Falschinformation hereingefallen. Die Zeitschrift „Marianne“ weist diese Vorwürfe zurück. Der in Algerien tätige Verfasser gibt an, er habe mit Frauengruppen gesprochen, die Aktion sei jedoch zwei Tage davor aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Auf Facebook sei auch die Falschmeldung einer Aktion „Am 7. August bade ich nackt“ gestreut worden (offenbar von Kritikern der Aktion), doch sein eigener Bericht habe damit nichts zu tun.

Sicher ist, dass es eine Bikiniprotestaktion im Juli im algerischen Ort Annaba gegeben hat. Damals reagierte eine Frauengruppe gegen eine Kampagne in den sozialen Netzwerken: User hatten dazu aufgerufen, zu leicht bekleidete Frauen an den Stränden zu fotografieren und ihre Fotos online zu stellen. (sim)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2017)

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