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Berlusconi: News aus einem Guss

12.12.2009 | 18:28 |  (Die Presse)

In Italien will Regierungschef Berlusconi die Nachrichtenredaktion seines Senders zentralisieren.

„Protest!“, heißt es seit Mittwoch bei den rund 350 Journalisten der italienischen TV-Gesellschaft Mediaset. Sie ist Teil des italienischen Medienimperiums von Regierungschef Silvio Berlusconi, sein Sohn Pier Silvio ist dessen Vizepräsident. Grund für den Unmut der Belegschaft: Mediaset-Präsident Fedele Confalonieri hat die Gründung einer firmeninternen Nachrichtenagentur angekündigt, die TV-Berichte für alle Kanäle der Gesellschaft produzieren soll. Bisher hatten die Nachrichtenredaktionen der drei Mediaset-Sender Canale 5, Rete 4 und Italia 1 eigenständig gearbeitet.

Die Agentur soll aus 100 Journalisten bestehen, die aus den drei bereits bestehenden Redaktionen rekrutiert werden. So soll die Produktion von Berichten zentralisiert werden, was zu beträchtlichen Einsparungen führen soll. Nur bei der politischen Berichterstattung werden, so heißt es, die drei News-Redaktionen weiterhin selbstständig bleiben. Die Journalistengewerkschaft befürchtet die Streichung etlicher Jobs und kündigte Protestaktionen an.

Ähnliche Pläne gibt es auch beim ORF, wie Freitag bekannt wurde: Ab 2010 soll es im Radio einen „zentralen Newsdesk“ geben, von dem aus Ö1- und Regionalnachrichten plus Teletext-Information und Ö1-Online gesteuert werden. Ab 4. Jänner könnte es für Ö1 und die ORF-Regionalradios ein einheitliches Nachrichtenformat geben.

Unter Druck. Laut der Verantwortlichen bei Mediaset entspricht die neue Agentur der Notwendigkeit, die Kosten bei der Berichterstattung der drei Kanäle zu rationalisieren. Mediaset wolle weiters eine aktive Rolle auf dem Digital-TV-Markt spielen, die neue Agentur sei auch in dieser Hinsicht wichtig. Mediaset ist wegen des Rückgangs bei den Werbeeinnahmen unter Druck geraten. Die Gruppe halbierte in den ersten drei Quartalen 2009 den Nettogewinn, der von 355,8 Millionen Euro (im selben Zeitraum 2008) auf 184,2 Millionen Euro sank.

Die Belegschaft ist indes nicht nur bei Mediaset kampfbereit. Wegen der weltweiten Finanz- und Strukturkrise der Medien hat Berlusconis Verlagsgruppe Mondadori die Streichung von 600 Jobs angekündigt. Bis 2011 will das Unternehmen 21 Prozent seines Personals kürzen. Schon 2008 mussten knapp 150 Mitarbeiter gehen. Die Jobkürzungen werden auch Frankreich betreffen, wo Mondadori kürzlich das Frauenmagazin „Grazia France“ lancierte.


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