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FPÖ trägt ORF-Gesetz mit

17.06.2010 | 18:21 |  ISABELLA WALLNÖFER (Die Presse)

Mit den Stimmen der FPÖ haben SPÖ und ÖVP am Donnerstag im Nationalrat das ORF-Gesetz mit Zweidrittelmehrheit durchgebracht – Grüne und BZÖ verweigerten letztlich ihre Zustimmung.

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The eagle has landed“, scherzte man am Donnerstag in Regierungskreisen. Bis zuletzt war um eine Einigung auf das ORF-Gesetz gerungen worden – Grüne und BZÖ verweigerten letztlich ihre Zustimmung. Mithilfe der FPÖ erzielten SPÖ und ÖVP dann aber doch die für die Installation einer unabhängigen Medienbehörde notwendige Zweidrittelmehrheit. Trotz „schmerzhafter Kompromisse und Einschränkungen“ werde mit dem am 1. Oktober in Kraft tretenden Gesetz der Grundstein dafür gelegt, dass „der ORF Zukunft hat“, lobte SPÖ-Klubobmann Josef Cap die Entscheidung. Klubobmann-Kollege Karlheinz Kopf von der ÖVP assistierte: Der ORF werde „das Leitmedium in Österreich“ bleiben.

ORF-General Alexander Wrabetz bezeichnete den neuen Rechtsrahmen für den Öffentlich-Rechtlichen als „ganz wichtigen Schritt zur langfristigen Zukunftssicherung des ORF, der die Einheit des Unternehmens absichert, die Finanzierung ermöglicht“. Nun könnten viele Programmmaßnahmen umgesetzt werden, auch die Filmförderung, der Ausbau der Barrierefreiheit und der Erhalt des RSO seien gesichert. Kopf erinnerte den ORF aber daran, dass die 160 Millionen Euro, die in den kommenden vier Jahren unter dem Titel Gebührenrefundierung an den ORF ausgeschüttet werden, nur „Überbrückungsgeld“ seien: Nach vier Jahren werde damit Schluss sein.

 

ORF einigt sich mit Verlegern

Bis Mittwochabend verhandelte der ORF mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) über Regionalwerbung rund um „Bundesland heute“. Man einigte sich darauf, dass der ORF täglich pro Bundesland höchstens 150 Sekunden für bezahlte Kooperationen werben darf – allerdings nur für Initiativen, die auch in anderen Medien schalten (damit auch die kommerziellen Regionalmedien profitieren). Geworben werden darf nur für bestimmte Auftraggeber (z.B. Länder und Gemeinden) und zu festgelegten Themen wie Sport, Kunst, Volkskultur, aber auch Verkehrssicherheit und Konsumentenschutz.

 

Grüne kämpften für die „Futurezone“

Die Grünen verweigerten ihre Zustimmung, weil das Gesetz die Abschaffung des ORF-IT-Portals „Futurezone“ in der derzeitigen Form vorsieht. Grün-Mandatar Dieter Brosz meinte, die „Futurezone“ betreffe den Kernauftrag des ORF, sie sei eine Institution und für viele das beste Onlineangebot des ORF. Grün-Kultursprecher Walter Zinggl bezeichnete es als den „hellen Wahnsinn“, dass das Portal geschlossen werde. Im Verlauf des Vormittags wandte sich die Initiative „Mehr Forschung 2020“ in einem offenen Brief an Nationalrat, ORF und dessen Gremien: Das ORF-Fernsehen habe „die Programmteile wissenschaftsaffiner Themen in den letzten Jahren zurückgefahren“ – er müsse seinen Auftrag im Bereich Wissenschaft und Forschung besser wahrnehmen.

Das BZÖ stimmte ebenfalls nicht mit: Man könne nicht zulassen, „dass der ORF in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Sparpakete 160Millionen Euro bekommt“, argumentierte Mediensprecher Stefan Petzner.

Allgemein wird vermutet, dass sowohl die FPÖ als auch die ÖVP für ihre Zustimmung zum Gesetz mit ORF-Posten belohnt werden. Noch offen sind die Ausschreibungen für die Korrespondentenposten in Berlin, Rom und Washington sowie die Nachfolge von Ö1-Chef Alfred Treiber, TV-Magazinchef Johannes Fischer und Wissenschaftschefin Gisela Hopfmüller.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2010)

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51 Kommentare
 
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ORF Schandgesetz

Unter dem Vorwand notwendiger Anpassungen an EU-Vorgaben und neuer Internetregeln wurde am Donnerstag der aus einem Volksbegehren (832.353 Stimmen) hervorgegangene unabhängige ORF mit den Stimmen von ÖVP,SPÖ und FPÖ seiner politischen, wirtschaftlichen und programmlichen Souveränität beraubt.
•Politisch abhängig wird das Unternehmen, weil eine von den Parteien mit fünf betriebsfremden Juristen besetzte staatliche Behörde über das Unternehmen gestülpt wird, die Entscheidungen der ORF-Organe aufheben bzw. diese auch abberufen kann.
•Wirtschaftlich abhängig wird das Unternehmen, weil die neue Behörde bei der Festsetzung der Teilnehmerentgelte mitentscheidet und das Gesetz auch weiterhin keine Bestimmungen enthält, in welcher Form der Staat die von ihm festgelegten Gebührenbefreiungen dem ORF abgilt.
•Programmlich abhängig wird das Unternehmen, weil diese neue staatliche Bürokratie über neue Programmangebote entscheidet und die Qualitätssicherung sowie das marktkonforme Verhalten überprüft.
Die FPÖ hätte es in der Hand, dieses Schandgesetz zu verhindern tat es aber nicht.
Jeder einzelne Abgeordnete von ÖVP. ÖVP und FPÖ ist mitschuldig, dass der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk unter die totale Staatsaufsicht gestellt wird.
(Kurt Bergmann, ehemaliger Abgeordneter der ÖVP, Ex Generalsekretär des ORF)

citoyen
18.06.2010 09:52
2 0

Die FPÖ hat völlig versagt

Da lamentiert der Jung-Blondinen-Ausführer und peinliche Twitterer Strache ständig über den ORF, der von Linken und Grünen dominiert wird.

Was macht er dann bei der nächsten Gelegenheit? Er stimmt dem Gesetz zu. Wahrscheinlich bekommen die Blauen dafür einen Posten in der Portierloge...

Neben Grün, Rot und Schwarz kann man Blau offensichtlich auch nicht mehr wählen. Nichtwählen wird zunehmend zur Option. Traurig, aber wahr.

parapente
18.06.2010 06:35
5 0

Ich pfeif schon lange auf den ORF,


denn wenn ich mich gezielt informieren oder spannende Filme sehen will - muss ich auf die vielen Privatsender meiner Schüssel ausweichen.
Trotzdem muss ich MÄCHTIG GIS bezahlen.

Unverständlich! Kann das EU-konform sein??

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Re: Ich pfeif schon lange auf den ORF,

diese Leute sind es gewohnt zu kassieren ohne je eine Gegenleistung zu liefern. In Deutschland zahlt demnächst jeder Haushalt Rundfunkgebühren - egal, ob in dem Haushalt ferngeschaut wird oder nicht. Irgendjemand muß die Parteienwerbung bezahlen.

parapente
18.06.2010 06:26
4 0

Bravo, FPÖ !!


Warum sollte sich nun der ORF um eine ausgeglichene Bilanz kümmern, wenn es sich mit staatlicher Hilfe und den gigantischen GIS-PFLICHTgebühren auch bequem leben lässt??

Ich dachte, die FPÖ steht für Innovation und Fleiss??

Da hab ich mich getäuscht!


Gast: UKW
17.06.2010 20:49
10 0

Wendehals Strache hat sich wieder einmal kaufen lassen

Wie damals, als er gemeinsam mit Rot und Grün den Wrabetz installiert hat.

Petzner mag eine Heul--suse sein, er hat aber am besten agiert und argumentiert:

Man könne nicht zulassen, „dass der ORF in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Sparpakete 160Millionen Euro bekommt“

Peregrin
17.06.2010 20:24
4 0

Installation einer unnötigen Medienbehörde

Was kostet's, was bringt's? An Behörden fehlt es uns nun ja nicht gerade.

Gast: Karl
17.06.2010 19:19
3 0

Steuerverschwender

Das ist wieder Typisch für unsere Regierung da machen da Schneisen die die den ORF das Geld nach für Sendungen die Eigentlich keiner sehen will Schiesse ich war auch bei der Barbara Karlich bin schon Gespannt ob die alles Senden den die Hirnlosen Sterben nicht aus. Das sieht man an der Politik Verdrossenheit der Bürger oder deren wissen darüber.

Cuchulainn
17.06.2010 19:16
5 1

Privilegienstadel

powered by FPÖ

Gast: verstehe
17.06.2010 19:03
4 0

Das Fass ohne Boden bekommt mehr Geld

.

Gast: klabautermann777
17.06.2010 18:42
2 0

Kuhhandel?

Was haben sie denn für diesen Deal bekommen?

Antworten citoyen
18.06.2010 10:13
0 0

Re: Kuhhandel?

Das Papier an gewissen Orten erhält einen blauen Streifen...

Halt: hat da jemand "braun" gesagt?

Allah
17.06.2010 18:06
5 0

GIS-Gebühren abschaffen, aber schnell!


Toni54
17.06.2010 17:57
4 1

FPÖ Intelligenzia

Fichtenbauer brüllte ins Plenum zum BZÖ:
"Sie sind von null Dimension"
Intelligenz findet immer die richtigen Worte!

gegenstrom
17.06.2010 17:36
6 0

Lug %

Lug & Trug

160.000 Petitions-Teilnehmer/innen bedanken sich bei Ihnen recht herzlich Herr Vilimsky! Dass Sie nicht vor Scham in Grund und Boden versinken, zeigt deutlich, was man von Politikern Ihres Kalibers halten darf. Pfui Teufel!

0 0

Re: Lug %

ich habe auch an der Petition teilgenommen und nun das. Man kann nicht aus allen Trögen fressen - das muß auch der FPÖ einmal klar sein.

Gast: Bobolak
17.06.2010 15:55
5 1

Da schau her:

die FPÖ in großkoalitionärer Manier.
Verlogenheit zum Quadrat!

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Warum blos ist das BZÖ gegen Kontrolle? Was will sie geheim halten?

Anstatt für Ordnungspolitik möchte das BZÖ lieber Anarchie. Nur so lässt sichs erklären, warum das BZÖ gegen eine Aufsicht ist.

Erinnern wir uns aber an die Hypo Bank in Kärnten zurück - dort war die Aufsicht auch im Weg.


Gast: nirak
17.06.2010 14:28
5 0

na toll...

noch mehr so tolle sendungen wie "mitten im achten".. und dafür heißts für uns österreicher sparen..

5 2

Die Strache-FPÖ

hilft der Koalition das ORF-Gesetz in Beton zu gießen, sprich in Verfassungsrang zu heben.
Das ist kein dummer-Buben-Streich mehr, das ist pure Ignoranz und Verhöhnung der Pflichtbeitragszahler.

Die Quittung, Herr Strache, wird Ihnen präsentiert werden......

Gast: Lukas
17.06.2010 13:31
9 0

verlogene FPÖ!

da wird die FPÖ seit Jahren im ORF politisch zur Sau gemacht, da sammelt ein Vilimsky großspurig Unterschriften gegen die ORF-Zwangsgebühren und heute liefern diese Pharisäer von der FPÖ den Koalitionsparteien SPÖVP eine Zweidrittelmehrheit. Liebe FPÖ-Mandatare, offensichtlich haltet ihr die Wähler für blöd. Meine Sympathie haben diese verlogenen Typen heute verloren!

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Gutes Gesetz für einen noch besseren, informativeren ORF.

Nur ein starkes Gesetz mit klaren Ansagen, garntiert auch in Zukunft beste Qualität für die Zuseherin.

Eine unabhängige Medienbehörde garantiert den Einfluß von Oppositionsparteien, wie die des BZÖ.

Deswegen war die 2 Prozent Partei dagegen, dass der ORF unabhängig bleibt. Nur die FPÖ ist schon seit langem im glauben, dass der ORF zuwenig Vielfalt bietet. Deswegen sagte die FPÖ: Dass möchte ich noch verbessert haben!

Historisch der FPÖ in einem Punkt klugheit zu beurkunden!

Begrüßenswert ist der Schritt, die ORF Ski Challenge zu beenden. Das beliebte Spiel war dafür verantwortlich, dass viele Jugendliche Spielsüchtig wurden.


Antworten Teamchef4
17.06.2010 13:41
5 1

Re: Gutes Gesetz für einen noch besseren, informativeren ORF.

Komm, geh spielen. Hier unterhalten sich Erwachsene.

Cuchulainn
17.06.2010 12:40
5 0

"Aus dem Kakao, durch den man gezogen wird,

soll man nicht noch trinken.."

Die FPÖ möge sich an ihrer Zustimmung verschlucken!

Löst den Rotfunk endlich auf!

Antworten Cuchulainn
17.06.2010 12:56
3 0

So lautet das Zitat kompletto:

"Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!"
(Erich Kästner)

Gast: Gebühren- und Steuerzahler
17.06.2010 12:29
8 0

SOS-ORF

Der linke Privilegienstadl wird also hurtig weiter finanziert - mit Zustimmung von rechten Parteien!

Der österreichische Gebührenzahler darf auch noch zusätzlich ein Steuerscherflein beitragen, damit sich auch weiterhin eine bestimmte ORF-Schicht königlich löhnen lassen kann.

Der Gebührenzahler hat nicht einmal Anspruch auf wahrheitgemäße Berichterstattung sondern wird weiterhin der linken Meinungspropaganda der ORFler ausgesetzt...

Jene Medien die keine Privilegien wie Zwangsgebühreneinnahmen haben werden demnächst auch um Presseförderungssteigerung ansuchen (zB "Österreich" , "Bezirksblattl" etc. werden wie finanziert ???) und der Steuerzahler wird weiter bluten dürfen und von den werten Politikern wird irgendwas von "alle müssen den Gürtel enger schnallen" gefaselt von wegen Finanzkrise ...

 
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