Dominic Heinzls Societysendung "Chili" steht wegen ihrer schwachen Quoten unter Dauerbeschuss. Nun äußert auch der ORF-Finanzdirektor Richard Grasl Verbesserungsvorschläge und denkt laut über eine Verlegung auf einen anderen Sendeplatz nach. "Ich habe eine klare Meinung zu Chili: der Sendeplatz gegen Bundesland Heute, ZiB, Seitenblicke und Sport ist der Allerschwierigste, den man haben kann", sagt Grasl Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Freitagausgabe). "Chili" und die Zwillingssendung "Backstage" sind täglich ab 19:25 in ORF1 zu sehen.
Früher seien dort günstige US-Kaufserien gelaufen, gibt Grasl zu bedenken. "Bei 'Chili' haben wir Geld in die Hand genommen. Und wenn wir schon etwas mit viel Geld finanzieren, müssen wir dies nicht unbedingt der größten Konkurrenz im eigenen Haus aussetzen. Da gibt es vielleicht bessere Sendeplätze."
"'Chili' werde unter Wert geschlagen"
Man habe "nun ein halbes Jahr gesehen, dass sich der Heinzl und 'Chili' auf diesem Sendeplatz sehr schwer tun", bekundet Grasl. "Chili" werde derzeit unter Wert geschlagen. "Da sollte man sich überlegen, ob es bessere Varianten gibt."
Auch Programmdirektor Wolfgang Lorenz hatte vor kurzem Kritik am "Chili"-Sendeplatz geäußert, wie auch Kommunikationschef Pius Strobl. Zur Zeit habe man aber keinen besseren, sagte dieser.
Mehr Landesstudio-Inhalte
Aber nicht nur für "Chili" scheint Grasl Pläne zu schmieden: Der Finanzdirektor hat es sich außerdem zum Ziel gesetzt, zu untersuchen, wie die Landesstudios produktiver werden können. Überbesetzt seien sie nicht, sagt der Finanzdirektor. "Ich glaube aber auch, dass wir die Landesstudios verstärkt nutzen sollten. Regionalinformation ist beliebt und die Studios produzieren kostengünstig: es wäre für den ORF gut, wenn wir noch mehr Inhalte in die Gesamtprogramme hineinbrächten. Das ist Teil meiner Mission."