ORF.at: Futurezone-Neustart und Foren-Schließungen

Seit heute sind die neuen Regelungen im ORF-Gesetz in Kraft – mit strengeren Grenzen für das Online-Angebot des ORF. Die Futurezone ist übersiedelt, die Foren werden stark eingeschränkt.

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(c) Clemens Fabry

Seit heute, Freitag, sind die neuen Regeln im ORF-Gesetz in Kraft. Sie beinhalten strengere Grenzen für ORF On, das ORF-Angebot im Internet, denn der öffentlich-rechtliche Sender darf künftig nur mehr sendungsbezogene (Schwerpunkt-)Themen auf seinen Portalen und in seinen Foren thematisieren.

Die Belegschaft lief gegen diese ihrer Ansicht nach "gesetzlich verordnete Amputation" von ORF On Sturm, vor allem gegen das Ende der Futurezone mit 30. September. Die Community des IT-Portals ging auf die Barrikaden und gründete auf Facebook die Initiative "Retten wir die Futurezone". Sie wollten, dass das IT-Portal der Community übergeben wird.

Futurezone kam den ORF teuer

Der ORF hat diese aber an den Kurier verkauft - und dürfte damit kein schlechtes Geschäft gemacht haben: Die Internetforen bringen dem ORF zwar regen Besuch aus der Online-Community, sind aber werbefrei und kosten wegen des hohen personellen Aufwands laut ORF-On-Geschäftsführer Karl Pachner mehrere 100.000 Euro im Jahr.

Mit einem Artikel mit der Überschrift "Down by Law" verabschiedete sich die Redaktion des Portals am Donnerstag von ihren Usern. Seit Freitag kommen die Inhalte auf www.futurezone.at von der Kurier-Onlineredaktion - optisch ist von den Veränderungen auf den ersten Blick kaum etwas zu sehen. Nur das ORF.at-Logo in der Kopfzeile fehlt. Die Links über dieser führen nun freilich auf das Online-Portal des Kurier.

Kurier will sich an Futurezone-Themen halten

Auch inhaltlich will sich Kurier.at an die bisherige Leitlinie halten. "Wir werden auch künftig über all jene Themen berichten, für die die Futurezone bisher geschätzt wurde", versicherte Thomas Kralinger, Geschäftsführer von Kurier und Kurier.at auf der übersiedelten Seite.

Die Community äußert sich bislang skeptisch, vor allem was die Unabhängigkeit des IT-Portals betrifft: Von einem "bitteren Beigeschmack" ist in Postings die Rede. Die Daten der Community hat der Kurier mit den Kauf nicht erhalten: Diese hat der ORF nicht weitergegeben, heißt es in einer Benachrichtigungs-Mail des öffentlich-rechtlichen an seine User.

Aus für die Chats und debatte.ORF.at

Beschränkt wird nicht nur die Futurezone, auch die Regionalmeldungen werden im Internet künftig schmäler ausfallen. Auf den Bundesländerseiten dürfen pro Woche nicht mehr als 80 Meldungen geschalten werden. Geschlossen werden auch der Ö3-Chat und der FM4-Chat, die Ö3-Quicknote und die FM4-Notes sowie die Off-Topic-Debatte in debatte.ORF.at. Letztere ist noch online - ohne Hinweis auf das künftige Aus. Spiele wie die "Ski Challenge" müssen ebenfalls aufgegeben werden.

Die Werbeeinnahmen von ORF On sind von den Einschränkungen bislang nicht betroffen: Sie werden erst ab 2016 auf fünf Prozent der Gebühreneinnahmen gedeckelt. Finanziell profitiert der ORF jedenfalls von den Gesetzesänderungen: Enthalten darin nämlich auch die 160 Millionen Gebührenrefundierung, verteilt auf vier Jahre.

 

(her)

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