Nikolaus Pelinka dementiert Wechsel zum ORF

02.12.2010 | 14:10 |   (DiePresse.com)

"Wir wollen keine politischen Besetzungen im ORF, egal aus welcher Partei", sagt "ZiB"-Redakteurssprecher Bornemann. Gerüchten zufolge könnte Pelinka Generalsekretär der nächsten ORF-Geschäftsführung werden.

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Unruhe und Empörung herrscht derzeit unter ORF-Journalisten über die kolportierte Installierung von Nikolaus Pelinka als ORF-Generalsekretär der nächsten ORF-Geschäftsführung. Der Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat und enge Vertraute von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas wurde zuletzt als möglicher Kandidat für den Posten gehandelt. Derzeit arbeitet Pelinka für die ÖBB. ORF-Chef Alexander Wrabetz soll bei einer Redakteursversammlung bezüglich eines möglichen Wechsels Pelinkas in den ORF vage geblieben sein, das alarmiert nun die ORF-Journalisten.

Pelinka schließt einen Wechsel in den ORF indes klar aus. "Dieses Gerücht ist absoluter Schwachsinn und hat null Grundlage. Es wird nur deshalb gestreut, um das Unternehmen im Gerede zu halten", so Pelinka. Und auf Nachfragen meinte er: "Ja, ich schließe aus, dass ich in der nächsten Geschäftsführung in den ORF wechsle."

Im Büro des ORF-Generaldirektors war man um Beruhigung bemüht. Wrabetz habe gegenüber ORF-Redakteuren deshalb nicht näher zur Causa Stellung genommen, weil er sich, solange nicht klar ist, ob er noch einmal für den Posten des ORF-Chefs kandidiert, an Spekulationen über die Zusammensetzung des künftigen Teams der ORF-Geschäftsführung nicht beteiligen wolle. Wrabetz wolle darüber hinaus ganz grundsätzlich niemanden ausschließen, hieß es.

"Unabhängigkeit des ORF mit Füßen getreten"

"Natürlich sind die Mitarbeiter total empört. Auf dem Rücken der ORF-Mitarbeiter wurden zuletzt mehrere Sparprogramme durchgezogen. Aber jetzt soll offenbar ein neuer Posten für SPÖ-'Freundeskreisleiter' Nikolaus Pelinka geschaffen werden. Das ist nicht akzeptabel", erklärte "Zeit im Bild"-Redakteurssprecher Dieter Bornemann. "Wir wollen keine politischen Besetzungen im ORF, egal aus welcher Partei. Damit wird die Unabhängigkeit des ORF mit Füßen getreten", so Bornemann. Und: "Wir werden dagegen kämpfen, wenn die Freiheit der Berichterstattung, an die wir uns in den vergangenen Jahren gewöhnt haben, wieder zurückgestutzt werden soll."

Redakteursratsvorsitzender Fritz Wendl hält es unterdessen für "extrem gefährlich", dass das Gerücht über ein ORF-Engagement Pelinkas "von gar nicht so wenigen Leuten sehr ernst genommen" wird. Parteibegehrlichkeiten und das Eingehen der ORF-Führung darauf werde offenbar "von immer mehr Menschen als geradezu selbstverständlich empfunden". Eine solche Stimmung untergrabe das wichtigste Gut des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks: "seine Glaubwürdigkeit". Die Öffentlichkeit könne sich laut Wendl aber darauf verlassen, dass die ORF-Journalisten "jeglichen ihnen bekanntwerdenden unstatthaften Parteieneinflussnahmeversuch veröffentlichen und bekämpfen werden".

"Innenminister des ORF"

Generalsekretäre gab es im ORF von 1967 bis 1998. Sie galten als "Innenminister des ORF", die sich um die Aufgabengebiete Unternehmensstrategie und Kommunikation im Haus kümmerten, und sie traten als "Außenminister" auf, hielten Kontakt zu Medien und noch mehr zur Politik. In Anlehnung an die Fußballer-Sprache wurden die ORF-Generalsekretäre auch als "Links-" oder "Rechts-Verbinder" tituliert. Durchsetzungsvermögen und Kommunikationsgeschick wurde von ihnen verlangt.

Auf SPÖ-Seite zählten Gerhard Zeiler, der in den späten 1980er Jahren direkt aus dem Kanzleramt, wo er Pressesprecher von SP-Kanzler Fred Sinowatz war, auf den Küniglberg wechselte, oder Laura Rudas' Onkel Andreas Rudas, der 1997 vom Posten des ORF-Generalsekretärs als SPÖ-Bundesgeschäftsführer in die Löwelstraße wechselte, zu den bekanntesten ORF-Generalsekretären. Für die ÖVP hielten unter anderem der spätere ORF-Finanzchef Peter Radel und "Licht ins Dunkel"-Initiator Kurt Bergmann die Stellung im ORF-Generalsekretariat.

"Hackn an zwei Nachmittagen nebenbei gemacht"

Bisher letzter ORF-Generalsekretär war Gerhard Weis, der den Job nach dem Abgang von Rudas neben seiner Funktion als Hörfunkdirektor erledigte. Als er 1998 zum ORF-Chef gewählt wurde, schaffte Weis die Funktion gleich ganz ab. "Die Hackn hab i an zwei Nachmittagen nebenbei gemacht", so ein überliefertes Zitat des damaligen ORF-Generals. Und Weis wehrte sich auch gegen eine erneute Installierung. Sollte ihm die schwarz-blaue Regierung einen Generalsekretär aufzwingen, würde er sofort seinen Hut nehmen, meinte er im Frühjahr 2001, einige Monate vor seiner Abwahl.

2006, am Ende der Amtsperiode von Monika Lindner, wurden der ÖVP Ambitionen auf die Wiedereinführung des ORF-Generalsekretärs nachgesagt. Aus der SPÖ kam deshalb postwendend Kritik. "Völlig überflüssig" nannte SPÖ-Mediensprecher Josef Cap die Funktion. Diese koste "irrsinnig viel" und bringe nichts. Die Installierung eines Generalsekretärs sei "ein frecher Anschlag auf die Geldtaschen der Gebührenzahler", so Cap damals. ORF-General Wrabetz führte den Generalsekretär denn auch nicht wieder ein. Mit Kommunikationschef Pius Strobl hatte er freilich einen Mitstreiter an seiner Seite, der der Funktionsbeschreibung sehr nahe kam.

(APA)

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14 Kommentare
Gast: Hemingway
30.12.2011 18:53
0

Nicht wundern, nicht ärgern - ORF Selbstbedienungsladen u Inzuchtverein abmelden.

Keine Zwangsgebühren mehr bezahlen, auf in - u ausländische intelligende u seriöse Gratissender ausweichen.

Die GIS Schergen haben keine Hoheits- u Exekutivrechte und in fremden Wohnungen u Häusern nichts verloren.

Also abmelden und sich nicht einschüchtern lassen und amtlich aussehende GIS Schreiben u Aufforderungen nicht einmal ignorieren.

Möchte das Volk weiterhin für diese politisch manipulative Selbstbedienuntstruppe jährlich durchschnittlich 1,5 Millionen Schillinge bezahlén - für den roten Operkapo dort jährlich ca 7.000.000.-- ?

Mächte sich der Souverän, das Volk, weiterhin verarschen, manipulieren u auslachen lassen?

Wenn nicht: ORF abmelden.

Bürger, wehrt euch rechtzeitig - sonst leben wir bald in einer von dummen u korrupten Politikern und ORf Herrschaften geführten Diktatur.

Gast: dr. bitter
23.12.2011 19:43
3

23. Dezember 2011 15:39

Bestätigt: Niko Pelinka wird neuer Wrabetz-Büroleiter

Von welcher Glaubwürdigkeit reden die überhaupt?

Die so genannte "Information" verbreitet rotgrüne Propaganda, die Posten werden nach Zuruf der Frau Rudas besetzt. Ob der Pelinka da auch noch versorgt wird ist doch vollkommen egal. Bleibt er bei der ÖBB, gibts höchstens die Gefahr einer Anklage wegen Untreue gegen den Chef dort, weil er eine Parteifunktionär finanziell versorgt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Gast: Löwelrudel
02.12.2010 17:29
3

Training

bitte wer kann mich aufklären: wer hat diesen "Wunderwutzi" trainiert? Pelinka der Professor oder Pelinka der Schreiber?
Es ist in Österreich schon merkwürdig wozu man fähig ist, gehört man der "richtigen" Partei an?!

Gast: Gast
02.12.2010 17:07
1

Bei Okidoki

kann er mitspielen.

Gast:
02.12.2010 16:54
0

ui, da tobt der Kickl wieder im Forum


the child:

Der neue Anchorman der ....Mini-ZIB!

Gast: Gast
02.12.2010 16:33
1

Ja, bitte!

Es wäre ein Segen, wenn der ORF verschwindet und Wrabetz ist sicher der richtige Mann dafür. Jetzt stellt er offenbar wieder ein passendes Team zusammen. Schnell die nächste Programmreform!

Gast: gast
02.12.2010 15:33
2

nikinuki, kleines paddeiwuzi...



WO ist dein posti ???

Letzter Versuch!

Anscheinend ein Multitalent?
Naja, wenn man sich diesen Lebenslauf anschaut http://realkanal.wordpress.com/2010/06/19/nikolaus-pelinka/ , dann kann es der junge Master of Science ja noch weit bringen....nicht wegen des "Studiums", sondern wegen der guten Beziehungen; er ist sozusagen ein W.F**mann mit akademischen Niveau.

Freundschaft, Genossen!

Re: Letzter Versuch!

Ja, dann, Donau-Krems-Universität sagt doch alles. Ein wirklich nicht ernstzunehmender Abschluss! Ein Titel von dieser Pseudouni ist doch zum Kaputtlachen!!!

Jetzt mit funktionierendem Link, sorry!

Anscheinend ein Multitalent?
Naja, wenn man sich diesen Lebenslauf anschaut http://realkanal.wordpress.com/2010/06/19/nikolaus-pelinka/, dann kann es der junge Master of Science ja noch weit bringen....nicht wegen des "Studiums", sondern wegen der guten Beziehungen; er ist sozusagen ein W.F**mann mit akademischen Niveau.

Freundschaft, Genossen!

Anscheinend ein Multitalent?

Naja, wenn man sich diesen Lebenslauf anschaut (http://realkanal.wordpress.com/2010/06/19/nikolaus-pelinka/), dann kann es der junge Master of Science ja noch weit bringen....nicht wegen des "Studiums", sondern wegen der guten Beziehungen; er ist sozusagen ein W.F**mann mit akademischen Niveau.

Freundschaft, Genossen!

Einfluss

Nach dem Abgang von Oberhauser und Strobl muss darauf geachtet werden, dass der politische Einfluss nicht verlorengeht.
http://gedaunknsplitta.blog.de

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