ORF-Chef Alexander Wrabetz hat es auf eine Formel gebracht: „Herausragende Qualität in Verbindung mit Massenattraktivität“ – erst das ergebe Public Value. Es reicht also nicht, qualitativ hochwertiges Programm zu machen, es muss auch gesehen werden. Der ORF müsse mit seinem Programm in „die Hirne und Herzen der Menschen“ vordringen, denn bezahlen wollten diese „nur, wenn wir darstellen können, dass wir einen Mehrwert produzieren, der es wert ist“. Wofür die Österreicher 50 Cent pro Tag und Haushalt ORF-Gebühr löhnen, das hat der Sender im Public-Value-Bericht 2010/11 dargelegt, der Montag präsentiert wurde. Wrabetz will damit u. a. die Positionierung des öffentlich-rechtlichen Senders gegenüber kommerziellen Sendern stärken: „Anna Bolena statt Dieter Bohlen“ ist eine andere Formel, die dem ORF-General in diesem Zusammenhang einfällt.
Die 192 Seiten starke Publikation unter dem Titel „Wert über Gebühr“ ist eine Leistungsschau des ORF – unterteilt in die Kapitel „Individueller Wert“, „Gesellschaftswert“, „Österreichwert“, „Internationaler Wert“ und „Unternehmenswert“, die von 135 Mitarbeitern in persönlichen Stellungnahmen erläutert werden. Dazu kommen „Kommentare der anderen“, vor allem von Publikumsräten, Daten und Grafiken, Fakten und Zahlen. Der Bericht sei „ein Teil der ORF-Qualitätssicherung“, meint der Public-Value-Beauftragte des ORF, Klaus Unterberger – räumt aber ein: „Der Elchtest des Public Value findet im Programm statt.“
Der Public-Value-Bericht kann online unter zukunft.orf.at nachgelesen werden. Dort sind zusätzlich Videos und Tondokumente z. B. mit Expertisen von Wissenschaftlern oder mit Programmbeispielen hinterlegt. i. w.
Wrabetz und der Public Value: „Bolena statt Bohlen“
30.05.2011 | 17:34 | (Die Presse)
192 Seiten hat der Leistungsbericht des ORF für 2010/11. Publikation unter dem Titel „Wert über Gebühr“ ist eine Leistungsschau des ORF. Für ORF-General Alexander Wrabetz dient er auch der Gebührenlegitimation.
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