ORF-Wahl: Alexander Wrabetz ist neuer, alter General

09.08.2011 | 16:31 |  von HEIDE RAMPETZREITER, ANNA WALLNER und ISABELLA WALLNÖFER (DiePresse.com)

Nachlese Liveticker 29 Stiftungsräte haben für die Wiederwahl des amtierenden ORF-Generals Alexander Wrabetz gestimmt. Zuvor hat er mehr als zwei Stunden präsentiert und diskutiert.

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Die Wahl des neuen (alten) ORF-Generaldirektors ist vorüber: Am Dienstagvomittag haben der amtierende ORF-Chef Alexander Wrabetz und sein chancenloser Konkurrent, Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz, ihre Konzepte vor dem Stiftungsrat präsentiert. Anschließend wurde Wrabetz wiedergewählt: Mit 29 von 35 Stimmen. Sechs Stiftungsräte haben sich der Stimme enthalten. Es gab keine Gegenstimmen. Der Stiftungsrat ist mit 15 roten Räten von der SPÖ dominiert (siehe Grafik unten). Wrabetz hatte sich zumindest mehr als die 20 Stimmen, die er bei seiner ersten Bestellung 2006 bekommen hat, gewunschen.

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16:29 Uhr: Wohin mit dem ORF?

Mit der Frage nach dem Standort endet die Pressekonferenz. Die Entscheidung darüber, ob der ORF vom Küniglberg abwandert, solle im heurigen Jahr getroffen werden, kündigt der General an.

16:08 Uhr: Personal und Pelinka

Ob der umstrittene rote Stiftungsrat Niko Pelinka einen Posten auf den Küniglberg bekommen wird, wie so oft kolportiert wurde? "Er hat das für sich ausgeschlossen", sagt Wrabetz. "Dem ist Nichts hinzuzufügen."

Kulovits-Rupp will sich zur Causa Pelinka zunächst nicht äußern, sagt dann aber: So weit sie wisse, hätten Pelinka und Wrabetz erst über die Einladungsliste für einen ORF-Polittalk gesprochen, als diese bereits feststand.

Wie war es mit Pelinka am Telefon? Es habe keine Absprache gegeben, sagt Wrabetz. Für Zurufe von "Unzuständigen" - und das sei der Stiftungsrat - sei er nicht offen.

Er bestätigt die Änderungen im Direktorium (siehe weiter unten), nennt aber keine Namen. Für den Posten des Fernsehdirektors suche jemanden aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, nicht aus den Privaten. 

>>> Das kolportierte ORF-Paket

Kulovits-Rupp spricht über die harsche Kritik des Redakteursrats am Stiftungsrat. Man werde einen Brief an den Redakteursrat schicken, kündigt sie an. Außerdem will man Gespräche führen.

15:56 Uhr: Die Presskonferenz beginnt

Es wird geblitzt! ORF-General Wrabetz und Stiftungsratsvorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp stellen sich den Fotografen und bald auch den Fragen. In den hinteren Reihen: ORF-Mitarbeiter Armin Wolf und Dieter Bornemann, der auch Redakteursrat ist. Beide mit Handy in der Hand.

Die Wiederbestellung sei "historisch" und "eindrucksvoll", sagt Kulovits-Rupp. Bisher sei kein Generaldirektor außer Gerd Bacher wiederbestellt und keiner mit einem derart hohen Votum in das Amt gewählt worden.

Wrabetz streicht seine Errungenschaften und die "konstruktive Arbeit" im Stiftungsrat heraus, spricht über die wirtschaftlichen Krisen (Marktöffnung und Bankenkrise) und die "Spaltungstendenzen" in der Gesellschaft.

15:05 Uhr: Stiftungsrat gegen Redakteursrat

Noch tagt der Stiftungsrat - man berät sich über die gestrige Aussendung des Redakteursrates (DiePresse.com berichtete), in der Stiftungsrat und Niko Pelinka scharf angegriffen wurden, verrät die BZÖ-nahe Rätin Huberta Gheneff. "Wir lassen uns nicht mehr global beschimpfen", sagt sie. "Der Text ist inakzeptabel." Nun plane man eine gemeinsame Gegenaussendung.

14:45 Uhr: "Ich bin bewegt"

"Ich bin bewegt, dass es so eine große Mehrheit gibt", sagt Alexander Wrabetz, als er aus dem Sitzungssaal kommt. "Das ist ein großes Vertrauensvotum, das mich mit großer Freude erfüllt, aber auch mit großer Verantwortung."

Bei der Antwort auf die Frage, welche Versprechen er der Politik dafür geben musst, klingt der alte, neue Generaldirektor ganz nach einem Politiker: "Das Versprechen, mit ganzer Kraft für den ORF tätig zu sein."

Auf personelle Fragen will Wrabetz nicht eingehen. Er habe mit Politikern nicht um Posten verhandelt, sagt er. Eine Vorstellung von der Direktion Wrabetz II habe er bereits, im Bereich der Fenrsehdirektion ("Die wichtigste Direktion", so Wrabetz) habe er noch keine Entscheidung getroffen. Für diesen Posten sucht er eine Frau (siehe unten).

Der General wehrt sich gegen den Vorwurf der "Politpackelei".

APA

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14:39 Uhr: Warten auf Wrabetz IV

Der alte, neue General ist weiterhin im Stiftungsratssaal. Was gibt es zu besprechen? Oder gratulieren alle nur?

Armin Wolf twittert: "Dürfte klarstes GD-Abstimmungsergebnis ever sein ..."

14:18 Uhr: Klopfen für Wrabetz

Wrabetz geht wieder in den Stiftungsratssaal, die Räte begrüßen ihn, indem sie mit den Knöcheln auf die Tische klopfen. Sogar ein Jubelschrei ist zu vernehmen. "Ich weiß nix", sagt er beim Reingehen. "Ich muss erst offziell hören, wie das Ergebnis ist."

Wer hat sich enthalten? Die bürgerlichen Stiftungsräte Krainer, Medwenitsch, Rößlhuber, Tötschinger und Tischler sowie der unabhängige Rat Hartig.

14:16 Uhr: Abstimmungsergebnis: 29 Stimmen für den General

Wrabetz wurde mit 29 Stimmen wiedergewählt. Sechs Räte haben sich enthalten. Fünf ÖVP-Räte und der unabhängige Rat Alexander Hartig haben gegen Wrabetz gestimmt.

APA

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14:09 Uhr: Die Entscheidung naht

Es wird abgestimmt.

14:00 Uhr: Wehrschütz tritt zur Wahl an

Christian Wehrschütz kommt aus dem Saal. Er geht davon aus, dass er zur Wahl zugelassen wird. "Man wird mich ja sonst nicht eingeladen haben", sagt der Balkan-Korrespondent. Und tatsächlich: Er ist von einem Rat nominiert worden.

Chancen rechnet sich Wehrschütz aber keine aus. Die Wahl des ORF-Generaldirektors sei "wie David gegen Goliath. Nur dass Goliath gewinnt." Mit seinem Chef Wrabetz selbst habe er nie über seine Bewerbung geredet.

Seine Präsentation sei gut gegangen, sagt Wehrschütz. Seine Schwerpunkte seien öffentlich-rechtlicher Auftrag, Entwicklungsmöglichkeiten im Onlinebereich sowie eine bessere Personalpolitik.

13:30 Uhr: Neues zum schwarzen Stimmverhalten

Fünf bürgerliche Stiftungsräte wollen gegen die Wiederbestellung von Wrabetz stimmen, sieben dafür. Der Gernaldirektor dürfte sein Mindestziel (mehr als 20 Stimmen) locker erreichen. Kolportiert werden bis zu 29 Stimmen für Wrabetz.

13:22 Uhr: Wehrschütz und Buffettfragen

Es ist wieder Ruhe eingekehrt. Wehrschütz präsentiert dem Stiftungsrat, wie er sich den ORF in Zukunft vorstellt. Das dürfte nicht zu lange dauern, danach wird abgestimmt. Auf dem Balkon fotografiert ein Kollege einen Gartenzwerg. Aus der Redaktion kommt die Frage nach der Güte des Buffets. Tja, irgendwo steht Sushi, offenbar schon seit Stunden. Das Journalistenleben ist gefährlich (ja, das ist ironisch gemeint.)

12:50 Uhr: Wrabetz kommt raus

Nicht durch die linken Tür, vor der sich die Fotografen in Stellung gebracht haben, sondern durch die rechte kommt Alexander Wrabetz aus dem Stiftungssaal. Sein Hearing habe so lange - mehr als zwei Stunden statt der beanschlagten 40 Minuten - gedauert, weil es eine "sehr intensive" Diskussion mit "ganz vielen wichtigen Fragen" gegeben habe, erklärt der ORF-Chef. Und: Die Causa Pelinka sei kein Thema gewesen. Jedenfalls habe es "keine Detailfragen" dazu gegeben. Wir erinnern uns: Der rote "Freundeskreis"-Leiter Niko Pelinka hatte in einem Interview, das am Freitag erschien, anklingen lassen, dass Wrabetz ihn frage, wen er zu ORF-Diksussionsveranstaltungen einladen solle. Wenn die Wahl vorbei ist, werde er sich dazu äußern. Ob er ein immer wieder kolportiertes ORF-Engagement Pelinkas nach dessen Aussagen noch für verträglich hielte, wollte Wrabetz nicht beantworten.

Ob er der ÖVP im Gegenzug zu Stimmen Posten im ORF versprochen habe? "Nein", sagt Wrabetz. "Heute geht es um meine Bestellung."

Sein Ziel für die Wahl: Mehr als 20 Stimmen möchte Wrabetz erreichen - aus möglichst verschiedenen Lagern. Wrabetz sieht sich nicht als SPÖ-Kandidat, "weil ich hoffe, dass es eine breite Zustimmung gibt."

APA/HERBERT NEUBAUER

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12:29 Uhr: Wolken und Farbenlehre

Wrabetz sitzt jetzt schon mehr als zwei Stunden drin. Das lässt Zeit, sich über die Umgebung Gedanken zu machen. Auf dem strahlend blauen Himmel sind Wolken aufgezogen. Interessant ist auch die Farbgebung in der ORF-Chefetage im 6. Stock des Küniglberg. Die Türen sind zum Großteil schwarz oder rotorange, schmale grüne Streifen zieren die Wände. Ja, uns ist langsam langweilig.

Rampetzreiter

 

12:18 Uhr: "Wrabetz verstreut Weihrauch"

Wrabetz ist auffallend lange drinnen. Gibt es Schelte für die vielen Telefonate mit Niko Pelinka? Der schwarze "Freundeskreis"-Leiter Medwenitsch kommt heraus, nimmt sich einen Kaffee und sagt auf die Frage, wieso das Hearing so lange dauert: "Alle fragen alles - und Generaldirektor Wrabetz verstreut Weihrauch." Er meint aber, ein Ende ist nun bald absehbar.

11:49 Uhr: Frauensuche bei den Direktoren

Das ORF Direktorium wird von sechs auf vier verkleinert. Wie werden die Bereiche nun neu aufgeteilt? Technik und Online werden voraussichtlich zusammengelegt. Als Favoriten für den Posten werden die interimistischen Leiter Michael Götzhaber und Harald Kräuter gehandelt, als Vize-Direktor der amtierende Online-Chef Thomas Prantner. Finanzchef ist und bleibt Richard Grasl, er bekommt mehr Macht (siehe unten). Der Radiodirektor wird weiterhin Karl Amon heißen. Für die Fernsehdirektion sucht Wrabetz eine Frau. Kathrin Zechner (Vereinigte Bühnen) und Verena Kulenkampff (WDR) sollen noch im Rennen sein.

11:43 Uhr: Wehrschütz und der Balkan

Der zweite Kandidat, der zum Hearing eingeladen wurde, ist eingetroffen und wird von den Medien belagert. Ob er es schade finde, dass er keine Chance auf den Chefposten habe? "So ist Österreich", meint der ORF-Balkan-Korrespondent. Da könne auch der Generaldirektor nichts dafür. Er sei hier, um seine Vorstellungen für den ORF vorzutragen, das sei eine "Ehre": Dabei geht es vor allem um mehr Information (längere "ZiB") und mehr Wissenschaft.

Es erfülle ihn mit Sorge, "dass die Balkanisierung Europas schneller voranschreitet als die Europäisierung des Balkans." Vom Blitzlichtgewitter zeigte er sich überrascht: "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir einen Parmalat-Sticker draufgeklebt", so Wehrschütz. Ja, den einst strauchelden italienischen Konzern Parmalat gibt es noch, die sind übernommen worden.

APA/HERBERT NEUBAUER

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11:33 Uhr: Mehr Macht für den Finanzchef II

Die Finanzdirektion von Richard Grasl, der als Bürgerlicher gilt, wird definitiv aufgewertet: Als Programmwirtschaftlicher Leiter wird er entscheiden, wie viel eine Sendung kosten darf. Und dazu bekommt er noch den Bereich "New Business Developement", mit dem neue Geschäftsfelder erschlossen werden sollen.

11:32 Uhr: Aus der Kategorie "Humoristisches"

Typisch ORF? Steile Verpackung und Nüsse drin.

Rampetzreiter

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11:20 Uhr: Warten auf Wrabetz III

Die Tür öffnet sich und ... es ist nicht Wrabetz. Die Mehrheit der Fotografen hat sich übrigens vor der linken Saaltür positioniert. Was passiert, wenn er rechts rausgeht? "Dann gibt es ein paar Tote", prophezeit ein Kollege.

11:12 Uhr: Warten auf Wrabetz II

Er kommt und kommt nicht. Das Gedränge vor der Saaltür ist sichtlich weniger geworden. Zeit für Kaffee.

10:54 Uhr: Warten auf Wrabetz

Die Journalisten machen sich bereit, manche haben sich sogar auf Sessel gestellt. Es wird still, dann schwellen die Gespräche wieder an. Jeden Moment könnte der Generaldiektor wieder aus dem Saal kommen.

10:44 Uhr: Mehr Macht für den Finanzchef

Dem Vernehmen nach soll die großkoalitionäre Einigung auch eine Aufwertung von Finanzchef Richard Grasl (auf Wunsch der ÖVP in den ORF gelobt) geben: Er soll die Programmwirtschaftliche Leitung, die bisher der Technikdirektion unterstand, dazu bekommen. Sprich: Die Programmausgaben überwachen.

10:30 Uhr: 29 Stimmen für Wrabetz?

Glaubt man den ORF Insidern, die die APA zitiert, wird Wrabetz heute mit 29 (von 35) Stimmen wiedergewählt. Der ÖVP-"Freundeskreis" wird dem Generaldirektor voraussichtlich sieben Stimmen geben. "Freundeskreis"-Leiter Medwenitsch aber eher nicht für den Amtsinhaber stimmen wird. Mit je einer Stimme kann der Amtsinhabern von den Vertretern der FPÖ, der FPK, des BZÖ und der Grünen rechnen und auch die drei unabhängigen Stiftungsräte dürften für den Amtsinhaber votieren.

FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger meinte dazu: "Ich habe mit FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache ausgemacht, dass ich frei nach meinem Gewissen entscheiden kann und er im Gegenzug die Freiheit hat, einen neuen Stiftungsrat zu bestimmen."

Nix Neues in der Causa Pelinka

Der "Freundeskreis"-Leiter Niko Pelinka meinte vor der Sitzung: "Ich glaube, dass Alexander Wrabetz eine gute Wahl ist und dass er mit breiter Mehrheit gewählt wird. Das ist gut fürs Unternehmen." Zu Spekulationen über seine eigene Zukunft - er war immer wieder für einen Posten im ORF gehandelt worden - wollte er nichts sagen: "Da gibt es nichts Neues zu berichten."

APA/ROLAND SCHLAGER Finanzdirektor Richard Grasl (links) und Stiftungsrat Niko Pelinka

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10:20 Uhr: Es heißt Warten

Kaffee, Brötchen und Gespräche. Während Wrabetz' Präsentation ist für Journalisten wenig zu tun.

10:12 Uhr: Here he comes (aber nicht Britney)

Wrabetz hat die rund 100 Meter von seinem Büro am anderen Ende des Ganges hinter sich gebracht. Er wird von den Fotografen belagert. "Ich bin nicht die Britney Spears", scherzt der General.

APA/ROLAND SCHLAGER

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10:04 Uhr: Die Türen schließen sich

Die Journalisten werden aus dem Saal gebeten. Jetzt wird wohl gelost, wer zuerst präsentieren darf, Wrabetz oder Wehrschütz.

10:00 Uhr: Ein Gong erklingt

Aber wo ist der General? Wrabetz hat sich noch nicht blicken lassen. Gibt es eine Hintertür in den Sitzungssaal?

Niko Pelinka wirkt nervös und fahrig.

09:50 Uhr: Wie wird die ÖVP abstimmen?

Franz Medwenitsch, Leiter des schwarzen "Freundeskreises" im Stiftungsrat trifft ein und kündigt an, dass sich "Zustimmung und Kritik" im Stimmverhalten seiner "Freunde" widerspiegeln werde.

"Roten" Kaffee gibt es übrigens keinen, der darf schwarz bleiben. Und auch beim Buffet ist keine spezifische Farbgebund erkennbar. Aber das nur am Rande.

09:44 Uhr: Rot-schwarze Verhandlungen

Am Montag haben sich die Koalitionspartner noch einmal getroffen. Die Hardliner in der SPÖ - allen voran Laura Rudas und Niko Pelinka - meinten, man könne das Paket zur Wrabetz-Wiederwahl auch ohne Zustimmung der ÖVP schnüren. Der Koalitionspartner soll mit einer Blockade auf Bundesebene gedroht haben. Dann ist man sich doch einig geworden - angeblich auch über Besetzungen nach Parteifarbe, bis hinunter auf Ressortebene.

09:40 Uhr: Wie ist der Fahrplan?

Um 10 Uhr beginnt das Hearing von Wrabetz und Wehrschütz vor dem Stiftungsrat. Wer zuerst präsentiert, das wird per Los entschieden. Die beiden haben jeweils 40 Minuten Zeit für ihre Präsentation. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

09:30 Uhr: Die Sonne über dem Küniglberg

Es ist ein strahlend schöner Tag auf dem Küniglberg. Der Pressebereich vor dem Stiftungsratssaal ist voll mit Journalisten, Fotografen und Kameraleuten.

09:25 Uhr: Eckpunkte

Wehrschütz behandelt in seiner Bewerbung vor allem Personalpolitik und die Nachwuchspflege. Interessant: Er kritisiert das "Schrebergarten-" und Konkurrenzdenken der einzelnen ORF-Redaktionen. Es ist nämlich keine Seltenheit, wenn zu einer Veranstaltung oder zu einer Pressekonferenz mehrere ORF-Teams auftauchen, die für verschiedene ORF-Sendungen produzieren.

Wrabetz hat offenbar keine Angst vor unpopulären Forderungen. Er wünscht sich mehr Werbung und die unbefristete Gebührenrefundierung. Denn die Refundierung der Gebühren, die dem ORF wegen Befreiungen entgehen, ist nur bis 2013 vorgesehen. Außerdem plant der General eine ORF-Flotte. Mit dem geplanten Kultur und Informationskanal sowie dem Sportkanal ist bereits ein erster Schritt getan.

>>> Die wichtigsten Eckpunkte von Wrabetz' Konzept

>>> Die Bewerbung von Christian Wehrschütz (PDF)

09:00 Uhr: Pelinka und Wrabetz

Zugegeben, der Wahl des Generaldirektors des ORF heute im Stiftungsrat könnte spannender sein, denn einen wirklichen Gegenkandidaten hat der amtierende Chef am Küniglberg Alexander Wrabetz nicht. Doch eine unbedachte Äußerung von Niko Pelinka, der den mächtigen SPÖ-"Freundeskreis" im Stiftungsrat leitet, haben etwas Würze in die Wahl gebracht. Denn Wrabetz wird sich von den Räten wohl erklären müssen. Immerhin wurde Pelinka im Magazin "Fleisch" sinngemäß damit zitiert, dass Wrabetz sich mit ihm über die Gästeliste der Diskussionssendung "Im Zentrum" abspreche. Beide haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. 

Flops und Erfolge: Die Programmbilanz der Ära Wrabetz I

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(c) APA

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158 Kommentare
 
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Gast: egi
10.08.2011 19:00
0

Abschalten!

Der einzige Protest der Gesellschaft außerhalb des ORF ist, diese Programme nicht mehr konsumieren, außgenommen Ö1 und FM4. Es ist ekeleregend, die Landesstudios und der Küniglberg, reine Geldverbrenngsmaschinen in der Funktion von Parteienvorfeldorganisationen.

Gast: Prof. Reinhard Horner
10.08.2011 15:02
0

Der ORF-Sumpf bleibt uns erhalten - wie lange noch?

Die Vorgänge rund um diese „Wahl“ sind je nach Wahrnehmung als abenteuerlich oder schlicht volksdemokratisch einzuschätzen. Jedenfalls hat die Beispielsammlung, wie Korruption funktioniert, eine Vermehrung erfahren.

Der ORF, der es trotz seinen nicht wenigen fähigen und wohl auch aufgabenwilligen Mitarbeitern zustande bringt, seine Sümpfe und sauren Wiesen auszubreiten und hierfür einem wehrlosen Publikum Zwangsgebühren abzupressen, kann so lange derartig agieren, als das vom Publikum aktiv und/oder passiv akzeptiert oder geduldet wird.

Der ekeligen Überheblichkeit im ORF und bei den mitverludernden Politikern ist zweifelsohne nicht so leicht beizukommen. Aber reinigende Kräfte der österreichischen Zivilgesellschaft müssten doch imstande sein, Abhilfe zu schaffen.

Dazu gibt es etliche demokratische Möglichkeiten. U. a. hat es das Publikum in der Hand, die Darbietungen und Absonderungen des ORF – insbesondere im Informationsbereich – ständigen kritischen Beobachtungen und reichlichen Stellungnahmen zu unterziehen. Zudem müssten unverzüglich das Ausfüttern des ORF aus Steuermitteln und das dreiste Verlangen des Herrn Wrabetz nach Erhöhung der abgepressten Zwangsgebühren hintangehalten werden. Dazu ist der erforderliche Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben, die sich ja vor Volksstimmungen und vor Massenmedien, die sie nicht dominieren können, fürchten. Das bedarf allerdings nicht nur aktiver Minderheiten, sondern des Engagements einer großen Zahl.

Gast: Sueton
10.08.2011 14:57
0

Suchanfrage

Wohin ist eigentlich unser journalistischer Edelmensch Armin Wolf verschwunden? Wäre eigentlich Zeit, wieder einmal SOS ORF zu rufen! Charakter ist scheinbar eine Frage der Weltanschauung.

Rote Buberl-und Mäderlpartie

der Rotfunk ist gesichert, keine schlechte Leistung für die beiden "Dummerchens". Aber wen und was hat die vormals staatstragende ÖVP dieser Kinderpartie entgegenzusetzen. Wo ist die große Strategie der großen Strategen in der ÖVP dagegen? Bis auf wenige Ausnahmen sitzen in der roten Schlüsselpositionen intellektuell recht bescheidene Gemüter . Doch sind sie mangels überlegener Gegner nahezu unbesiegbar. Macht das nicht Angst? Mir schon!

nette Wahl

ca. so demokratisch wie eine Wahl in Weißrussland. Hauptsache, alle Befindlichkeiten von SPÖ, ÖVP, Grüne und FPÖ werden bedient. Als Gebührenzahler und mündiger Staatsbürger kommt einem da das Kotzen.

Wann erwacht in Österreich endlich eine mündige Zivilgesellschaft?

Gast: Wutbürger
10.08.2011 13:22
0

Strache im Juni 2011: "Wir wollen den besten Kandidaten für den ORF und ich kann eines sagen: Wir werden auf alle Fälle bei den Siegern sein"


Strache will Gegenkandidaten bei ORF-Wahl stellen
http://www.pr-inside.com/de/strache-will-gegenkandidaten-bei-orf-wahl-stellen-r2653917.htm

Wie verlogen kann man sein ...

Antworten Gast: orfische Geisterreiter leben länger
10.08.2011 14:56
0

Re: Strache im Juni 2011: "Wir wollen den besten Kandidaten für den ORF und ich kann eines sagen: Wir werden auf alle Fälle bei den Siegern sein"

Poetisch gesehen ist der Rache-Strache eine verbale Talmi-Hybride Leerformel.

Antworten Gast: senso
10.08.2011 14:27
0

typisch

für wc stratsche
aber seine bezahlposter reissen hier wieder das m... auf

Programm für Hirntote

Dann werden wir uns offenbar weitere 5 Jahre über ein Qualitätsprogramm freuen dürfen, wie es seinesgleichen in Europa sucht.
Nur als Beispiel liefen an den letzten 3 Samstagen im Hauptabendprogramm hintereinander 2 Folgen "mein cooler Onkel Charlie" und danach 2 Folgen "How I meet your mother" - wenn das der Bildungsauftrag des ORF sein sollte, dann gute Nacht (soll wohl die Wiederwahl der Befehlsgeber des Herrn Wrabetz in 2 Jahren garantieren).
Auf dieses Niveau lassen sich nicht einmal die Privatsender hinunter, die entwickeln wenigstens selber die Schwachsinnskonzepte, die der ORF dann kopiert - siehe: österreichs beliebtester Hit, oder so ähnlich, ebenfalls samstags im Hauptabendprogramm gelaufen: völlig bedeutungslose Menschen geben auf unterstem Niveau ihre Kommentare zu irgendwelchen Austropop-Hits zum Besten, da schüttelt es einen schon bei der Vorschau.

Seht ihn an diesen Parteien-Homunkulus!


Dabei war er mangels Konkurrenz nicht einmal das kleinere Übel!


Spatzenflüsterer Pelinka

Stehsatz von Wrabetz zur Causa Nikofon: „Ich stehe für Zurufe von Unzuständigen nicht zur Verfügung.“ Für Einflüsterungen schon?

Gast: pächter der wahrheit
10.08.2011 10:10
6

Bitte nennt so was nicht "Wahl"

Entscheidungen solcher Art als "Wahl" zu bezeichnen ist halt eine Unverfrorenheit der österr. Politik. Das Einzige dass hier mit einer Wahl (im Sinne wie das gemeine Volk das versteht - freie Entscheidung, bestes Wissen und Gewissen und so) ist die Form der Stimmabgabe.

Alleine die Form und Besetzung des Gremiums "Stiftungsrat" erinnert eher an das ZK der KPdSU als an eine repräsentative, sich nach den Interessen der Eigentümern des ORF (also Uns Bürger) ausgerichtetes Wahlgremium.

Der Linke Meinungsterror

findet seine Fortsetzung.

Dieses minutiöse Protokoll...

...lässt erahnen, dass es sich bei der Wiederwahl um ein historisches Ereignis mit großer Tragweite handelte ;-)

Gast: senso
10.08.2011 09:38
3

Ist ja gut ...

... daß es noch andere Sender gibt, als den Polit-ORF. Eine Schweinerei nur, daß man den mitfinanzieren muß, auch wenn man ihn nicht "ansehen" will - bleibt nur: ABMELDEN!!!!!

Re: Ist ja gut ...

Ja wie den, klär mich auf.
Da muss man schon aus der Wohnung hinaussterben!

Gast: Wutbürger
10.08.2011 08:54
3

Man sollte in Zukunft...

... die OSZE als Wahlbeobachter einschalten...

Re: Man sollte in Zukunft...

das geht nur dort, wo die Linken keine Manipulationsmöglichkeiten haben, und sich daher vor einem realistischen Ergebnis fürchten.

Gast: Ernst Holt
10.08.2011 07:41
13

SCHMIERE

Um der Beitragszahler teures Geld wird da eine letztklassige Schmiere geboten, die nichts als widerlich ist.
Der ORF muss ehebaldigst privatisiert werden und die Beitragszahler sollten sich eher früher als später überlegen, ob sie solche Parteien, die das zulassen überhaupt noch wählen sollen.
Was da passiert ist eine riesige Frechheit dem Steuerzahler gegenüber.

Gast: Ernst Holt
10.08.2011 07:41
1

SCHMIERE

Um der Beitragszahler teures Geld wird da eine letztklassige Schmiere geboten, die nichts als widerlich ist.
Der ORF muss ehebaldigst privatisiert werden und die Beitragszahler sollten sich eher früher als später überlegen, ob sie solche Parteien, die das zulassen überhaupt noch wählen sollen.
Was da passiert ist eine riesige Frechheit dem Steuerzahler gegenüber.

Gast: Falke12
10.08.2011 07:24
8

Einfaches Mittel

den ORF aus den Sendern löschen und darauf achten, dass Super-Alex sein steuerfinanziertes Fernsehen nicht durchrbringen kann. Und beim Umzug auf die Anmeldung des Fernsehers vergessen....Mit Quote Null kann nämlich auch Alex nix mehr machen.

Re: Einfaches Mittel

Ich schau eh nicht ORF, aber hab vor einigen Jahren Haus gebaut. Umzug ist nicht!

Gast: Defender
10.08.2011 07:03
12

Demonstrationen gegen die ORF-Zwangsgebühr

sind nach der widerlichen Vorstellung dieser sogenannten Wahl eigentlich ein Muß!

Gast: hansee
10.08.2011 07:02
7

der mit Abstand widerlichste Haufen sind die ÖVP Figuren


Re: der mit Abstand widerlichste Haufen sind die ÖVP Figuren

das sind zugegebenermaßen armselige Gestalten, aber der widerliche Haufen im ORF ist schon rot, das erkennt man auch ohne sich damit zu beschäftigen an der unabhängigen Berichterstattung.

 
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Meinung

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