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Nach der Wahl: Das kolportierte Personal-"Paket"

09.08.2011 | 16:21 |   (DiePresse.com)

Finanzdirektor Richard Grasl soll mehr Kompetenzen erhalten. Auf SPÖ-Wunsch soll Stiftungsrat Niko Pelinka auf den Küniglberg wechseln.

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Die breite Zustimmung der Stiftungsräte sämtlicher Couleurs soll sich Alexander Wrabetz dem Vernehmen nach einiges kosten haben lassen. Zuletzt ging es dabei vor allem um mögliche Personalzugeständnisse bei Landesdirektoren sowie auf der zweiten und dritten Managementebene, wie aus politischen Kreisen zu hören war. Wrabetz selbst wies dies zurück. Er betonte, dass es keine Personal-Zusagen an Stiftungsräte oder an Vertreter der Politik gab. "Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern habe ich nicht mit der Politik verhandelt", sagte Wrabetz am Dienstag nach geschlagener Wahl.

Im ORF sowie auf politischer Ebene kursierten dennoch eine Reihe von möglichen Personalabsprachen rund um die ORF-Wahl. Auf SPÖ-Wunsch soll beispielsweise der Stiftungsrat Niko Pelinka, trotz der jüngsten Aufregung um seine Person, auf den Küniglberg wechseln. Der 24-Jährige soll als Pressesprecher einen Teil der Agenden von Kommunikationschef Martin Biedermann übernehmen. Die SPÖ, die neben ORF-Generaldirektor Wrabetz auch Radiodirektor Karl Amon und Fernseh-Chefredakteur Fritz Dittlbacher für sich verbucht, möchte darüber hinaus Betriebsrat Michael Götzhaber als Technikdirektor installieren, wie es heißt. Thomas Langpaul könnte auf Wunsch der SPÖ neuer Innenpolitikchef im Aktuellen Dienst des Fernsehens werden. Diesen Posten hat bisher Hans Bürger inne. Er wird hingegen von den Grünen favorisiert.

Unter den Landesdirektoren dürfte im Burgenland Karlheinz Papst auf seinem Posten bleiben, in Salzburg gelten die frühere "Standard"-Journalistin und ehemalige SPÖ-Kommunikationschefin Katharina Krawagna-Pfeifer sowie Programmdirektorin Elfi Geiblinger als aussichtsreiche Anwärterinnen auf die Leitung des Landesstudios. In der Steiermark soll Gerhard Draxler im Amt bleiben, in Wien Brigitte Wolf.

Im Gegenzug für die Wahl-Unterstützung aus dem ÖVP-"Freundeskreis" bleibt Richard Grasl nicht nur Kaufmännischer Direktor und Stellvertreter des Generaldirektors: Seine Direktion soll darüber hinaus mit zusätzlichen Agenden aufgewertet werden. So soll Grasl etwa mit der programmwirtschaftlichen Leitung einen stärkeren Zugriff auf die Programm- und Produktionsbudgets erhalten. Außerdem soll in der Kaufmännischen Direktion künftig die Abteilung "New Business Development" angesiedelt sein.

Bürgerliche Personalwünsche könnten in den nächsten Monaten, aber auch in den redaktionellen Bereichen von Radio und Fernsehen, in Erfüllung gehen. So könnte Ö1-Innenpolitik-Chef Hannes Aigelsreiter Radio-Chefredakteur werden, falls der amtierende Radio-Chefredakteur Stefan Ströbitzer Channel Manager von ORF 2 wird. Im Fernsehen könnte Gerhard Klein, Hauptabteilungsleiter für Bildung und Zeitgeschehen, mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden. Stefan Gehrer könnte auf Wunsch der ÖVP stellvertretender Innenpolitikchef werden. Geht es nach dem Wunsch der ÖVP soll Lisa Totzauer die Leitung der "Zeit im Bild" übernehmen.

Daneben ist hinsichtlich der Orchestrierung der Zusammenarbeit zwischen ORF-Zentrale und Landesstudios auch von einer möglichen Bundesländer-Koordinationsstelle die Rede, die ebenfalls mit einem von der ÖVP favorisierten Kandidaten besetzt werden könnte.

Auf schwarzer Bundesländerebene soll in Niederösterreich Landesdirektor Norbert Gollinger im Amt bleiben, Kurt Rammerstorfer nach Oberösterreich wechseln, und in Tirol könnte ÖVP-Stiftungsrat Helmut Krieghofer die Landesdirektion übernehmen. In Vorarlberg dürfte Wolfgang Burtscher vorerst im Amt bleiben.

Kolportierter Wunsch von Blau und Orange war die Zukunft von Onlinedirektor Thomas Prantner. Dieser soll dem Vernehmen nach als Vizedirektor der ORF-Technikdirektion fix sein. Diese soll in der neuen Geschäftsführungsperiode für "Technik, Online und Neue Medien" zuständig sein. Für Kärnten soll es zuletzt um die Nachfolge von Landesdirektor Willy Haslitzer noch ein Match zwischen FPK und BZÖ gegeben haben. Das BZÖ wünscht sich "Kärnten heute"-Chefin vom Dienst Karin Bernhard als künftige Landesdirektorin. Das FPK macht sich hingegen für Programmdirektor Martin Weberhofer stark.

Offen ist, wer die TV-Direktion übernimmt. Diese Entscheidung soll Alexander Wrabetz persönlich fällen. Es zeugt von breitem Vertrauen, dass "man hier auf meinen Vorschlag wartet", sagte Wrabetz. Es soll bereits eine engere Wahl geben, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

(APA)

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6 Kommentare

Niko bPelinka das fleischgewordene Bonzentum,,


Gast: Plach2
09.08.2011 18:35
2 0

Diese jämmerliche politische Schauspiel nennen sie auch noch

"unabhängiger ORF"!

Gast: Luzifer
09.08.2011 18:28
2 1

Der alte neue rote Generaldirektor und noch ein paar Rote dazu!

Und das alles mit Unterstützung einer Partei, die mit rd. 28 % Wählerstimmen stagniert...

Von der roten Taktik könnten alle anderen Parteien nur lernen:

Zuerst eine "Revolte" eines Anchormans gegen die damalige Generatldirektorin Monika Lindner und das geschrei eines sich um die Unahängigkeit des ORF besorgt gebenen linken Freundeskreis "SOS ORF". dann die geschichte taktische Ausnützung einer unüberlegten ORF-Wahl-Reform von Schüssel - die Stimmabgabe für den Publikumsrat mit FAX lud die linken Manipulierer gerade zu zu ihrer Eroberung der Macht ein. Und Steigbügelhalter für die roten Machtgelüste wie immer die Blauen - man kann sich kaum die Schadenfreude verkneifen, wie die fast ausschließlich auf Links getrimmten ORF-Journalisten genüßlich jeden FPÖ-SkandaL zelebrieren und wie Wrabetz sein blaues gegen seine Wahlunterstützung von rechts eingehandeltes "Beiwägelchen" E.Oberhauser hinausgeschmissen hat ....

Und mit der heutigen Wahl ist jetzt eine "faire" Berichterstattung für die kommende NR-Wahl sichergestellt...

Und Dichands "Heute" berichtet bereit stolz, daß er ORF des Nichtjournalisten Wrabetz in Europa am meisten verbreitet ist - nona, in einem Gebirgland, wo man auf weiten Strecken nur ORF empfangen kann!

ORF abmelden!

Kann nur jedem empfehlen den ORF abzumelden.
Wer keine ORF-Karte oder DVB-T Gerät hat braucht auch keine 15,10 € Fernsehentgelt bezahlen. VwGH 2008/17/0059
Noch besser ist es keinen Fernseher zu besitzen, dann erspart man sich auch die Kunstförderung etc.
Ohne ORF geht es auch sehr gut.


zum Weinen

Die Qualität der Programme ist nebensächlich, Hauptsache ist natürlich die Postenschacherei.


Gast: Nico Machiavelli
09.08.2011 17:59
2 0

Xandi als ORF-Generaldirektor von Nicos Gnaden?


Ein wenig seltsam mutet die Blitzkarriere des jungen Pelinka schon an: vor ein paar Monaten noch Schmieds angeblich hochgelobter Pressesprecher, dann hastige Postenbeschaffung im ÖBB-Imperium, jetzt plötzlich Pressesprecher im Rotfunk (wofür eigentlich?) um bald als chiantiroter Politkommissar ah ORF-Generalsekretär installiert zu werden, damit österreichweit die dem stalinistischen Vorbild entsprechende manipulative Gleichschaltung der öffentlichen Meinung zugunsten der Löwelstraßendoktrin exekutiert werden kann.

Wegen der schiefen Optik sieht mE die marktschreierisch angepriesene Blitzkarriere des Rotkometen verdächtig dem Weiterreichen einer heißen Kartoffel ähnlich.

Umso verwunderlicher dessen Topkarriere innerhalb nur weniger Monate, obwohl das unbedachte lose Mundwerk des hybrisverdächtigen Jungspunds dem lieben Xandi in letzter Sekunde fast die seit langem nach sowjetischen Muster wohlvorbereitete Wieder"wahl" verpatzt hätte. Genötigt Contenance zu bewahren mußte Xandi gleichfalls darüber hinwegsehen, öffentlich als Pudel bzw. Marionette von Nicos Gnaden dargestellt zu werden, nur um es sich nicht mit Lauras Papagei zu verscherzen? Dem Ego des Nachwuchssuperman entsprechend könnte es in nicht allzu ferner Zukunft nur zu leicht passieren, daß der schon etwas zerzaust wirkende einstige Mentor Xandi von einem vielleicht erst 25jährigen Networker abgesägt wird.

Dann wäre der ORF der fleißig Zwangsgebühren zahlenden Bürger im SPÖ- d.h. Familienbesitz der Pelinkas!