Gagen-Streit bedroht die "Simpsons"

Den amerikanischen Sprechern der "Simpsons" steht eine drastische Gehaltskürzung ins Haus. Schon zwei mal verzögerten Gehaltsverhandlungen die Produktion der immens erfolgreichen Zeichentrick-Serie.

Simpsons wegen SprecherStreik Schweigen
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Simpsons wegen SprecherStreik Schweigen
(c) AP (Anonymous)

Stehen die "Simpsons" vor ihrem Ende? Das darf bezweifelt werden, aber auf die Serie kommt eine schwierige Zeit zu: Die Produktionsfirma 20th Century Fox Television will das Gehalt der "Simpsons"-Sprecher drastisch kürzen. Jene Schauspieler, die Homer, Bart, Marge und ihren Mitstreitern ihre Stimmen leihen, sollen in der kommenden Staffel um 45 Prozent weniger Gehalt bekommen, berichtet die BBC. Wegen der Gehaltsstreitigkeiten fürchten schon einige das Aus der Zeichentrickserie. 20th Century Fox Television ließ wissen, die Serie "kann und soll weitergeführt werden, aber wir können weitere Staffeln mit diesem Finanzierungsmodell nicht produzieren." Man hoffe auf eine Einigung mit den Schauspielern.

Von den Kürzungen sollen die Hauptsprecher Dan Castellaneta (Homer), Julie Kavner (Marge), Nancy Cartwright (Bart), Yeardley Smith (Lisa), Hank Azaria (Moe der Barbesitzer, Polizeichef Wiggum und Apu) und Harry Shearer (Mr. Burns und Ned Flanders) betroffen sein. Die sechs Hauptsprecher sollen sich mit einem Minus ihrer Einkünfte von 30 Prozent einverstanden erklärt haben, solange sie an dem Endprofit der Serie beteiligt werden. Diesen Vorschlag lehnt 20th Century Fox Television allerdings ab.

Teure Sprecher, sinkende Quoten

Im Moment würden sie pro Folge 400.000 Millionen Dollar kassieren, so die BBC. Bei sechs bis sieben Stunden Aufnahmezeit für eine Folge gehörten die Schauspieler damit zu den bestbezahlten in der gesamten Serienbranche.

Doch die immens erfolgreiche Zeichentrick-Serie schwächelt in ihrer 23. Staffel: Die Zuschauerquote liegt um 14 Prozent unter der Quote im Vorjahr. Im Schnitt sehen in den USA 7,1 Millionen Menschen zu.

Zwei mal verzögerte der Streit die Serie

Es ist nicht der erste Gehaltsstreit bei den "Simpsons": 1998 verlangten die Schauspieler eine Gehaltserhöhung von 30.000 auf 125.000 Dollar pro Person und Folge. Die Produktionsfirma hatte damit gedroht, den Cast zu ersetzen. Es kam dann doch zur Einigung.

Zwei mal wurde wegen der Gehaltsstreitigkeiten sogar die Produktion verschoben: 2004 gab es eine Verzögerung von einem Monat. Die Sprecher setzten schließlich durch, dass sie je 360.000 Dollar pro Folge bekamen. 2008 dann dasselbe Spiel: Wegen einer Erhöhung auf 400.000 Dollar lagen die "Simpsons" mehrere Monate auf Eis.

Eigener "Simpsons"-Kabelsender?

Ein Ende der Serie ist nicht im Sinne von 20th Century Fox Television und der Konzernschwester: der Sender Fox, der die "Simpsons" in den USA zeigt, zahlt fünf Millionen Dollar pro Folge an 20th Century Fox Television. Die Produktion soll mehr als die Einnahmen über den Rechteverkauf kosten, doch das meiste Geld spült ohnehin das Merchandising herein. Jüngst hatte der Medienriese News Corp, der die Fox-Flotte besitzt, wissen lassen, dass man überlege, einen eigenen "Simpsons"-Kabelsender auf den Markt zu bringen. Ein Abgesang klingt anders.

Die Simpsons: Gelbe Fakten zu der TV-Serie

(her)

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