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SPÖ-Pelinka wird Bürochef bei ORF-Wrabetz

23.12.2011 | 18:00 |  ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Was lange abgestritten wurde, wird doch wahr: SPÖ-Stiftungsrat Nikolaus Pelinka mit "Nebenjob" bei den ÖBB wechselt mit 1. Jänner in den ORF. "ZiB2"-Moderator Armin Wolf ist "fassungslos".

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Die Liste an Dementis ist lang und vermutlich gut verwertbar in der ORF-Satire „Wir Staatskünstler“: Die Gerüchte, SPÖ-Stiftungsrat Niko Pelinka wechsle in den ORF, seien „völlig haltlos“, sagte Alexander Wrabetz im August, kurz nachdem er zum zweiten Mal zum Generaldirektor des ORF bestellt wurde. Es „entbehre jeder Grundlage“, schließlich habe Pelinka immer „einen Wechsel für sich ausgeschlossen.“

Plötzlich ist alles anders. Der Druck aus der SPÖ-Parteizentrale auf Wrabetz ist offenbar zu groß geworden: Am Freitag machte er in einer Aussendung offiziell, was sich seit der ORF-Weihnachtsfeier Mitte Dezember inner- und außerhalb der ORF-Studios wie ein Lauffeuer verbreitet hatte: Niko Pelinka wird mit 1. Jänner Büroleiter von Alexander Wrabetz.

Offener Brief der ZIB-Redakteure

Er wird also nicht Kommunikationschef, nicht Generalsekretär, sondern und „nur“, wie manche Beobachter meinen, engster Vertrauter des ORF-Chefs. Im ORF reagierte man auf die Personalie, die dezent und wie zur Ablenkung in einem Paket mit anderen Personaländerungen bekannt gegeben wurde, mit Empörung. „ZiB 2“-Moderator Armin Wolf stellte lakonisch via Twitter fest: „Ich bin wirklich ein großer ORF-Fan, aber manche Dinge in diesem Haus machen einen echt fassungslos.“ Der Redakteursrat sieht „den ORF am Gängelband der Parteien“ und die ZIB-Redakteure forderten Wrabetz in einem offenen Brief auf, „diese Entscheidung im Interesse des Unternehmens zurückzunehmen“.

Für ÖVP-Mediensprecher Karlheinz Kopf ist die Pelinka-Bestellung die Bestätigung, dass „Wrabetz nur ein willfähriger Erfüllungsgehilfe der SPÖ-Zentrale“ sei. Wrabetz wies eine parteipolitische Motivation zurück und bezeichnete Pelinka als „absolut qualifiziert“.

Trotz der Empörung über die unübersehbare Einflussnahme der Politik auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk war am Freitag bei manchen sogar so etwas wie Erleichterung zu spüren. Schlimmer wäre es gewesen, wenn Pelinka Generalsekretär geworden wäre. So würden „alle im Haus Pelinka als Büroleiter akzeptieren, aber als sonst nichts“, sagt ein hochrangiger ORF-Mitarbeiter.

Beobachter sehen Pelinkas Rolle im ORF daher sogar geschwächt. Bisher habe er im Stiftungsrat vorn die Reden geschwungen, ab sofort werde er auf der Hinterbank sitzen und das Protokoll schreiben. Offen bleibt freilich, welche und wie viele Kompetenzen Wrabetz dem 25-jährigen Laura-Rudas-Vertrauten übertragen wird.

Sehr besorgt sind vor allem die Mitarbeiter aus Information und Programm, die ab Jänner mit Kathrin Zechner eine neue Chefin bekommen. Wird sie die Einflüsterungen aus der Löwelstraße abwehren können?

Dass es die gibt, bestätigt einmal mehr folgende Anekdote: Wrabetz habe auf Geheiß der SPÖ versucht, die „Niko & Laura“-Sketche mit Nicholas Ofzcarek und Claudia Kottal am Ende jeder „Staatskünstler“-Folge rauszuschneiden. Da dies nicht gelang, war die Passage in der TVthek fast einen Tag lang nicht sichtbar. An die „technischen Probleme“, auf die verwiesen wurde, glaubt im Haus niemand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2011)

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604 Kommentare
 
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Part of the game?

Wrabetz galt ja nicht immer als Wunschkandidat, schon gar nicht von Ostermaier u. Faymann und deshalb wird das bereits vor dem Durchdrücken von Wrabetz als GD ausverhandelt worden sein, dass die SPÖ ganz offen u. unverschämt im ÖRF einmaschiert.

Gebührenboykott!!

Gast: Gast ohne Namen
28.12.2011 15:36
1 0

Das Imperium schlägt zurück

So eine Wutrede, wie die vom Düringen, lässt sich halt die SPÖ nicht gefallen!

Da werden gleich ein paar entsprechende "Korrekturen" vorgenommen!!

Ironischerweise...

... hielt Armin Wolf kürzlich einen Vortrag mit dem Titel "Wofür brauchen wir noch Journalisten?"
Im Nachhinein ist das Thema zu komisch.

Kein Wunder, dass die Leute lieber Blogs lesen.

Fernsehen ist tot.


Gast: allesgebacken
27.12.2011 16:39
1 0

das war schon lange klar

der Job im ORF war schon lange klar, da es jedoch nicht sofort durchführbar war, musste der Umweg über die ÖBB genommen werden, wo eigens ein Job als Zwischenstation geschaffen wurde - so viel zu den überraschenden Entscheidungen des Landes

Gast: durchleuchter
27.12.2011 12:57
5 0

Roter Adel outet sich wieder

Ob in naher Zukunft die österreichischen Roten das edle "von" vorm Namen setzen dürfen?
Von der Gier und Masse der Roten (Wien) her wurde ja der österr. Altadel übertroffen.
Jetzt gilt offensichtlich auch noch das Weitervererbungsrecht betreffend Jobs.
Was sagen die Arbeiter dazu?

1 0

Re: Roter Adel outet sich wieder

Was Arbeiter dazu sagen ist der SPÖ schon lange egal.

Zauberlehrling Armin Wolf

Bei aller Fassungslosigkeit sollte Armin Wolf einmal für sich überlegen, wie er den Weg für den Politkommissar Niko Pelinka gelegt hat.

Armin Wolf ist einer jener Redakteure, die dem linken Mainstream folgend den Weg bereitet haben. Und nun stehen sie da. Wie die Zauberlehrlinge.

Ich bin schon gespannt, wie die Diskussionrunden besetzt werden und in welcher Form die Huldigungen im O-Rot-Funk für unseren großtartigen Kanzlerdarsteller ausfallen werden.

Vielleicht frägt man beim NDR nach, ob dieser Beitrag dem ORF zur Verfügung gestellt wird:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/freunderl101.html

Das wäre wirklich objektive Berichterstattung.

Re: Zauberlehrling Armin Wolf

Dass jemand wie Wolf den Weg für Personen wie Pelinka gelegt haben soll, ist auch bezüglich der Argumentationsschwäche des Verfassers, absolut nicht nachvollziehbar und meiner Ansicht nach Schwachsinn.
Es ist als Wechselwähler für mich stets ein Genuß, wie hart Wolf Politiker egal welcher Couleurs befragt. Hätten wir mehr Wolfs und keine Würstl an der Spitze des ORF, sehe dieser auch deutlich besser aus.

Re: Re: Zauberlehrling Armin Wolf

Bestimmte Personen wird Armin Wolf sowieso nicht verhören pardon interviewen.

Soweit ich weiß gab es bis jetzt Wolf-Interview mit Kanzerdarsteller Faymann zum Thema Inserate und Medienpolitik.

Antworten Gast: Joes World
27.12.2011 11:33
1 0

Vielen Dank für diesen wichtigen Link

Vorallem die letzten Sekunden sind, wieder einmal, entlarvend.

Gast: b754
27.12.2011 10:29
2 3

der wrabetz führt sich schon auf wie der schüssel


Antworten Gast: Ausguck
27.12.2011 16:10
0 2

Re: der wrabetz führt sich schon auf wie der schüssel

Lass Deinen Verfolger mal behandeln - SCHNELLSTENS!

Endlich mal ein junges Gesicht im ...

... vor sich hinalternden ORF. Pelinka hat wie sein Vater schon Großes für Österreich geleistet Ganze Generationen haben schon das Schreiben mit seinen Füllfedern erlernt und die Bundeshymne sollte statt den Töchtersöhnen auf "Heimat bist Du großer Pelinkas" umgeändert werden. Ich bin sicher, auch der Bundespräsident freut sich, der hat eben auch so wie der Wrabetz einen alten Hawerer an seiner Seite.

1 0

Der ist gut!

Aber die Füllfeder heisst PELIKAN.

Endlich....

hat der orf jemanden gefunden, der alleine vom aussehen her für wagemut, draufgängertum und inovativen geiste steht. Zusammen mit Frl. Rudas, der jeanne dárc der innenpolitik, ein unschlagbares duo, daß uns kleinen leuten zeigt, wie man nägel mit köpfen macht. Bravo weiter so......oder hab i da was jetzt verwechselt?

Gast: rotsüchtler
27.12.2011 09:34
2 0

korruption in österreich?

oba gehngans...

Gast: 123max
27.12.2011 09:32
5 0

HALLO - 582 Kommentare...

...und schon im letzten Winkel der Kulturspalte???

geben nicht 582 negativ Kommentare zu denken, könnte ja doch interessant sein weiter zu diskutieren... aber lassen wir das mal, die entscheidung fürs Burli ist ja schon gefallen, lassen wir mal Gras drüber wachsen... ... das Fussvolk wird sich schon dran gewöhnen....

NEUER EIGENTÜMER von PRESSE - NEWS/Pelinka

mfg

Mehr eine Stehleiter?


Gast: Gehbitte
27.12.2011 08:15
2 0

naja

Deswegen sind die Staatsbetriebe auch so erfolgreich, weil ein 25 jähriger Parteigänger mit Nebenjob bei den ÖBB mal schnell Bürochef beim ORF General wird.

Gast: 1er
27.12.2011 05:14
5 0

dieser artikel

befindet sich in der kultursparte. hat hier nix verloren, denk ich, sollte eher unter politik - innen laufen. oder unter un-kultur!

Gast: wrabetzkunihast
27.12.2011 00:39
5 0

traurig

Wie viel wie wenige in so kurzer Zeit zerstören können.

Armer ORF, armes Oesterreich

Fernsehen ist sowieso tot


Gast: corbu4
26.12.2011 22:03
3 0

ORF - einfache Lösung

Wir Gebührenzahler zahlen 6 Monate keine Gebühr, das trocknet den ORF ganz schnell aus.

Dazu sind keine Politiker notwendig, facebook Seite folgt; wir sind optimistisch in Kürze ziemlich viele zu sein.

Gast: Freidenker
26.12.2011 20:57
3 0

Überrascht?

Dass die Position des politischen Kommissars im Staatsfunk aus sozialistischem Erbadel besetzt wird, kann uns als gelernte Österreicher aber nicht wirklich überraschen, oder?

Gast: EineWarnung
26.12.2011 19:53
11 1

Klage beim Verfassungsgerichtshof?

Das ORF Gesetz
http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10000785

besagt in § 1 Abs 3
"Der Österreichische Rundfunk hat bei Erfüllung seines Auftrages auf die Grundsätze der österreichischen Verfassungsordnung, insbesondere auf die bundesstaatliche Gliederung nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung der Länder sowie auf den Grundsatz der Freiheit der Kunst, Bedacht zu nehmen und die Sicherung der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, der Berücksichtigung der Meinungsvielfalt und der Ausgewogenheit der Programme sowie die Unabhängigkeit von Personen und Organen des Österreichischen Rundfunks, die mit der Besorgung der Aufgaben des Österreichischen Rundfunks beauftragt sind, gemäß den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes zu gewährleisten."

Wie ist es möglich, dass sich die SPÖ so skurpellos über die Unparteilichkeit und Unabhängigkeit hinwegsetzt, und die anderen Parteien nicht Sturm laufen?

Hier entsteht ein faschistisches Mediensystem, ist euch das nicht klar?
Es beginnt mit den Schmierblattln Heute und Österreich, nun wird der ORF übernommen, und bald wird jede von der "parteilinie" abweichende Meinung einfach nirgends mehr vertreten sein.

 
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