Onlinechef Prantner: „Alle Parteien gleich behandeln"

27.12.2011 | 18:05 |  Von Anna-Maria Wallner (DiePresse.com)

Interview. Ex-Onlinedirektor Prantner plädiert für eine „Chance" für Niko Pelinka.

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Seit Beginn der Ära Wrabetz war er Onlinedirektor, mit 31. 12. 2011 muss Thomas Prantner diesen Posten räumen und wird seine Agenden als Hauptabteilungsleiter in der Technikdirektion fortsetzen. Grund für diese „Degradierung": Das neue ORF-Gesetz erlaubt nur mehr vier statt bisher sechs Direktoren.

So steht der für sein Verhandlungsgeschick bekannte Prantner - der seit 1988 im ORF ist und bisher unter sechs Generaldirektoren tätig war - nun in der zweiten Reihe, seine Stellung ist aber laut Kollegen nicht wirklich geschwächt. Zudem hat er sich bei ORF-Chef Alexander Wrabetz eine Aufwertung seiner neuen Funktion organisiert: als stellvertretender Technikdirektor. Diesen Posten gab es bisher nicht. Doch Kritik daran geht im Sturm der Entrüstung über die Besetzung von Niko Pelinka zum Büroleiter von Wrabetz unter.

Dabei ist Prantner Kritik durchaus gewohnt. „Es hat einige Turbulenzen während meiner Amtszeit gegeben", erinnert er sich. Als etwa 2008 der Rechnungshof die Auflösung der Onlinedirektion forderte, war seine Zukunft einige Zeit ungewiss. Seit dem Start der Online-TV-Thek Ende 2009, die sich in zwei Jahren sehr gut entwickelt hat und heute bis zu 2,4 Millionen Visits pro Tag verzeichnet, ist die Kritik an Prantner leiser geworden.

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„Bürgerlich-unabhängig"

Was er indes nicht los wird, ist die politische Zuordnung ins rechte Lager. Und das obwohl er zu Beginn seiner Karriere als Sprecher des Informationsintendanten Johannes Kunz (der früher Kreisky-Sekretär war) eher als SPÖ-nahe galt. Das ist lange her. Später galt er als einer der Architekten der „Ära Wrabetz I", soll 2005 bei den Stiftungsräten von BZÖ und FPÖ Stimmung für Wrabetz gemacht haben. Auch seine jetzige Besetzung zum stellvertretenden Technikchef sehen Kritiker als Zusage an FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steeger. Prantner dazu: „Ich sehe mich politisch als bürgerlich-unabhängig und habe kein Problem damit, wenn auch Vertreter des Dritten Lagers, wie der FPÖ, meine Arbeit im ORF unterstützen.

Grundsätzlich halte ich es für wichtig für die Glaubwürdigkeit des ORF, alle im Parlament vertretenen Parteien in der Berichterstattung gleich zu behandeln." Seine Rolle bei der Bestellung von Wrabetz 2005 wolle er „nicht überbewerten", aber beim Zustandekommen des ORF-Gesetzes 2010 habe er „sehr wohl versucht, meine politischen Kontakte einzusetzen, um die Gebührenrefundierung zu erreichen".

Zur Bestellung von Pelinka sagt er: „Es ist die alleinige Entscheidung des Generaldirektors, wen er sich zum Büroleiter nimmt. Niko Pelinka hat sich eine Chance verdient und wird den Job hervorragend machen." Dass Wrabetz für ihn den neuen Posten des stellvertretenden Technikchefs schafft, sieht er „als Vertrauensbeweis". Auf Kritik an dieser neuen Funktion, für die er „kein Direktorengehalt" erhalte, wie er sagt, reagiert er routiniert: „Das beste Sachargument fürs Überleben im ORF ist erfolgreiche Arbeit."

(APA)

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1 Kommentare
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Um den ORF zu erhalten muss man ihn völlig zerstören.


Postenschacher, politische Einflussnahme, Schiebungen, Klüngel aller Art - es ist zum speiben.

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