ORF-Redakteure: Unterschriftenaktion bis 10. Jänner

29.12.2011 | 13:47 |   (DiePresse.com)

Damit will der Redakteursrat gegen die jüngsten Personalentscheidungen protestieren. Eine Solidaritätserklärung gab es von ATV-Journalisten.

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Der Unmut der ORF-Journalisten gegen die jüngsten Personalentscheidungen, und somit auch gegen die Bestellung Niko Pelinkas als Büroleiter der Generaldirektion, mündete am Donnerstag in eine unternehmensweite Unterschriftenaktion. Im dazugehörigen Text wird die Geschäftsführung aufgefordert, "alle Vorhaben, die das Ansehen des ORF als unabhängiges Medienunternehmen beschädigen, zurückzunehmen". Bis zum 10. Jänner kann unterschrieben werden, also just bis zu jenem Tag, an dem die Bewerbungsfrist für den Posten der Büroleitung endet. Dies sei kein Zufall, sagte Redakteursrat Fritz Wendl am Donnerstag.

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Der Redakteursrat wies darauf hin, dass die Unterschriftenlisten "auf breitesten Wunsch sämtlicher ORF-Journalisten" im gesamten Unternehmen aufgelegt werden. Damit wollen die Initiatoren unterstreichen, dass die Redaktionen "ausschließlich journalistischer Ethik und dem ORF-Publikum verpflichtet" sind, heißt es im Text.

Die "in der Verfassung garantierte Unabhänigigkeit" des ORF wollen sich die Journalisten am Küniglberg nicht nehmen lassen, "weder durch parteipolitische Wünsche noch durch die Bereitschaft der Geschäftsführung, diese zu erfüllen". Es werden "Rahmenbedingungen, die die ORF-Unabhängigkeit stärken" hervorgehoben - konkret etwa eine Neugestaltung des ORF-Stiftungsrats und ein "verbessertes Redakteursstatut".

ATV: Solidarität mit ORF-Redakteuren

Der Wirbel um die ORF-Personalentscheidungen löste eine eher ungewöhnliche und fast schon amikale Aktion eines Privatsenders aus: Die Redakteure von ATV übermittelten ihren Kollegen im Öffentlich-Rechtlichen am Donnerstag eine Solidaritätserklärung. "Unabhängigkeit in den Redaktionen ist zu wertvoll, um sie parteipolitischen Spielchen zu opfern", heißt es darin wörtlich.

Die Journalisten von ATV beobachten seit Tagen "das unwürdige Schauspiel politischen Postenschachers im ORF" und halten fest: "Unsere Arbeitgeber mögen Mitbewerber sein und doch möchten wir Ihre Unterschriftenaktion zum Anlass nehmen, unsere Solidarität mit den Journalistinnen und Journalisten des ORF auszudrücken."

Auch die Forderung des Redakteursrats nach einem "politisch tatsächlich unabhängigen ORF" wird seitens der ATV-Belegschaft unterstützt.

Neue Facebookseite persifliert ORF-Personalia

Im sozialen Netzwerk Facebook wurde in Anspielung auf die Auschreibung im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" eine neue Seite ins Leben gerufen: Die große ORF Büroleiter Chance - bewerbt euch.

(APA)

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1 Kommentare
Gast: gast45
30.12.2011 06:31
0 0

die ratten verlassen das sinkende schiff

wenn es den faymann zum jahreswechsel 2012 nicht mehr gibt, musz er natürlich vorher wie es so tradition ist, den freunderln noch einen job verschaffen, .. als gegenleistung gibt es halt dann später einen verdeckten beratungsvertrag nach dem motto was war mei leistung

beratet halt der faymann dann den orf .. geht ja auch nicht anders, weil ohne englisch kann man nicht mal einene kasachischen oder weisrussischen diktator "beraten" ...

man kann ja nur mehr lachen über diese durchsichtigen manöver .. und natürlich bei der nächsten wahl ihnen den denkzettel dafür geben.

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