Udo Bachmair: „Größte Gefahr rührt aus dem Personalmangel“

02.01.2012 | 18:27 |  ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Ö1-Journal-Moderator Udo Bachmair verlässt nach 40 Jahren mit Handshake-Vertrag den ORF, um Zeit für neue Herausforderungen zu haben. Er denkt, Wrabetz wird die Pelinka-Entscheidung zurückziehen.

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Die Presse: Sie sind fast 40 Jahre beim ORF. Hat Sie die jüngste Aufregung um Politbestellungen im Haus überhaupt noch überrascht?

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Udo Bachmair: Nicht wirklich. Es kann nicht verleugnet werden, dass Parteipolitik bei ORF-Postenbesetzungen immer hineingespielt hat. Aber im Fall Pelinka zeigt sich für mich doch ein verblüffend hohes Maß an Unverfrorenheit oder mangelnder Fähigkeit, die Konsequenzen abzusehen.

Warum ist die Aufregung diesmal so groß?

Ich denke, das hat mehrere Facetten. Zum einen liegt es an der Person Niko Pelinka, zum anderen an der speziellen Funktion. Ich halte es menschlich betrachtet für nachvollziehbar, dass ein junger, ehrgeiziger Mann, der von einer Partei viel zu früh in Sphären der Macht gehievt worden ist, vor lauter Selbstbewusstsein förmlich abheben muss. Unverständlich aber ist mir, dass der Generaldirektor eines derart renommierten Unternehmens offenbar jemanden wie Pelinka zu seiner Orientierung braucht. Dazu kommt, dass in den letzten Monaten und Jahren der Personalmangel enorm zugenommen hat. Alle zusätzlichen Ereignisse, die heikler Natur sind, werden dann mit Sicherheit noch sensibler empfunden.

Glauben Sie, dass der Protest der ORF-Redakteure Erfolg haben wird?

Ich glaube schon, dass der interne Druck aufrecht bleiben wird und dass Wrabetz seine Entscheidung zurücknehmen wird. Aber das kann in einer Woche ganz anders aussehen.

Die Journale, vor allem das Morgen- und Mittagsjournal, spielen innenpolitisch eine wichtige Rolle.

In der Wahrnehmung der Öffentlichkeit war früher das Mittagsjournal sicher dominanter. Mittlerweile ist das Morgenjournal als Themengeber für den Tag wichtiger geworden. Nicht zuletzt, weil die sogenannte A-Schicht-Zielgruppe aus beruflichen Gründen eher das Morgenjournal hören kann.

Wie oft gab es politische Interventionen?

Ich kann da von Glück reden, weil der Radiobereich diesbezüglich immer eine Insel der Seligen war. Es hat selten Fälle gegeben, wo Politiker bis in die Journalredaktion gelangt sind.

Wieso hören Sie gerade jetzt auf?

Es hat jedenfalls nicht mit dem Fall Pelinka zu tun. Hauptgrund ist, dass ich mich neuen Herausforderungen widmen möchte. Ich werde weiter journalistisch tätig sein, moderieren, aber auch Theater spielen in dem kleinen, feinen Team namens Porträt-Theater.

Es heißt, Sie nehmen sich eine zweijährige ORF-Auszeit. Was bedeutet das?

Es ist ein Handshake-Vertrag mit vorgezogener Abfertigung bis Ende 2013, der mir bereits vor zwei Jahren, wie allen anderen meines Alters, angeboten wurde und den ich nun angenommen habe.

Woher kommt die größte Gefahr für qualitätsvollen Journalismus?

Die größte Gefahr rührt aus dem zunehmenden Personalmangel. Man muss schon froh sein, mit dem vorhandenen Personal das politische Alltagsgeschäft erledigen zu können. Es wird immer seltener möglich, Hintergründe zu recherchieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2012)

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97 Kommentare
 
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Niko Pelinka beim ORF?

Ist eine menschenwürdige Rechtspolitik nicht dringender? Ist im Vergleich nicht vernachlässigbar, ob Niko Pelinka im ORF… Wäre denn für eine akzeptable Rechtsordnung nicht wichtiger, dass Kontrolle "im Namen der Republik" zur gleichheitswidrigen Willkürentscheidung (Land Kärnten) tatsächlich durchgeführt wird, anstatt durch Wegschauen Menschenrechte zu verletzen. Solange ein Rechtswerber Menschenrechtsverletzungen erleidet, weil er Kritik aufzeigt, haben Medien, die über solche Verbrechen schweigen, eine fragliche Berechtigung.
ECD

Gast: Zwangsgebührenzahler
03.01.2012 19:41
7

Auflösen den Verein, es gibt genug deutschsprachige Sender, die wesentlich besser sind und den Seher gar nichts kosten.

Sehe nicht ein, warum ich über Zwangsgebühren den ORF und seine Mitarbeiter erhalten soll, wenn es bessere Alternativen gibt.

Re: Auflösen den Verein, es gibt genug deutschsprachige Sender, die wesentlich besser sind und den Seher gar nichts kosten.

ich bin andere meinung. der ORF gehört für mich zu den besten sendern. ich höre leidenschftlich gerne die Ö1 Journale. und bachmaier wird mir abgehen.

Antworten Antworten Gast: ojee
05.01.2012 22:22
0

Re: Re: Auflösen den Verein, es gibt genug deutschsprachige Sender, die wesentlich besser sind und den Seher gar nichts kosten.

ö1? du armer

Gast: austria wien
03.01.2012 17:51
3

foto

bitte verschont mich mit diesen fotos von niki
das ärgste foto war, dieses mit seinen vielleicht chef wrabetz.

Jemand soll bitte den WRABETZ wegen Amtsmissbrauch bei der StA anzeigen!!!


Antworten Gast: söwa
05.01.2012 22:22
0

Re: Jemand soll bitte den WRABETZ wegen Amtsmissbrauch bei der StA anzeigen!!!

mach's bitte selbst

Gast: lola1234
03.01.2012 14:39
5

das Problem ist:

too many chiefs and not enough indians.
Einsparungen finden auf Redaktionsebene statt und bei den Mitteln für Eigenproduktionen. Der Verwaltungsapparat ist reformresistent. Es wurde zwar ein Direktor eingespart, allerdings mussten/müssen einige Versogungsjobs in der Form neu erfundener Stabsstellen aus dem Boden gestampft werden.
Wozu leistet sich der ORF 9 physische Landesstudios? Warum hält sich der ORF z.B. noch immer eine eigene Abteilung für Gehaltsverrechnung, wobei allerdings Kamerateams seit Jahrzenten angemietet werden und Produktionen für das laufende Programm außer Haus gegeben werden? Das passt alles nicht zusammen. Ein Reformstau - wie auf Bundesebene.

es ist doch alles klar...

der marktanteil sinkt wegen dem unzureichenden angebot..., dieses sollte saniert werden!!!

hat jedoch mit dem Thema nichts zu tun.


Der Intendant will seine eigene Leute um sich?

Klingt verführerisch plausibel; ich sage trotzdem: dann muß er sie auch selbst bezahlen.

Seinen eigenen Hofstaat mit Schwägern und Komtessen aufzubauen hat der ORF wahrscheinlich kein Geld. War da nicht etwas mit (Zwangs-) Gebührenerhöhung?

Antworten Gast: Romanino
04.01.2012 20:31
1

Re: Der Intendant will seine eigene Leute um sich?

Schaut einmal wer im OIRF drin ist
Zechner family und andere Bande die sich alle Begünstigungen zuschiebt

Beachte: 2 Stellen beim GD offen!

GD Büroleitung durch Niko + Assistent/in. Letztere soll wohl die wirkliche Arbeit machen? Mindestgage für den Doppelpack EUR 10.000.-/Monat. http://images.derStandard.at/2011/12/28/1324515155564.jpg

Antworten Gast: lola1234
03.01.2012 13:40
6

Re: Beachte: 2 Stellen beim GD offen!

dazu kommt noch ein versorgungsjob für den derzeitigen büroleiter. der hat übrigens am 23.12. aus der apa erfahren, dass er ausgetauscht wird. so viel zum naheverhältnis wrabetz und büroleiter.

Gast: Viktor Panek
03.01.2012 11:55
3

NS?

Der ORF errinert mich an ein Bundesministerium für Propaganda, z.b. wenn beim Wien Heute die FPÖ deutlich diskriminiert werden, oder es immer in Bild von ALLes ist OK gegeben. Kriminelle Ausläner werden wie erweht als solche usw. Gott sie Dank gibt es SAT TV wo es die Wahrheit gibt!

Re: NS?

Deine Klage in Gottes Ohr (was er damit macht, ist eine andere Sache);

wie war das übrigens mit dem Technischen Leiter?

der Personalmangel hat zugenommen ?

der ORF hat derzeit 4.280 Vollzeitstellen, der für wesentlich mehr Zuseher tätige Bayrische Rundfunk hat 2.930 feste Mitarbeiter. Über die Qualität des Programms brauche ich wohl nichts zu sagen. Der Bayrische Rundfunk ist neben ARTE und Servus TV einer meiner Lieblingssender. Im ORF sehe ich einmal im Jahr das Neujahrskonzert, manchmal ein Skirennen und manchmal die ZIB. Wie man bei einem derart hohen MA-Stand und einem qualitativ derart miserablen Programm noch von Personalmangel reden kann, ist schleierhaft. Daneben hat der ORF fast keine Eigenproduktionen mehr und sendet überwiegend US-Serien und Filme. Wofür werden die vielen Mitarbeiter denn benötigt ?

Re: der Personalmangel hat zugenommen ?

dreimal derfst raten!

Re: Re: der Personalmangel hat zugenommen ?

tust selber raten. Das war eine rethorische Frage.

Antworten Antworten Antworten Gast: Frau Holle
03.01.2012 19:24
0

Re: Re: Re: der Personalmangel hat zugenommen ?

Ich Rate:
die Mitarbeiter der GIS haben derart zugenommen, weil niemand diese Zwangsgebühren bezahlen will, dass andererorts das Personal fehlt.

oder:
die "NIKIS" sind mehrere und benötigen immer einen Assistenten. Demnach vermindert sich das tatsächliche Personal auf die Hälfte.

Ich möchte auch so einen Posten !!!

Da hilft nur eines: die GIS ABmelden! Wir haben das soeben gemacht. Wer macht noch mit?! Komm Leute!!! Es bedarf nur etwas MUT mehr nicht... ;-)


Fernsehen ist sowieso tot


Antworten Gast: Rupert Wenger
03.01.2012 16:28
2

Re: Da hilft nur eines: die GIS ABmelden! Wir haben das soeben gemacht. Wer macht noch mit?! Komm Leute!!! Es bedarf nur etwas MUT mehr nicht... ;-)

Völlig richtig! Habe den Fernseher längst abgemeldet und weggeworfen, Information und Unterhaltung gibt es im Internet besser. Habe sehr viel an Lebensqualität gewonnen und zahle weniger. Kann ich nur weiterempfehlen!

Re: Da hilft nur eines: die GIS ABmelden! Wir haben das soeben gemacht. Wer macht noch mit?! Komm Leute!!! Es bedarf nur etwas MUT mehr nicht... ;-)

Wir zahlen die Schweinereien nicht mehr!


ORF ABSCHAFFEN JETZT

wir brauchen kein politsprachrohr für korrupte parteien.

 
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