ORF: Pressespiegel zur Causa Pelinka

Auch internationale Medien setzen sich dieser Tage mit der Bestellung Niko Pelinkas zum Büroleiter von Alexander Wrabetz auseinander. Ein Auszug.

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ORF: Pressespiegel zur Causa Pelinka
(c) APA (ROLAND SCHLAGER)

"Die Welt"

"Und weil das mit der kunstvollen Verquickung von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Parteipolitik in Österreich noch weitaus fluffiger abläuft als in Deutschland, mag es die meisten Kritiker auch nicht recht wundern, dass der neue Büroleiter Mitglied der sozialdemokratischen SPÖ ist, eben jener Partei, der auch Wrabetz nahesteht. Pelinka seinerseits kommt geradewegs aus dem ORF-Stiftungsrat, der den Sender eigentlich beaufsichtigen soll. Einen fliegenden Wechsel nennt man das wohl, erleichtert dadurch, dass moralische Bedenken in der Medienbranche oft keine tragende Rolle spielen." ... "Dass es eine vermeintlich unwichtige Debatte wie ebendiese sein könnte, die (Gott behüte!) eine größere Dynamik entwickelt und den ORF eines Tages grundlegend verändert, bleibt weiter im Bereich des Möglichen und fordert so manchen Weltverbesserer längst zu wilden Planspielen heraus. Eine mediale Reform also demnächst in unserem Nachbarland? Sehr gern, will man sagen. Einzig, es fehlt vielen Österreichern der Glaube an solche Wunder".

"Süddeutsche Zeitung"


"Niko Pelinka ist gerade mal 25 Jahre alt und hat schon einen Posten, den viele für fast so einflussreich halten wie den eines Kabinettschefs beim Bundeskanzler in Wien: Er ist zum Bürochef des Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks ernannt worden, der beherrschenden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt Österreichs. Durchdrungen vom Talent zur Handlungsstrategie (manche würden das Intrige nennen) und von Nibelungentreue gegenüber seinem sozialdemokratischen Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann, gilt Pelinka als Verkörperung der unfreundlichen Übernahme des ORF durch die 'Roten' im Lande. Eine prekäre Entwicklung. Der Generaldirektor des Senders, Alexander Wrabetz, verdankte seine überraschende Wahl 2006 einem Aufstand in Zivilgesellschaft und unter den ORF-Redakteuren wegen des gleichen Übels mit umgekehrten Vorzeichen: Damals hatten namentlich im Fernsehen die konservative Volkspartei und ihre christsozialen Statthalter den Sender gleichzuschalten verstanden".

"Frankfurter Allgemeine Zeitung"


"Nach dem Wahltag ist Zahltag. Im vergangenen August ist der Generaldirektor des österreichischen ORF, Alexander Wrabetz, mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Vor allem die Stimmen aus dem Lager der SPÖ verhalfen ihm zum Sieg. Zu Weihnachten hat Wrabetz sich nun bedankt - indem er Nikolaus Pelinka, einen jungen SPÖ-Aufsteiger und Intimus des Bundeskanzlers Werner Faymann, zu seinem Büroleiter berief. ... Als Büroleiter des Generaldirektors steht der Politfunktionär Pelinka nun mitten in der ORF-Manege. Die Redakteure des Senders laufen Sturm - mehr als hundert Mitarbeiter der Nachrichtenredaktion haben schon einen Protestbrief unterschrieben. Nützen wird es wahrscheinlich nichts."

"Neue Zürcher Zeitung"


Charles Ritterband, Wiener Korrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung", zufolge wirft der "personalpolitische Alleingang des ORF-Generaldirektors Wrabetz ein Schlaglicht auf die politischen Umtriebe hinter den Kulissen des österreichischen Staatsrundfunks."

(APA)

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