Turbulenzen um den ORF: Pelinka bot Rückzug an

07.01.2012 | 18:16 |   (Die Presse)

Nikolaus Pelinka erklärt in der Sonntag-Ausgabe der "Kronen Zeitung", er habe Wrabetz angeboten, seine Bewerbung zurückzuziehen. "Die ORF-Spitze wird politisch erpresst", meint Armin Wolf.

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Wie Armin Wolf über die Vorgänge bei seinem Arbeitgeber ORF denkt, ist zumindest jenen knapp 35.500 Menschen bekannt, die ihm auf Twitter folgen. Nun übt der „ZiB2“-Moderator auch im „profil“ Kritik an der Bestellung von Niko Pelinka zum Chef-Büroleiter und anderen politisch motivierten Postenbesetzungen. Er würde sich wünschen, dass ORF-Chef Alexander Wrabetz die Postenbesetzung rückgängig machte. Natürlich dürfe sich der ORF-Chef seinen Büroleiter aussuchen: „Nur – er sucht sich den ja nicht selber aus. Die SPÖ-Zentrale hat ihn ausgesucht“, sagt Wolf. „Die Geschichte geht mir nahe, weil sie dem ORF und der Glaubwürdigkeit der ORF-Journalisten schadet. Wenn die Zuseher den ORF für einen Regierungsfunk halten, dann werden sie der ,ZiB‘ nicht vertrauen. Ich halte das für fatal.“ Er glaubt: „Die ORF-Spitze wird politisch erpresst. Und sie lässt sich leider erpressen.“

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Nikolaus Pelinka erklärt in der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe), er habe Wrabetz angeboten, seine Bewerbung zurückzuziehen. „Er hat mich allerdings darum gebeten, meine Bewerbung aufrecht zu erhalten. Mein Angebot steht aber natürlich weiterhin“, versichert Nikolaus Pelinka. Er lasse sich jedoch von keiner Partei vorschreiben, welchen Karriereweg er nehme: „Ich bin weder SPÖ-Funktionär noch Politiker.“

In der „Kleinen Zeitung“ vom Freitag vermutete Hellwig Valentin, Dozent für Zeitgeschichte an der Uni Graz, Wrabetz habe kühl-kalkulierend eine „typisch österreichische Lösung“ gewählt: Um einem Konflikt mit der SPÖ-Parteizentrale zu entgehen, habe er gezielt den Büroleiter vor der Ausschreibung bekanntgegeben, um diesen im von ihm erwarteten Proteststurm untergehen zu lassen.

Am kommenden Montag versammeln sich die „ZiB“-Redakteure nach der Mittags-„Zeit im Bild“ zu einer Redakteursversammlung und besprechen ihr weiteres Vorgehen. awa

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2012)

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36 Kommentare
 
12

Der eigentliche Skandal ist...

der systematische Stimmenkauf durch Wrabetz:
Der Fall Pelinka ist nur mehr das Tüpfelchen auf dem "i".
Davor hat er schon weiteren drei Mitgliedern des ORF-Kontrollgemiums deren Unterstützung bei der Wahl des ORF-Chefs durch Posten-Versprechungen erkauft.

Dies ist klar Bestechung, Vorteilsnahme zum Nachteil der Bevölkerung und Amtsmissbrauch bei allen Beteiligten.

Rücktritte aller Beteiligten wäre das Mindeste, wenn nicht sogar strafrechtliche Konsequenzen folgen müßten.

Gast: d50laca
09.01.2012 09:20
0

Rudas und Pelinka sind einfach unsympatisch

Jetzt hat die SPÖ ihr Gefühl für Anstand und Moral total verloren.
Zwei Kinder von Parteibonzen bekommen Spitzenposten mit fürstlichen Gehältern!!!
Wer soll Euch da noch wählen?

Nikolaus Pelinka erklärt in der „Kronen Zeitung“


in welcher Zeitung sonst, haben doch Faymann, Darabos, Rudas, usw. die besten Erfahrungen mit den Vorgaben aus diesem Kleinformat.

diese Roten glauben allen ernstes


mit ihrem vererbten Parteibuch in der Tasche haben sie automatisch ein Recht auf einen fetten ORF oder ÖBB - Posten
In einem Jahr bekommen sie dir Rechnung präsentiert!

Gast: DerGeschmeidige
08.01.2012 16:57
2

Naja...

man darf gespannt sein wie lange man den Wolf noch in der ZiB sehen wird! Danke, es war sehr schön...

Ein Hoch auf die Pelikans und die Republik Österreich.

Bin gespannt, ob das jetzt durch die Zensur kommt.

Jetzt wird's abenteuerlich!


Wrabetz, der verkannte Kämpfer für die Unabhängigkeit des ORF :-)))))

Auf die Reaktion von Wrabetz auf die Vermutungen von Valentin kann man ja gespannt sein ;-)

bekommen da jetzt die 3,000 anderen Bewerber...

... eine echte Chance?


Gast: wassolldas
08.01.2012 14:04
7

Pelinka "bot" an? Das ist herrlich, wo gibt es das

noch, dass ein Interessent für einen Job dem Selektor seinen Rückzug "anbietet"! Das geht wohl auch nur in einem Staatsbetrieb, wo das ganze ein abgekartetes Spiel ist, anderenorts gibt es schlicht und einfach die Möglichkeit einen Brief zu senden oder Anruf zu tätigen, dass man seine Bewerbung zurückzieht, Schluss, Aus, Punkt.

Antworten Gast: montaigne
08.01.2012 19:26
0

Re: Pelinka "bot" an? Das ist herrlich, wo gibt es das

Hat er sich überhaupt beworben??

Diese Verlogenheit

in der Diskussion rund um den ORF ist nicht mehr zu ertragen.Soweit bekannt, ist Wrabetz
nicht kurz vor der Wahl vom Himmel gefallen,
er war bekannt und hat jede Partei brav je nach
Wunsch bedient,darum haben sie ihn ja auch gewählt.Darüber sollten die lautesten Schreier einmal nachdenken,was allerdings schwer zu fallen scheint.Siehe Artikel der Frau Föderl im Standard und Herrn Mück (!) im Profil . Auch der Herr Wolf überspannt kräftig den Bogen,was er treibt,steht ihm nicht zu. Der ORF war und wird immer ein Spielball der Politik sein, Unterhaltungssüchtige können sich schon einmal
ausmaen,wie das bei einem Kanzler Strache sein wird.

Re: Diese Verlogenheit

Moi du kleiner buhbuh, komm lass dich mal ganz doll drücken! Und wenn du schön brav bleibst kommt auch heuer wieder das Christkindl!

Antworten Antworten Gast: welche Sur?
09.01.2012 13:01
0

Re: Re: Diese Verlogenheit

infantile regressionserscheinungen?

aber was der vorposter bezüglich hc meint dürfte nicht so weit hergeholt sein.

Gast: Dandy1
08.01.2012 09:22
11

Weg mit dem Rotzbuben

Wie lächerlich - ORF und Unabhängig ist ein Widerspruch in sich.
Dieser verkommene Rot-Rot-Grüne Intrigantenstadl gehört endlich ordentlich ausgemistet.

Wie einseitig und abhängig "berichtet" wird, war erst unlängst in der ZiB bezüglich der lächerlichen Diplomatenpass-"Affäre" zu sehen. Erwähnt und in den Dreck gezogen wurden Grasser, Strasser und Gorbach - kein Wort von den mindestens 25 Roten Kasperl-Passbesitzern, darunter rechtskräftig verurteilte Gauner wie Androsch, Blecha und Konsorten.

ORF = AUSMISTEN --> JETZT SOFORT!!!!!!

arroganter geht's wirklich nimmer!! #--->


was heißt hier: " Pelinka bot Rückzug an"??
ja ist den dieser Typ schon drinnen??

arroganter geht's wirklich nimmer!!

Ich freue mich schon auf die nächsten Wahlen, wo hoffentlich ihm und seine ganze Genossenschaft der RückTRITT angeboten wird, sonst gib's einen unfreiwilligen ...TRITT in den Hintern!

mei... mir kommen die tränen in den augen! *seufz*


Gast: Alien (Dauerzensuriert)
08.01.2012 00:50
9

Mich erinnert das ein bißchen an den Qualtinger:

Die 2. Strophe von "Der Papa wirds scho richten". Das war doch alles schon da, nur damals gabs nicht so einen Aufstand, weil die Menschen nicht so informiert waren wie heute...

Gast: Waldläufer O5
08.01.2012 00:26
3

Im Interview mit Pelinka Junior hat Frau Bischofberger gezeigt, was investigative Journalisten in einem professionell inszenierten Interview alles herausholen können

„Die Debatte wurde sehr tief und unangemessen geführt“ wurde im Interview gesagt.
Nein, nicht von Herrn Pelinka.
Das kam von der Reporterin!
Zu was die Frau Bischofbeger sich inzwischen hergibt …

Kleine Zeitung

Ja, die Einschätzung der Kleinen Zeitung dürfte nicht ganz falsch sein. Aber sagen sollte man es nicht.

„Ich bin weder SPÖ-Funktionär noch Politiker.“


Wenn das so weitergeht, wird er wirklich nicht mehr als ein roter Gartenzwerg bleiben/werden. ;-)

für so intelligent ...

... halte ich den Wrabetz ganz sicher nicht ...

13

Der angebotene Rueckzug:

Ich wuerde ja verzichten, wenn man mich nicht hielte - Chuzpe

„Ich bin weder SPÖ-Funktionär noch Politiker.“

Sonder eine kleine Oa*schwarze?

Wrabetz Wange an Wange mit Kleinpelinka

Genosse Wrabetz Wange an Wange mit grinsendem Sozeburli petit Pelinka und die Ankündigung von dessen kostspieliger Belohnungsbeschäftigung noch vor gesetzlicher Ausschreibung sorgten für massive Empörung, die in jeder Hinsicht berechtigt ist.
Dabei geht es nicht allein um die hohe Bezahlung ohne erkennbarer Qualifikation, es geht vielmehr um die instinktlose Ver(ar)schaukelung der Mitarbeiter und vor allem der Gebührenverpflichteten des ORF durch den Generaldirektor. Die einzig positive Denkvariante ist, dass Wrabetz so die Installierung eines Löwelstraßen-Trojaners in seinem Büro zu verhindern versucht.

Jetzt bietet Kleinpelinka tatsächlich an, die Bewerbung zurück zu ziehen. Wrabetz indes bettelt parteigehorsam um dessen Verbleib. Womit aber im Hintergrund die Versorgungsmaschinerie für den Sozebubi angeworfen wird.
Das frei erfundene Szenario:

Die NB wird plötzlich einen hochbezahlten Experten für Weißgottwas in der Person P. suchen, weil unverzichtbar. Oder die OMV, die ohne hochdotierten Experten wie P. nicht auskommt, oder kann die Post etwa auf einen kostspieligen Fachmann seiner Qualität verzichten? Oder, oder… (die ÖBB war schon dran). Trocknet eure Tränen, ein Sozialfall würde Nikobubi nicht.

An die Adresse Laura Rudas & Co ein Zitat von Samuel Butler: Jeder Narr ist in der Lage, die Wahrheit zu sagen. Es bedarf aber einiger Intelligenz zu wissen, wie man gut lügt.

Das hat was

Interessante Intrepretation von Hr. Valentin. Ich finde es aber schon mehr als bedenklich wenn sich der ORF GI nur mehr auf diese Art und Weise der Vereinnahmung durch sie SPÖ entziehen kann.
Natürlich ist Hr. Wrabetz kein parteipolitisch unbeschriebenes Blatt, aber diese Form eine Auseinandersetzung zu führen lässt schon sehr tief blicken - wenn Hr. Valentin recht hat.

Das hat was

Interessante Intrepretation von Hr. Valentin. Ich finde es aber schon mehr als bedenklich wenn sich der ORF GI nur mehr auf diese Art und Weise der Vereinnahmung durch sie SPÖ entziehen kann.
Natürlich ist Hr. Wrabetz kein parteipolitisch unbeschriebenes Blatt, aber diese Form eine Auseinandersetzung zu führen lässt schon sehr tief blicken - wenn Hr. Valentin recht hat.

 
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