Wie der ORF einen „ZiB“-Beitrag kürzt

09.01.2012 | 16:52 |   (Die Presse)

Der „Presse“ liegt der Originaltext für den gekürzten „ZiB“-Beitrag zu angeblich von Werner Faymann bestellten Asfinag-Inseraten vor.

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Von „Verschwörungstheorien“ sprach ORF-Chefredakteur Fritz Dittlbacher in seinem Leserbrief an die „Presse“, in dem er sich über die Berichterstattung über einen verkürzten „ZiB“-Beitrag zu angeblich von Werner Faymann bestellten Asfinag-Inseraten beschwert. Er und Redakteurssprecher Dieter Bornemann dementieren, dass ein 55-Sekunden-Bildbeitrag aufgrund politischer Intervention zur 32-Sekunden-Moderation herabgestuft wurde: Der Beitrag sei nicht fertig gewesen, die Entscheidung aus rein journalistischen Gründen gefallen.

Der „Presse“ liegen die Originaltexte vor. Jener für den Bildbeitrag hätte gelautet: „Werner Faymann 2007 als Verkehrsminister. Gerne hat er selbst die Hand im Spiel. Und das offenkundig nicht nur, wenn es um die Eröffnung neuer Straßenstücke ging. Auch bei der Vergabe von Asfinag-Inseraten. ,Und das sogar am Vorstand vorbei', wird der Informant im Ö1-Mittagsjournal zitiert. Anfangs habe es darüber vorab noch Gespräche gegeben, später habe man nur mehr die fertigen Anzeigen gesehen und die Rechnung beglichen. Die Angaben decken sich mit einem internen Asfinag-Revisionsbericht, den das ,Profil' jetzt veröffentlicht. Mehrere hunderttausend Euro sollen so – wie schon bei den ÖBB – an verschiedene Medien geflossen sein. Die Vorwürfe sind nicht ganz neu. Schon im Wahlkampf 2008 sah die ÖVP die Asfinag-Gelder durch Faymann missbraucht. Damals wie heute wiesen sowohl SPÖ als auch Asfinag Einflussnahme auf Anzeige-Kampagnen zurück. Und Asfinag-Chef Alois Schedl beteuert: Es habe keine Inseratenvergabe am Vorstand vorbei gegeben.“

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Bildbeitrag stärker als nur Moderation

Die Moderation lautete dann so: „In der Inseratenaffäre verdichten sich jetzt die Hinweise, dass Bundeskanzler Werner Faymann in seinem früheren Amt als Verkehrsminister auch Einfluss auf Inseratenaktionen der Asfinag genommen haben könnte. Ein Asfinag-Insider gibt gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal Hinweise darauf, dass das Unternehmen oft erst NACH Schaltung der Inserate in den Medien davon Kenntnis bekommen habe – und dann auch die Rechnung zugestellt bekommen hat. Im Bundeskanzleramt als auch bei der Asfinag weist man die Vorwürfe heute zurück.“

Der zweite Text ist weniger kommentierend und viel nachrichtlicher, zudem hätte ein Bildbeitrag andere Wirkung erzielt als eine reine Moderation. Aus „ZiB“-Kreisen heißt es, Intervention finde heute subtiler statt. Oft ist sie – wie im genannten Fall – schwer zu beweisen. Manchmal braucht die Redaktion einen guten Grund, um zu berichten: Als eine Woche später die „Presse“ stichhaltigere Beweise, in Form von Dokumenten, in der Asfinag-Inseratengeschichte als „Profil“ bot, berichtete die „ZiB“. awa

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24 Kommentare
Gast: zehvaudeh
12.01.2012 16:33
0

Potzblitz

aus dem "Skandal" über einen verschwundenen Beitrag wird plötzlich ein geschmäcklerischer Kommentar darüber, welcher Text wohl stärker ist ... War wohl eine Presse-"Ente" .. aber auch das ist ja wohl österreichischer Journalismus - egal, was wahr ist: hinpinkeln, irgendwas wird schon haften bleiben.

Gast: linxlinkfresser
11.01.2012 22:16
0

UNGLAUBLICH


Österreichischer ROTFUNK.

Ersatzlos abschaffen, damit endlich der Brechreiz besser wird.

Transparent !

wäre doch was: Anruferliste ins Internet stellen Rudasmädi.
Ihr seid doch sonst nicht so zimperlich, wenns um zB Grasser geht.

Gast: typenlehre
10.01.2012 18:57
0

Asfinag-Inseraten

eh logisch.
rote und linke beweihräuchern sich gern sölber
schworze und gauner bereichern sich nur sölbst
und die blauen und rechten wullen beides.
zohln tun sowieso olles wir.

Gast: gelangweilt
10.01.2012 16:57
0

Und wie immer bei einer Zeitungsente lautet das Zauberwort: "angeblich"

...

Gast: Willi ist wütend
10.01.2012 14:31
0

Unabhängige Redakteure im ORF?

Die Antwort liegt schon im Namen: Olas Reine Fiktion

Antworten Gast: Willi ist wütend
10.01.2012 15:40
0

Re: Unabhängige Redakteure im ORF?

In einer modernen Medienwelt zählt nicht, wer hart arbeitet, sondern wer fotogen ist und im TV gut kommt. Und wer hat da die Nase vorne?
SPÖ = Schönste Protektionskinder Österreichs

Gast: hannking
10.01.2012 12:28
1

Da helfen nur mehr höhere Steuern!!! Aber dalli


Gast: Opfer100
10.01.2012 10:02
1

Wie empfindlich dieser Haufen bei so einer falschen Berichterstattung reagiert,

und wie wenig empfindlich bei systematischen Lügen, die nicht der eigenen Klientel schaden.

Faymann hat sofort zurückzutreten!

Wie kann so jemandem weiterhin das Bundeskanzleramt überlassen werden.

13

Ohne Worte...


Um den Bericht zu verhindern hat laut Presse Angaben - Laura Rudas 10 x (!) beim ORF angerugen.

Was will man erwarten... bei der Partei?

Re: Was will man erwarten... bei der Partei?

Die Partei erwartet sich, dass es noch einfacher geht.

10 Anrufe erfolgt. Und dann trotzdem noch ein kleiner Hinweis auf Geldmißbrauch durch einen SPÖ-Politiker auf Sendung. Also wirklich, Hr. Wrabetz hat den ORF doch nicht so ganz im Vollgriff!?

Also, den Pelikan in's Vorzimmer vom Wrabetz, ein(!) kurzer Anruf zu dem muss genügen. Und der hat dann, zur "Unterstützung des Wrabetz", vor Ort laufend vorzugeben und zu kontrollieren.

Wer doch gelacht, wenn man den "Sauhaufen" nicht wirklich zu 100% unter Kontrolle bekäme?

Was den roten Machthaberern nicht passt, wird nicht gesendet

so ist das nun einmal im objektiven ORF. Und über die Einhaltung der Objektivität sorgen dann objektive Genossen wie der Herr D. Denn der ORF ist ja unabhängig.

wir

haben das ja schon immer gewusst, dass das so läuft. Nur haben die immer so getan, als wäre das völlig aus der Luft gegriffen, obwohl wir es wussten, dass es so läuft.
Jetzt ist es schwarz auf weiß da. Werde mir diesen Artikel herunterladen und speichen und immer, wenn mir ein Politiker erzählen will, dass er/sie NIE im Leben so etwas tun würde, könnte, wollte und mir Medien erklären wollen, dass sie alle unabhängig sind - dann schau ich mir diesen Artikel an.

Re: wir

natürlich haben gerade sie es gewust wie es geht!

Re: Re: wir

denn es war ihre bande die den ORF zum schwarz-blauen parteifunk gemacht hat!

Re: Re: Re: @heri3 - sauf nicht soviel


Re: Re: Re: wir

wirklich? da liegen sie falsch. ich habe keine bande, weder im leben noch im cyberspace.

Re: Re: Re: wir

Mein Gott, ist Ihnen das nicht selbst peinlich was Sie hier verzapfen?

Wer sich informieren will liest die New York Times oder die FAZ. Alles andere ist UNseriös, manipuliert, biased, und von der politik misbraucht und teils zensuriert! Österreich ist hier KEINE Ausnahme!!!


Antworten Gast: das meinen sie wohl nicht ernst
09.01.2012 21:14
1

Re: Wer sich informieren will liest die New York Times oder die FAZ. Alles andere ist UNseriös, manipuliert, biased, und von der politik misbraucht und teils zensuriert! Österreich ist hier KEINE Ausnahme!!!

Also bitte, ich hoffe sie meinen das nicht ernst

Die Wahrheit liegt....


bei der Politik, sau-Bär!

Gast: Böse Wahrheit
09.01.2012 19:47
11

Das wird die SPÖ aber nicht freuen, wenn die Presse so was bringt. Vielleicht verfasst Rudas auch schon ein Memo an die Redakteure. Vielleicht mit folgendem Inhalt:

Interne Entscheidungsabläufe der ZIB-Redakteure dürfen unter keinen Umständen mehr publik werden. Sollte die Bevölkerung hier größeren Einblick bekommen, würde sofort das eintreten, was Herr Wolf fürchtet: die Leute glauben der ZIB nicht mehr.

Re: die Leute glauben der ZIB nicht mehr.

Das tun sowieso nur mehr jene, welche nicht Nachrichten sondern SPÖ-Selbstbeweihräucherungen hören wollen.

Müssten wir nicht dafür bezahlen, und wäre es nicht ein Sittenspiegel der österr. Politik, man könnte es im Medienzeitalter von Internet, Kabel und SAT-Anlagen, zu den Akten legen.

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