Am vergangenen Freitag lief die sechste Staffel des erfolgreichen Reality-Formats "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" - fast sieben Millionen schalteten ihren Fernseher ein - auf RTL an. Elf Kandidaten, darunter C-Promis, Ex-Stars und Sternchen, müssen zwei Wochen lang im australischen Dschungel überleben. Tagtäglich tritt eine Person zu einer Prüfung im Dschungelcamp an, nicht selten sind dabei Insekten, Spinnen und andere Tiere "involviert". Bereits seit der ersten Staffel wird der RTL-Sendung daher Tierquälerei vorgeworfen. Auch jetzt wieder: In der ersten Folge am 13. Jänner wurde das Erotik-Model Micaela Schäfer mit Maden überhäuft, biss einer lebenden Raupe den Kopf ab und behielt eine australische Riesenstabschrecke 30 Sekunden lang lebendig im Mund. Diese wehrte sich zunächst, wurde dann aber völlig regungslos.
Nadja Kutscher von der Tierschutzorganisation PETA bestätigte gegenüber der Branchen-Internsetseite "Promiflash", dass hier Aspekte der Tierquälerei zu finden sind:" Ein solches Verhalten mit einem Gefressenwerden durch einen Fressfeind zu vergleichen ist. Das Tier weiß in dem Moment natürlich nicht, was das Ziel dieser fragwürdigen Aktion ist, es spürt nur, dass es durch Druck fixiert wird. Generell kann es für Wildtiere - also Tiere, die nicht vom Menschen domestiziert wurden - wie z.B. Schlangen oder auch Echsen Todesangst bedeuten, wenn sie gegriffen, festgehalten, ja teils sogar nur angesehen werden. Denn in ihrer Welt bedeutet es normalerweise den Tod, wenn man von einem anderen Tier festgehalten wird", sagte die Expertin.
Kutscher kritisiert in weiterer Folge den Umgang mit den Insekten bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus": "In vielen Situationen vermittelt das Dschungelcamp, dass es in Ordnung ist, Tiere allein zu unserer Unterhaltung zu nutzen und mit ihnen zu tun, was man möchte. Das setzt sich leider in den Köpfen vieler Menschen fest und hat mit Mitgefühl und Respekt gegenüber anderen Lebewesen nichts zu tun.".
Auch die ehemalige Kandidatin von "Deutschland sucht den Superstar", einer Castingsendung von RTL, Annemarie Eilfeld (21) teilt diese Ansicht. Sie bekam zwar ein Angebot an der Ekel-Show teilzunehmen, lehnte dieses aber ab, da "Tiere sinnlos zu Unterhaltungszwecken getötet werden".
(Red)
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