Pelinka-Ersatz: Kirchberger leitet interimistisch SPÖ-Stiftungsräte

Josef Kirchberger übernimmt die Koordinierungsfunktion vorübergehend. Niko Pelinka war bei der Sitzung der Räte nicht dabei.

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SPoeStiftungsraete Kirchberger ersetzt Pelinka
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Der "Freundeskreis" der SPÖ-nahen Mitglieder des ORF-Stiftungsrates hat nach dem Abfang von Niko Pelinka interimistisch einen neuen Leiter. "Art for Art"-Geschäftsführer Josef Kirchberger wurde in einer Sitzung am vergangenen Freitag vorläufig zum Koordinator der roten Gremienmitglieder bestimmt, berichtet die APA. Kirchberger sagte, er sei gebeten worden, die Funktion "interimistisch zu übernehmen".

Der Schritt sei notwendig geworden, weil diesen Freitag ein Sonderstiftungsrat anstehe, für den die SP-nahen Räte koordiniert werden müssen, sagte Kirchberger. Eine längerfristige Lösung könne erst gefunden werden, wenn das Mandat des bisherigen "Freundeskreis"-Leiters Pelinka nachbesetzt werde. Dieser hatte seine Funktion zurückgelegt, weil er sich als Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz beworben hatte.

Pelinka und Rudas nicht dabei, Cap schon

Pelinka, der vor einer Woche selbst mit einer an die Öffentlichkeit gelangten Einladung zu einer "fraktionellen Besprechung" im SPÖ-Klubvorstandszimmer für Kritik gesorgt hatte, war bei der Besprechung nicht dabei, sagte Kirchberger. Auch habe man sich nicht im Parlament getroffen. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas sei bei dem Treffen nicht dabei gewesen, sehr wohl aber Klubchef Josef Cap. Beiden hatte Pelinka seine Einladung als Kopie zukommen lassen.

Zu den Protesten gegen die geplante Bestellung Pelinkas als Wrabetz-Büroleiter äußerte Kirchberger sich zurückhaltend. Dies sei Sache des ORF-Generals: "Ich gehe davon aus, dass er die Situation zu lösen hat."

Offiziell "entparteipolitisiert"

Die ORF-Stiftungsräte, die das oberste Aufsichtsgremium des ORF bilden, sind seit der ORF-Reform 2001 formal unabhängig von Parteien und Institutionen. Offiziell "entparteipolitisiert", dürfen die Mitglieder keine Politiker und auch sonst nicht für eine Partei tätig sein. Nach wie vor aber sind sogenannte fraktionelle "Freundeskreise" üblich und die Mitglieder den Parteien zuzuordnen.

(APA)

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