ORF-Protest in deutschen Medien: ''Der Parteienfilz hat eine barocke Kultur entwickelt''

Auch internationale Medien setzen sich dieser Tage mit der Bestellung Niko Pelinkas zum Büroleiter von Alexander Wrabetz auseinander. Im Folgenden ein Auszug aus den Pressestimmen.



Welt Online

"'In Österreich hat der Parteienfilz eine barocke Kultur entwickelt', sagt der ehemalige ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender im Gespräch mit der 'Welt Online'. "Das sei in Deutschland anders: 'Bei uns wird parteipolitische Einflussnahme im Hinterzimmer ausgefochten. Das zeigt, dass sich die Politiker hierzulande zumindest noch schämen' (...) Die aktuelle Diskussion zeige einmal mehr, mit welcher Selbstverständlichkeit der Postenschacher in Österreich von der Politik vorangetrieben werde."



taz

"'Was sollen sich Praktikanten im gleichen Alter wie Pelinka denken, die vier Monate für einen Hungerlohn hier arbeiten und dann ein Jahr lang nicht im Unternehmen beschäftigt werden dürfen?', murrt ein Redakteur, den die Dreistigkeit des parteipolitischen Zugriffs verwundert. Heute protestieren dieselben Leute gegen die SPÖ, die vor sechs Jahren gegen die von der ÖVP installierte Generaldirektorin Monika Lindner auf die Barrikaden gestiegen waren."



Süddeutsche Zeitung

"Das Video der Redakteurinnen und Redakteure des aktuellen Dienstes der ORF-Nachrichten ist ein offener Aufstand gegen die Geschäftsführung und Generaldirektor Alexander Wrabetz. Parteienklüngel lässt die Emotionen im Sender schon länger hochgehen. Besonders strittig: Kürzlich hatte Wrabetz Niko Pelinka zu seinem Bürochef berufen. (...) Um die so prominent geäußerte Meinung der ersten Riege seiner Nachrichtenleute wird Wrabetz nicht einfach herumkommen."

merkur-online.de

"Mit einer spektakulären Aktion haben sich prominente Redakteure des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF in Österreich gegen die Leitung des Senders gestellt" schreibt merkur-online.de. "Generaldirektor Wrabetz hielt in einer Stellungnahme fest, der ORF habe sich unter seiner Leitung 'in den vergangenen Jahren stark zum Positiven verändert, was journalistische Freiheit, interne Diskursfähigkeit und Konfliktkultur betrifft.'"



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