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ORF-Causa: Pelinka erlöst den General

19.01.2012 | 18:14 |  ISABELLA WALLNÖFER UND ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Nikolaus Pelinka will nun doch nicht Büroleiter von ORF-General Alexander Wrabetz werden. Dessen zögerliche Haltung in der Causa – und bei der Standortfrage – kostet das Unternehmen Ansehen.

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Alexander Wrabetz hat wieder einmal keine Entscheidung getroffen: Nicht er hat die angekündigte Zusammenarbeit mit seinem „Wunschkandidaten“ als Büroleiter abgeblasen. Niko Pelinka selbst hat den geordneten Rückzug angetreten – und seine Bewerbung in einer schriftlichen Erklärung zurückgezogen. Begründung: „Die andauernde öffentliche Debatte über meine Person und meine mögliche Bestellung zum Büroleiter des ORF-Generaldirektors hat ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr akzeptabel ist.“ Er wolle damit „weitere untergriffige Angriffe gegen mich, meine Familie und mein persönliches Umfeld vermeiden“ und dem „unwürdigen Theater“ ein Ende setzen, das „die Substanz des ORF gefährdet“.

 

Kein Zurück in den Stiftungsrat

Damit ist Pelinka aus der Schusslinie – und ohne Job. Die SPÖ soll in den vergangenen Tagen fieberhaft nach einem Arbeitsplatz für den 25-jährigen ehemaligen Leiter des roten Freundeskreises im ORF-Stiftungsrat gesucht haben. Am Mittwoch soll Pelinka in München gesehen worden sein, wo er sich beim deutschen Bezahlsender Sky vorgestellt haben soll. Auch ein Engagement bei der Rewe-Group kursiert. Als so gut wie ausgeschlossen gilt, dass er in den Stiftungsrat oder auf seinen für den ORF-Job bereits gekündigten Posten bei den ÖBB zurückkehrt.

ORF-General Wrabetz gab sich am Donnerstag in einer Aussendung beinahe unbeteiligt: Er „respektiere“ Pelinkas Entscheidung, „sich beruflich neu zu orientieren“. Die geplante Bestellung von Pelinka sei „ebenso wenig Gegenstand einer parteipolitischen Absprache wie sein Rückzug“, betonte Wrabetz. Gerade die zögerliche Haltung des ORF-Generals, der es gern allen recht macht, nährt aber den Verdacht, es gebe ein politisch paktiertes Personalpaket, dessen Umsetzung als Gegenleistung für die ORF-Wahl gilt. Nachdem Wrabetz Pelinkas Bestellung verkündet hatte, bevor der Posten ausgeschrieben war, konnte er die Entscheidung für den SP-Adlatus schwer zurücknehmen – obwohl der dadurch ausgelöste Sturm der Entrüstung genau das bewirkte, was er nun vermeiden will: einen Schaden für das Ansehen des ORF.

Wrabetz' zögerliche Haltung kostet den ORF auch Geld: Heute, Freitag, tagt der ORF-Stiftungsrat, um sich über den Sanierungsbedarf des Gebäudes auf dem Küniglberg zu informieren. Schon vor Wrabetz' Amtsantritt 2006 war die Sanierung ein Thema: 2005 wusste man bereits, dass sie extrem teuer würde – ein Neubau galt als betriebswirtschaftlich vernünftig. Doch die Entscheidung blieb liegen. Mittlerweile ist der Sanierungsbedarf des Gebäudes dringlicher als angenommen. Die mittlerweile auch im Falle einer Übersiedlung vorher nötige Sanierung kostet womöglich so viel, dass sich ein Neubau kaum rechnet.

 

„Ende einer Tragikomödie“

Die ORF-Redakteure, die via Twitter und YouTube gegen politische Postenvergabe protestiert haben, stärken Wrabetz nun den Rücken. VP-Mediensprecher Karlheinz Kopf spricht von einem „unrühmlichen, aber logischen Ende einer Tragikkomödie“. FP-Generalsekretär Harald Vilimsky ortet eine „schwere Schlappe“ für das rote „Mediensystem Faymann/Ostermayer“. Der grüne Mediensprecher Dieter Brosz lobt Pelinkas Rückzug als „einzig richtige Entscheidung“. Nun solle man die öffentliche Debatte dafür nützen, „einen Schlussstrich unter politische Tauschgeschäfte zu ziehen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2012)

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182 Kommentare
 
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Sanierungsbedarf am Packelgebäude

Kleinpelinka wird's nicht, daher gibt es auch keinen schwarzen Landesstudio Koordinator.

Für den Sozebuben ist im Hintergrund schon längst die Versorgungsmaschinerie aktiviert: Entweder die VOEST oder die POST, die ÖNB oder gar die ÖMV, oder, oder, .... (die ÖBB waren ja schon dran) werden plötzlich dringend einen hochbezahlten Experten für Weißgottwas brauchen. Die Fäden scheinen sogar bis Sky oder REWE zu reichen. Nikoburli wird kein Sozialfall.

Er wird mit unverhohlenem Schub der Paddei -Nomenklatura durch das Karriereleben getragen. Beweise für Talent (außer für schnoddrigem Bluff, wie man hört) und Qualifikation blieb er bislang schuldig.
Was nicht zuletzt auch akademische Genossen irritiert: Um zu jenen Gehaltsgrößen zu kommen, wie sie dem Kremser Turbo- Viertelakademiker angeboten werden, sind in der freien Wirtschaft wahre Lebensabschnitte zu investieren. Nikobubi hingegen sollte das alles schon knapp nach der Schule kriegen, ohne sich je bewährt zu haben.

So abgehoben und arrogant kann man auch als Soze der Laura-Generation nicht sein, um die öffentliche Verstimmung nicht zu begreifen.

Gast: Optiker
20.01.2012 11:35
7 0

ja wenn, dann ...

Hätte Niko der grinsende Wikinger das nötige Feingefühl (scheint in diesen Kreisen nicht mehr zu exisitieren), dann hätte er bereits beim ersten Gespräch in Richtung Jobangebot wegen unakzeptabler Optik abgewinkt.

Dass der General nicht über dieses Feingefühl verfügt, wissen wir schon längst.

Gast: Fragender ...
20.01.2012 11:23
5 0

Wovon erlöst er ihn?

Vom Verdacht, dass er Jobs als Belohnung vergibt? Von der blamablen Optik, dass Mitarbeiter Management-Entscheidungen kippen können?

Pelinka erlöst den General

Wann werden wir vom General erlöst?

15 0

ORF= Unternehmen?

eine öffentliche Anstalt mit Zwangsgebühren? interessante Unternehmensdefinition.

3 0

und jetzt gegen die hohen zwangsgebühren

in der BRD sind die gebühren bei 18€ monatlich bis 2014 eingefroren.

Red Rewe-Group?

Wenn dem so ist, dann sollte man auch die Rewe-Group boykottieren - Freundschaft ...

ah geh !

"....und dem „unwürdigen Theater“ ein Ende setzen, das „die Substanz des ORF gefährdet“....."
dieser kleine rote schleimer !
der führt sich schon auf wie ein echter roter !!!

und der papagei laura schweigt....kein wunder !

Gast: polarluft
20.01.2012 07:23
4 0

Das Spiel geht weiter...

Frau Burgstaller, dzt. LH-Frau von Salzburg (SPÖ) hat sich in der Causa Pelinka ebenfalls zu Wort gemeldet: "das hätten wir uns sparen könne" oder so ähnlich!
Was liest man aber in den Zeitungen: sie versuch eine unbedarfte (Genderbeauftragte) SPÖ Parteigängerin als Chefin des Landespressebüros zu installieren?
Was lies man heute in den SN: SPÖ versucht eine SPÖ Kanditatin als neue Rektorin der Pädagogischen Hochschule Sbg. zu installieren? Pikanterie am Rande: LSR Präsident Gimpl (SPÖ) schlägt der BM Schmied (SPÖ) die Kanditatin zur Bestellung als neue Rektorin der PH vor?
(Und das nennt sich hochschulische Autonomie?)
Die Methode "haltet den Dieb" wird von der SPÖ gerade weiter perfektioniert?


1 0

..auch der Bundeskanzler ist froh darüber...

Morgenjournal vom 20.1.2011

Re: ..auch der Bundeskanzler ist froh darüber...

Wie heisst eigentlich der österr. Bundeskanzler?

der arme

mei, er hälts nicht mehr aus, da bubi, dass wir alle so pöse zu ihmen sind. das sind wir doch nur nur, weil wir alle so neidig sind, weil er so wiele gude Frende haben tut und wir nicht. auserdem hat er so eine gude famülle, ein papi der ihn abwatschen tut, wenn er nicht spurt, obwohl der sagen tut, dass da bubi schon seit 7 jahren selbstständig denken tut. ein onkilein, der sich ganz unabhängig für ihn einsetzen tut, weil er das für jeden täte. und nadürlich sind wir auch noch neidig, weil er so ein geiles lächeln hat, der p. wer hätt das nicht gern? und die augen erst. soo indeligend. und wie der redet... Ähm? Hat der überhaupt einmal irgendetwas GESAGT? Hat den mal wer reden gehört? Ich nicht. Warum wohl?

0 1

Mir ist schon klar, dass die Online-Presse

anders ist.

Aber Niko Pelinka ist nicht das Problem.
Der ORF ist das Problem.
Die Zeit hatte dazu auch einen guten Artikel.
Wenn man es aus kommerzieller Berauschung sieht.
Ö - Ähm Wien ist anders. Der selbsternannte Oberstudienrat lt. Parteibuch ernannt in der Bücherverbrennungsmesse, sagt wo es lang geht.


Gast: wtf
20.01.2012 00:59
22 0

schlechter Scherz oder?

Also mal ganz kurz:
1) der Direktor bestätigt den Pelinka *vor* der offiziellen Ausschreibung.
2) Pelinka ist nicht unabhängig.
3) es hagelt massive Kritik.
4) Pelinka "zieht" seine "Bewerbung" zurück.
Und jetzt ist die Sache gegessen?
Das ist wohl ein Witz oder? Es geht hier vielmehr um den Direktor bzw. dessen Vorgehen als um Pelinka.
Das ist nichtmal ein Pyrrhussieg...

Antworten Gast: Ursozi
20.01.2012 06:30
0 0

Re: schlechter Scherz oder?

Kann es sein, dass der Herr Direktor eine grenzgeniale Strategie gefahren ist, um die SPÖ in die Schranken zu weisen? Mit einem internen und externen Aufschrei musste bei dieser "Strategie" ja gerechnet werden.

Oder traue ich da dem Herrn Direktor eindeutig zu viel zu?

20 0

Teure Sanierung

Vielleicht wäre zu sperren doch die beste Lösung. Man muss auch darüber nachdenken

Kodak ging diese Woche Pleite und als nächstes wird es wohl die TV-Anstalten treffen. Also warum noch warten und die TV Anstalt künstlich am Leben erhalten

Gast: albertein Stoan
19.01.2012 22:09
0 0

Danke von der Partei!

danke für was? senden meines Beitrags
-- War wohl ein bisserl gegen die Partei ( der große Vorsitzende wir ja jetzt Nasenbohren oder Zechen zählen, oder gar an Österreich denken, und an das )CHAOS was er hinterlassen wird!!
ja er wird - Wenn er nicht mehr geschützt VOM
DiplomatenPass der DEPP- namentlich bekannt unter
Titel ; keinen, Vornamen: Kennt eh jeder oder: WERNER , so wie der Blödmann in der Satirie........
Werner heißt also DER für den wir uns schämen müssen, sollen !

"Die SPÖ soll in den vergangenen Tagen fieberhaft nach einem Arbeitsplatz für den 25-jährigen ehemaligen Leiter des roten Freundeskreises im ORF-Stiftungsrat gesucht haben."

Allein diesen Satz muß man sich auf der Zunge zergehen lassen, um Visionen vom Wienerwald zu bekommen.

Gast: xefo
19.01.2012 21:52
23 0

Das Grinsen vom jungen Pelinka...

...ist ein Schlag ins Gesicht all der Unter-30-Jährigen, die trotz Studium keine Chance auf einen gut bezahlten Job haben. Es ist zum Kotzen wie manche wie die Maden im Speck leben.

Antworten Gast: genausoistes
20.01.2012 09:21
0 0

Re: Das Grinsen vom jungen Pelinka...

Sie sagen es! Und die Frage ist, wie lang wir alle uns das noch gefallen lassen!? Es kann ja wohl wirklich nicht sein, das uns jeden Tag aufs neue von halbgebildeten Parteischnöseln irgendein Dreck vorgegaukelt wird! Und wie faul und feige sind WIR stetig und immer mehr zu tolerieren, ein Spielball des Kapitalismus zu sein und von Pelinka und Co dafür noch belächelt zu werden - es ist, genau wie sie sagen, einfach zum Kotzen!!

Gast: Januar
19.01.2012 21:12
3 1

Der Wolf und die seiben Geislein

Die Truppe um den Wolf ist sowas von lächerlich.
Als hätte Nachrichten ablesen irgendetwas mit Journalismus zu tun.
Als müßte Wolf auch nur eine Sekunde lang um seinen Job im bestbezahlten Wohlfühlbiotop ORF fürchten.
Bestbezahlt von Zwangsbeiträgen.

Gast: user
19.01.2012 20:47
0 0

pla

was für eine arme vorstellung und weiter n.c.

Und was ändert sich jetzt?

Gar nix.

Rotfunk bleibt Rotfunk.

Pelinka hat seine Bewerbung zurückgezogen und Wrabetz die Ausschreibung


War also doch eine politische Besetzung!

Antworten Gast: GASTi
19.01.2012 22:24
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Re: Pelinka hat seine Bewerbung zurückgezogen und Wrabetz die Ausschreibung

welche bewerbung? da er sich ja gar nicht beworben hat (dafür war er sich ja zu gut), kann er auch nicht zurückziehen.

ach lieber niko, versuche es nochmals in der volksschule...

Gast: Auch Parteisoldaten habe ein Recht auf Glück
19.01.2012 19:32
9 0

Der Abgang vom Pelinka hat ja auch sein Gutes: die Redakteure und ihr bemerkenswerter Wrabetz haben sich wieder lieb.

Gerüchteweise wollen sie einen neuen Film auf YouTube stellen. Das Motto: "Danke Alex. Und bitte, verlasse nicht als erster das sinkende Schiff."

 
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