Anfang Jänner hat Peter Huemer in der „Presse" erklärt, er wolle mit Künstler André Heller und Ex-ORF-General Gerd Bacher juristisch gegen die ihrer Meinung nach gesetzwidrigen Vorgänge im Stiftungsrat vorgehen. „Dann hat sich herausgestellt, dass die ganze Sache juristisch wesentlich komplizierter ist, als wir zuerst gedacht hatten", sagt er nun. Ans Aufgeben haben die drei Herren dennoch nie gedacht.
Nun steht fest, dass sie auch nach der abgeblasenen Büroleitersuche im ORF eine Publikumsbeschwerde bei der KommAustria einbringen wollen, um gegen die Strukturen im Stiftungsrat und die ihrer Meinung nach gesetzwidrigen politischen Freundeskreise in dem ORF-Gremium anzukämpfen - und dagegen, dass Stiftungsräte nahtlos in Führungspositionen wechseln können. Dafür suchen sie mindestens 120 Hörer und Seher, die sich bis 10. Februar der Beschwerde anschließen. Tun können das Personen, die eine Rundfunkgenehmigung besitzen oder in einem gebührenzahlenden Haushalt leben und per Fax, per Post oder persönlich folgende unterschriebene Erklärung abgeben: „Ich unterstütze Ihre Beschwerde gegen die Rechtsverletzungen des Stiftungsrates im ORF."
Die Beschwerde sei „keine gegen, sondern für den ORF", sagt der langjährige ORF-Mitarbeiter Huemer, der hofft, dass die Redakteure und ihr Chef Alexander Wrabetz das Engagement der Initiative auch als Unterstützung erkennen. Ihr klares Ziel: „Dass die Struktur des Stiftungsrates geändert wird."
Da die drei Initiatoren wissen, dass sie nicht nur Freunde haben, appelliert Huemer an interessierte Unterstützer mit einem Griff in die Geschichte: Schon Franz Grillparzer habe 1848 notiert, er könne sich wegen einer Person, die er verachte, nicht an der Revolution beteiligen. „Es hat in Österreich Tradition, dass Personalia wichtiger sind als das eigentliche Anliegen. Meine Hoffnung ist, dass die, die das Anliegen für richtig halten, sich nicht daran stoßen, dass da die ein oder andere Person dabei ist, die ihnen nicht gefällt." Er hofft, es finden sich genug Menschen, denen die Zukunft des ORF ein Brief oder ein Fax wert ist.
Unterstützungserklärung per Fax an: 01/408 64 30 oder per Post oder persönlich an Rechtsanwalt Dr. Markus Bösch, Stadiongasse 4, 1010 Wien.
(awa)
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