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"In aller Freundschaft": RTL-Chef Zeiler geht

07.02.2012 | 18:29 |   (DiePresse.com)

Der Österreicher verlässt die RTL-Gruppe Mitte April. Er wechselt zum US-Kabelfernsehriesen Turner Broadcasting System.

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Die RTL-Gruppe und ihr langjähriger Chef Gerhard Zeiler gehen künftig getrennte Wege: Der gebürtige Wiener verlässt die Senderfamilie per 18. April. Auch seine Funktion als Vorstandsmitglied der Bertelsmann AG legt der 56-jährige Österreicher zurück.

Die Trennung von Zeiler erfolge "in aller Freundschaft", man akzeptiere seinen Wunsch, "sich noch einmal einer neuen Aufgabe zu stellen", hieß es am Dienstagabend in einer Aussendung. Zeilers neuer Arbeitgeber wird der Kabelfernseh-Riese Turner Broadcasting System (TBS), Zeiler wird Präsident von TBS international. Der US-Konzern hat das auch schon auf seiner Homepage bestätigt. (Link).

"So traurig es ist, auf Wiedersehen zu sagen, so weiß ich doch, dass ich ein Unternehmen in bester Verfassung verlasse, mit den besten Mitarbeitern in unserer Industrie und einem Weltklasse-Managementteam", schreibt Zeiler in seinem Abschiedsbrief an die Kollegschaft, den das deutsche "Medienmagazin" auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

--> Zeilers Abschiedsbrief

"Herausragendes geleistet"

Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzender Gunter Thielen wünscht Zeiler "für die Zukunft weiter alles Gute". "Er hat in den vergangenen Jahren Herausragendes für Bertelsmann und die RTL Group geleistet", würdigt er den Medienmanager. Auch Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe bedauert die Entscheidung Zeilers, den Konzern zu verlassen: "Die Vorstandsarbeit mit ihm war ein Gewinn. Gerhard Zeiler hat im Fernsehgeschäft Maßstäbe gesetzt."

Für Zeiler soll Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der Mediengruppe RTL Deutschland, zum Mitglied des Bertelsmann-Vorstandes bestellt werden. Weiters werde Guillaume de Posch, im Board der RTL Group für das internationale Fernsehgeschäft zuständig, Mitglied des Group Management Committees (GMC) von Bertelsmann. Schäferkordt und de Posch sollen die RTL Group künftig als Co-CEOs führen, gemeinsam mit dem Finanzvorstand Elmar Heggen.

"Gemischtes Team" soll RTL-Group führen

Die nun gefundene Nachfolgelösung habe man gemeinsam entwickelt, erklärte Vorstandsvorsitzender Rabe. Mit Schäferkordt ziehe erstmals eine Frau in den Bertelsmann-Vorstand ein. "Ich bin der festen Überzeugung, dass gemischte Teams einen Wettbewerbsvorteil darstellen." Der Belgier de Posch war ProSiebenSat.1-Chef. Schäferkordt ist langjährige RTL-Deutschland-Chefin.

Gerhard Zeiler
Der am 20. Juli 1955 geborene Wiener Gerhard Zeiler ist ein ausgewiesener Medienprofi. In Österreich war er ORF-Kurator, ORF-Generalsekretär und schließlich - von 1994 bis 1998 - ORF-Generalintendant. Zuvor kannte er die Medien eher von der "anderen Seite", war er doch 1979 bis 1986 Sprecher von Fred Sinowatz (SPÖ), als dieser zunächst Umweltminister und dann Bundeskanzler war. 1998 wechselte Zeiler zu RTL Television, ab 2003 war er Chef der RTL Group.

Zeiler hatte sich vor der letzten ORF-Generaldirektorenwahl wieder für den Chefsessel in Wien interessiert, dann aber wegen politischer Machtspiele abgewunken.

(Red.)

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4 Kommentare
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schaut euch genau das foto an: austrias next chancellor!

nur der zeitpunkt ist noch unklar:
schon während der laufenden legislaturperiode?
einstieg als spitzenkandidat im wahlkampf?
oder als 'retter', wenn auf grund eines stillstand erzwingenden wahlergebnisses nichts mehr geht...?

zumindest wäre es für viele (auch nicht-sozis) eine traumlösung: endlich eine professionell aufgezogene show mit viel tamtam und nackten tänzerinnen auf der politbühne - das ist es, was der ösi liebt.

Gast: UKW
07.02.2012 21:09
2 1

Arme ÖVP

Nicht einmal das SPÖ-Mitglied Zeiler konnten sie damals gegenüber ihrem übermächtigen Koalitionspartner als ORF-Generaldirektor durchbringen. Na ja, vielleicht hat die SPÖ der ÖVP wenigstens heimlich den Posten der Vize-Küchenchefin der ORF-Kantine zugeschanzt. Als Trostpreis sozusagen. Und ich wette der Spindelegger hat sich sogar noch bedankt dafür.

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Re: Arme ÖVP

das war doch eine ente!

glauben sie ernsthaft, dass sich ein topmanager, herr über ~50 fernsehkanäle, für den job als orf-general interessiert?

da verschenkt doch eher ein mateschitz seinen redbull-anteil und fängt als zeitschriftenkeiler ganz von vorne an!

Antworten Antworten Gast: Pensador
08.02.2012 16:37
0 1

Ach?! Deshalb hat der Uberschätzte

weinerliche Interviews gegeben, weil ihm der Wahlsieg nicht schon vor der Wahl versprochen wurde?