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World Press Photo: Mater Dolorosa im Tschador

10.02.2012 | 11:43 |  von HEIDE RAMPETZREITER (DiePresse.com)

Ein verhüllter Frauenkörper hält einen verwundeten, nackten Männerkörper: Das World Press Photo des Jahres zitiert christliche Bildsprache. Samuel Arandas Foto stehe für die Arabische Revolution, urteilt die Jury.

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Das World Press Photo des vergangenen Jahres ist ein Vesperbild, wie man es aus katholischen Kirchen kennt: Eine Frau (die Mater Dolorosa Maria) hält einen verwundeten, unbekleideten Männerkörper (den gekreuzigten Jesus) auf ihrem Schoß. In Samuel Arandas Siegerfoto ist es eine mit einem Taschador bekleidete Frau, die einen nackten, verwundeten Verwandten hält. Der Spanier machte das Bild am 15. Oktober während der Proteste im Jemen in einer zum Krankenhaus umfunktionierten Moschee in Sanaa. "Dieses Foto spricht für die gesamte Region. Es steht für den Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien, für alles, was im Arabischen Frühling passiert ist", erklärte Koyo Kouoh von der World-Press-Jury bei der Bekanntgabe des Siegerfotos am Freitag in Amsterdam. "Es zeigt eine private, intime Seite der Geschehnisse. Und es zeigt die Rolle, die Frauen spielten - nicht nur als Pflegerinnen, sondern als aktiv Handelnde in der Bewegung."

Jury-Vorsitzender Aidan Sullivan ergänzte: "Wir wissen nicht, wer die Frau ist, die ihren Verwandten hält, aber zusammen bilden die beiden ein Symbol für den Mut, den ganz normale Menschen an den Tag legten, und die ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Mittleren Ostens zeigen." Veröffentlicht wurde das Foto in der New York Times.

Der Konflikt im Jemen
Im Zuge der revolutionären Bewegungen in der arabischen Welt hatten Anfang 2011 auch im Jemen Proteste gegen Präsident Ali Abdallah Saleh eingesetzt. Der seit 1978 amtierende Staatschef unterzeichnete im November nach monatelangen Protesten mit hunderten Toten ein Abkommen zum Machtverzicht. Im Gegenzug wurde ihm Straffreiheit zugesichert. Bis zur Präsidentschaftswahl am 21. Februar ist Saleh als Ehrenpräsident formell noch im Amt.

Insgesamt zeichnete die 19-köpfige Jury 57 Fotografen aus 24 Nationen in neun Kategorien aus. Sie wählten die Siegerbilder, die heuer zum 55. Mal gekürt wurden, aus mehr als 100.000 Bilder Einreichungen. In allen Kategorien vergibt die Jury drei Auszeichnungen. Der Erstplatzierte erhält 1500 Euro, der Gesamtsieger 10.000 Euro.

Im vergangenen Jahr wurde Jodi Biebers Fotos eines afghanischen Mädchens, dem die Nase abgeschnitten wurde, zum Siegerfoto gekürt. Die Fotos werden jedes Jahr in einer Ausstellung zu sehen und gastieren meist im Herbst auch in Wien.

World Press Photo: Muslimische Pietà und Nashorn ohne Horn

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7 Kommentare
astuga
10.02.2012 22:56
4 0

Mater dolorosa this

http://i40.tinypic.com/fxwbqd.jpg

Antworten Gast: heide_anna_kultur
11.02.2012 11:53
0 5

Re: Mater dolorosa this

Liebe Posting-Armee! Könnt ihr das Posting mit dem Link bitte offline geben? Das hat hier nichts verloren.

LG aus dem verschneiten Kärnten,
Heide

Gast: World Press Photo
10.02.2012 22:19
0 5

Genial!


Gast: Pensador
10.02.2012 11:51
9 14

Widerlich und geschmacklos

Natürlich nicht die fotografierte Szene, aber das Foto ist geschmacklos.
Und noch widerlicher die, die es in der Öffentlichkeit herumreichen.

Antworten Gast: Aristodemos
11.02.2012 09:25
0 1

Re: Widerlich und geschmacklos

Guten Morgen, liebe Schlafmütze! So sieht das Leben da draussen halt nun mal aus...

Antworten Josefin
11.02.2012 07:27
2 5

Re: Widerlich und geschmacklos

widerlich und geschmacklos ist der, der Widerliches und Geschmackloses sieht. Berührendes Bild mit humaner Botschaft.

13 3

Re: Widerlich und geschmacklos

Trost spenden. Wie abartig.