Ein Saal voll fröhlicher Zufriedenheit. So präsentierte sich am Dienstag das Studio der Lotterien am Rennweg 44, wo sich die Medienbranche versammelt hatte, um die „Journalisten des Jahres“ zu ehren. Das Blatt „Der Österreichische Journalist“ vergab wieder eine Fülle an Preisen an jene Kollegen, die 2011 Namhaftes geleistet hatten. Nicht einmal das angespannte Verhältnis zwischen Verlegern und ORF konnte die Eintracht trüben: ORF-General Alexander Wrabetz und Styria-Vorstand Klaus Schweighofer, der dem Verband heimischer Privatsender vorsteht, teilten Tisch und Small Talk.
Hubert Patterer bester Journalist
Die Höhepunkte: Hubert Patterer, Chefredakteur „Kleine Zeitung“, als Journalist des Jahres durfte sich über geistreiches Lob von Bernd Schilcher freuen; Gerlinde Hinterleitner, Geschäftsführerin „Online-Standard“, wurde Medienmanagerin des Jahres; und „Presse“-Doyenne Anneliese Rohrer erhielt den Sonderpreis fürs Lebenswerk. „Presse“-Chefredakteur Michael Fleischhacker hielt auf sie eine launige, von Hochachtung getragene Rede, lobte, dass Rohrer sich für junge Journalisten einsetze. Mit Rainer Nowak gewann einer ihrer Schüler bei der „Presse“ die Kategorie Innenpolitik. Das Blatt war außerdem in mehreren Sparten auf Top-Ten-Plätzen stark vertreten: Josef Urschitz, Franz Schellhorn, Hanna Kordik (Wirtschaft), Oliver Pink (Innenpolitik), Norbert Mayer, Wilhelm Sinkovicz, Almuth Spiegler (Kultur), Oliver Grimm, Thomas Seifert (Außenpolitik), Sibylle Hamann (Kolumnisten), Clemens Fabry und Michaela Bruckberger (Foto). In der Kategorie Bundesländer wurden von der „Presse“ Duygu Özkan (Wien) und Klaus Höfler (Steiermark) geehrt. Karim El-Gawhary („Presse“ und ORF), der in der Außenpolitik gewann, wurde per Videoscreen dazugeschaltet. Erneute Sieger waren Rainer Nikowitz vom „Profil“ (Kolumnist) und Karl Hohenlohe von „Kurier“ und ORF (Unterhaltung). Im Sport setzte sich Wolfgang Winheim vom „Kurier“ durch.
Coudenhove-Kalergi für Reform
Wrabetz nutzte die Gelegenheit, um für den ORF mehr Rechte im Bereich Social Media einzufordern. Vornehmlich allerdings freute er sich darüber, dass seine Mitarbeiter zur besten Redaktion des Landes gekürt wurden – nur knapp vor der „Presse“, die damit unter den Printmannschaften siegte. Politisch wurde Laudatorin Barbara Coudenhove-Kalergi: Sie sei stolz auf kämpferische ORF-Kollegen, meinte sie. Jede Generation müsse die politische Unabhängigkeit offenbar von Neuem erringen: „Es geht dabei nicht um die Besetzung eines Büroleiter-Jobs“, spielte sie auf den verhinderten Wrabetz-Sekretär Pelinka an, „sondern vielmehr um die notwendige Reform des Stiftungsrates.“ i.w
„Der österreichische Journalist“ lässt jedes Jahr „Journalisten des Jahres“ wählen: Hubert Patterer (Gesamtsieger), ORF (Redaktion des Jahres), Anneliese Rohrer (Lebenswerk), Rainer Nowak (Innenpolitik), Michael Nikbakhsh (Wirtschaft), Barbara Rett (Kultur), Kurt Kuch (Investigation), Karim El-Gawhary (Außenpolitik), Rainer Nikowitz (Kolumne), Karl Hohenlohe (Unterhaltung), Wolfgang Winheim (Sport), Clemens Fabry, Robert Jäger (Foto).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2012)
Österreichs beste Journalisten geehrt: Lebenswerk für Anneliese Rohrer





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